Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien begrüßt Homophobie-Bericht der EU-Grundrechtsagentur

Wien (OTS) - "Wir freuen uns sehr, dass die in Wien ansässige Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) Homophobie und deren Bekämpfung zu einem ihrer Schwerpunkte gemacht hat", erklärt HOSI-Wien-Obfrau Jona Solomon aus Anlass der heutigen Präsentation des FRA-Berichts 'Homophobie und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität in den EU-Mitgliedsstaaten - Teil II: Die soziale Situation'. (Der erste Teil, eine rechtliche Analyse, wurde bereits im Juni 2008 veröffentlicht.)

"Jetzt muss es darum gehen, dass alle 27 Mitgliedsstaaten -inklusive Österreich - die entsprechenden Schlussfolgerungen für sich ziehen und die Empfehlungen der Grundrechtsagentur konsequent umsetzen", ergänzt HOSI-Wien-Obmann Christian Högl. "Homophobie bzw. Transphobie kann ja in sehr vielfältiger Form zum Ausdruck kommen, von Mobbing (Bullying) in der Schule über tätliche Angriffe auf Lesben, Schwule und Transgenderpersonen im öffentlichen Raum bis hin zur Nichtgenehmigung von Gay-Pride-Paraden, wie dies auch in EU-Mitgliedsstaaten der Fall war."

Österreich im Mittelfeld

"Österreich liegt in diesem Bereich - wie so oft - im Mittelfeld", erklärt HOSI-Wien-Generalsekretär Kurt Krickler, der gemeinsam mit der Universitätslektorin und langjährigen HOSI-Wien-Aktivistin Gudrun Hauer den Österreich-Part für den zweiten Teil dieses Projekts verfasst hat. Der heute veröffentlichte Bericht der FRA ist eine Zusammenfassung aller 27 Länderberichte. "Einerseits sind in Österreich durch Homophobie motivierte gewalttätige Übergriffe kein massives Problem wie in anderen Ländern, und mit der jährlich in Wien stattfindenden Regenbogenparade setzen wir auch ein deutliches Zeichen der Sichtbarkeit, das generell sehr positiv aufgenommen wird, andererseits zählt Österreich zu jenen Ländern, in denen Homophobie von den Behörden und der Gesellschaft noch nicht wirklich als Problem aufgefasst und - auch vorbeugend - bekämpft wird. Es gibt auch kaum wissenschaftliche Untersuchungen darüber und daher kaum brauchbare verlässliche Daten. Gerade in diesen Bereichen kann und sollte sich Österreich noch sehr viel von anderen Ländern abschauen."

"Auch Kirchenvertreter und reaktionäre PolitikerInnen, die homophobe Äußerungen tätigen, müssten verstärkt dafür zur Verantwortung gezogen werden, denn derartige Hassreden bereiten natürlich den Boden in der Gesellschaft auf für Homophobie und in der Folge für mögliche Gewalttätigkeiten gegen einzelne Personen", so Krickler abschließend.

HINWEIS: Medienaussendung der EU-Grundrechtsagentur sowie Bericht zum Download unter: http://fra.europa.eu

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