• 01.04.2009, 09:37:46
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Bayer will Gen-Reis verkaufen, der Gesundheit von Kindern gefährden kann

Greenpeace verleiht Preis für besondere Ignoranz an deutschen Pharma-Riesen

Wien (OTS) - Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace
protestierten heute vor dem Wiener Büro des deutschen Pharma-Konzerns
Bayer. Dieser plant, einen gentechnisch veränderten Reis mit dem
Namen 'LL62' auf den Lebensmittelmarkt zu bringen, der insbesondere
für Kleinkinder eine Gesundheitsgefahr darstellen kann. Denn beim
Anbau des Gentech-Reis wird das Unkrautvernichtungsmittel Glufosinat
versprüht, das sich dann im Reis anreichern kann und schädlich auf
das zentrale Nervensystem wirkt. Trotz dieser wissenschaftlichen
Erkenntnisse hält Bayer an seinem Plan zur Vermarktung fest. Deshalb
verlieh Greenpeace heute Vormittag an Bayer einen Preis für besondere
Ignoranz gegenüber der Gesundheitsgefährdung von Menschen. Die
Umweltorganisation forderte Bayer dabei auf, den Antrag auf Zulassung
zurückzuziehen.

Den Namen Bayer kennt man in erster Linie durch das Produkt
Aspirin. Was die wenigsten Menschen aber wissen: Bayer entwickelt in
seinen Laboren bereits seit einigen Jahren auch gentechnisch
veränderte Lebens-mittel.

Der Gentech-Reis 'LL62' ist derart genetisch verändert, dass er
resistent gegen ein hochgiftiges Unkrautvernichtungsmittel von Bayer
mit dem Wirkstoff Glufosinat ist. Wird das Feld damit besprüht,
stirbt alles Unkraut ab, nur der Reis bleibt stehen und das
Unkrautgift Glufosinat kann sich im Reiskorn anreichern. Die
amerikanische Umweltbehörde (EPA) untersuchte verschiedene Produkte
aus Reis und konnte auch darin Rückstände des hochgiftigen Glufosinat
nachweisen. "Die Beweislage gegen Glufosinat ist so eindeutig, dass
wir Bayer auffordern, den Antrag auf Zulassung ihres Risiko-Reis
umgehend zurückzuziehen, denn Reis wird auch in Babynahrung
verwendet", so Philipp Strohm, Gentechnik-Experte bei Greenpeace.

Nach dem Urteil einer Arbeitsgruppe der Europäischen Kommission
sollte Glufosinat 'als besondere Gefahr für das ungeborene Kind' und
als 'Gefahr für die Fruchtbarkeit' eingestuft werden. Die Europäische
Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) untersuchte Rückstände von
Glufosinat in Kartoffeln und kam zu dem Schluss, dass dies 'ein
akutes Risiko für Kleinkinder' darstelle. Zusätzlich ist auch die
Umwelt von den Auswirkungen des Unkrautvernichtungsmittels betroffen.
So stellte die EFSA in ihrer Untersuchung fest, dass die Anwendung
von Glufosinat in der Landwirtschaft 'ein hohes Risiko für
Säugetiere' darstellt und Insekten und Wildpflanzen sogar außerhalb
der besprühten Felder gefährdet sind.

Die Gefahr, dass der Gen-Reis auch in den Regalen der
österreichischen Supermärkte auftaucht, ist real. Das belegt der
letzte, von Bayer verursachte, Kontaminations-Skandal aus dem Jahr
2006. Greenpeace konnte damals aufdecken, dass Reisprodukte in den
Regalen der heimischen Supermärkte mit der gentechnisch veränderten
Sorte 'LL601' - dem Vorgänger von LL62 - verunreinigt wurden - und
das, obwohl 'LL601' von Bayer nur auf Testfeldern in den Jahren 1999
bis 2001 angebaut wurde. Wie es fünf Jahre später zu Verunreinigungen
der Lebensmittelkette kommen konnte, ist bis heute nicht geklärt.
Bayer betitelte den Vorfall damals als 'höhere Gewalt'.

"Wie viele Beweise braucht es noch? Bayer ignoriert einfach alle
möglichen Risiken. Offenbar gilt ihr einziges Interesse nur dem
Konzern-Gewinn nicht aber den Menschen, die ihren Reis essen sollen.
Wir fordern Bayer auf, ihren Antrag auf Zulassung für 'LL62' umgehend
zurückzuziehen", verlangt Greenpeace-Sprecher Strohm.

Rückfragehinweis:
Melanie Beran. Pressesprecherin, Tel: 0664-6126718
Philipp Strohm, Gentechnik-Experte, Tel: 0664-6126721
Hintergrundinformationen zum Download:
www.greenpeace.at/genreis.html

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