- 31.03.2009, 14:33:08
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Ein Fest für Hans Hollein
BM Schmied überreicht Großes Goldenes Ehrenzeichen
Wien (OTS) -
Anlässlich seines 75. Geburtstages findet heute Abend in Wolke 21 im
Wiener Saturn Tower ein "Fest für Hans Hollein" statt.
Kulturministerin Claudia Schmied und Planungsstadtrat Rudi Schicker
gratulieren dem großen österreichischen Architekten, Bundesministerin
Schmied wird Hollein für seine außerordentlichen Leistungen und
Verdienste um die zeitgenössische Architektur mit dem Großen
Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
würdigen. Die Festrede hält Albertina-Direktor Klaus Albrecht
Schröder.
Hollein, dessen Baukunst nicht nur in Wien und Österreich, sondern an
vielen Orten der Welt präsent ist, wurde am 30. März 1934 als Sohn
eines Elektroingenieurs in Wien geboren. Nach dem Besuch der
Bundesgewerbeschule in Wien studierte Hollein an der Wiener Akademie
der bildenden Künste, wo er ein Meisterschüler von Clemens
Holzmeister war. Nach seinem Diplomexamen absolvierte er von 1958 bis
1964 einen Studienaufenthalt in den USA am Illinois Institute of
Technology in Chicago und ab 1959 am College of Environmental Design
der University of California in Berkeley, an dem er 1960 den Grad
eines Master of Architecture erwarb.
Anfang der 60er Jahre schloss sich Hollein einer Gruppe Wiener
Künstler an, die sich gegen die "Alleinherrschaft des trivialen
Funktionalismus" wandte. Dazu gehörten Friedensreich Hundertwasser
ebenso wie Markus Prachensky und Arnulf Rainer, die sich für eine vom
Regelzwang befreite "Architektur mit den Händen" einsetzten. Mit
Walter Pichler veranstaltete Hollein 1963 eine viel beachtete und
umstrittene Ausstellung, in deren Mittelpunkt utopische Entwürfe
kompakter Stadtarchitekturen standen. 1964 eröffnete Hollein, der die
Jahre zuvor in Schweden, Deutschland und den USA in diversen Büros
mitgearbeitet hatte und 1963/1964 als Gastprofessor an der Washington
University in St. Louis gewesen war, in Wien ein eigenes
Architekturbüro.
Hans Hollein war von 1967-76 Professor für Baukunst an der
Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf und unterrichtete von 1976 bis
1986 die Meisterklasse für Industrial Design an der Hochschule für
angewandte Kunst, Wien und von 1979 bis 2002 die Meisterklasse für
Architektur an der Universität für angewandte Kunst Wien. Er war
Gastprofessor an der University of California, Los Angeles, an der
Yale University in New Haven und an der Ohio State University in
Columbus. Von 1978-1990 war er der österreichische Kommissär für die
Biennale der bildenden Künste in Venedig, 1991, von 1991-2000 war er
österreichischer Kommissär für die Architekturbiennale in Venedig,
der er im Jahr 1996 auch als Gesamtdirektor vorstand.
Zu seinen wesentlichen Bauten zählen öffentliche Institutionen, wie
das Städtische Museum Abteiberg, Mönchengladbach, 1972-82; das Museum
für Glas und Keramik, Teheran, 1977-78; das Museum für Moderne Kunst,
Frankfurt, 1982-91; das Niederösterreichische Landesmuseum und
Ausstellungshalle St. Pölten, 1992-2002, "Vulcania", Museum für
Vulkanismus in der Auvergne, 1994-2002, der neue Eingangsbereich der
Albertina in Wien, 2001 - 2003; Saturn Tower in der Donaucity Wien,
2002-2004; die öffentlichen Schulen in der Köhlergasse in Wien,
1979-90 und in der Donaucity Wien, 1993-99; sowie die bisher nicht
ausgeführten Projekte für das Guggenheim Museum - Museum im
Mönchsberg in Salzburg (seit 1988) und das Kulturforum in Berlin
1983-85.
Wichtige realisierte Bauten sind u.a. das Haas-Haus in Wien, 1985-90,
die Banco Santander in Madrid, 1987-93; der Generali/ Media Tower in
Wien, 1994-2001; das Hauptquartier der Interbank in Lima, Peru,
1996-2001; die Österreichische Botschaft in Berlin, 1997-2001; die
Centrum Bank in Vaduz, 1997-2003 sowie richtungweisende Projekte wie
das Retti Kerzengeschäft in Wien, 1965; die Richard L. Feigen Gallery
in New York, 1967-69; oder die beiden Juweliergeschäfte Schullin in
Wien (1972-74, 1981-83).
Zu weiteren Projekten zählen Hochhausbauten in Wien darunter "Gate 2
- Vectigal", die Monte Laa-PORR-Türme am Laaerberg, außerdem Büro-
und Wohngebäude San Giovanni Valdarno, Italien; "Sea Mio "
Hochhauswohnbauten, Taipei, und "E-Ton Solar" Headquarters, Taipei.
Hans Hollein hat eine Reihe von Ausstellungskonzeptionen und
-gestaltungen realisiert, darunter die Eröffnungsausstellung
"MANtransFORMS" des Cooper Hewitt Museums New York 1976, sowie
"Türken vor Wien" (1983) und "Traum und Wirklichkeit" (1985) im
Künstlerhaus und im Historischen Museum der Stadt Wien, ebenso
"Sensing the Future - the Architect as Seismograph" die sechste
Architekturbiennale in Venedig 1996. Gezeigt wurde "Sculptural
Architecture in Austria" im NAMOC- National Museum of China, Beijing
und im Guangdong Museum of Art,Guangzhou 2006.
Hollein ist als Architekt und bildender Künstler unter anderem in den
Sammlungen des Museum of Modern Art, New York; des Centre Georges
Pompidou, Paris; des Victoria and Albert Museum, London; des National
Museum of Modern Art, Kyoto; sowie in der Graphischen Sammlung
Albertina, Wien vertreten. Personalausstellungen waren in der Galerie
St. Stephan (mit Walter Pichler) in Wien 1963, im Museum of Modern
Art New York (mit Walter Pichler und Raimund Abraham) 1968, im
Städtischen Museum Abteiberg Mönchengladbach 1970, im
österreichischen Pavillon bei der Biennale der bildenden Künste
Venedig 1976, im Centre Georges Pompidou Paris 1987, im Museum des
20. Jahrhunderts Wien 1987, in der Nationalgalerie Berlin 1987/88, im
Sezon Museum of Art Tokyo 1989 und im Historischen Museum der Stadt
Wien 1995 zu sehen. Er war Teilnehmer an zahlreichen
Gruppenausstellungen darunter die documenta in Kassel 1977 sowie
1987.
Hans Hollein ist Träger zahlreicher Preise und Ehrungen darunter der
Pritzker Architecture Prize,1985; der Reynolds Memorial Award, 1966
und 1984; der Preis der Stadt Wien für Architektur, 1974; der Große
Österreichische Staatspreis, 1983, das Österreichische Ehrenzeichen
für Wissenschaft und Kunst, 1990; das Goldene Ehrenzeichen für
Verdienste um das Land Wien, 1994 und das Grosse Verdienstkreuz des
Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 1997. Er ist Officier
de la Légion d'Honeur de la République Française und Commendatore
dell'Ordine al Merito della Repubblica Italiana. 2004 erhielt er den
Arnold W. Brunner Memorial Prize in Architecture, New York. Hans
Hollein ist Präsident des Kunstsenates und Mitglied der Kurie für
Kunst seit 1990.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
öffentlichkeitsarbeit/cb
Tel.: (++43-1) 53 120-5153
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