• 26.03.2009, 10:33:04
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Investitionsschub für Österreichs Stromnetz

Regulierung und schleppende Genehmigungsverfahren bringen Netzbetreiber in Bedrängnis

Wien (OTS) - Österreichs Stromnetze stehen vor einem
Investitionsprogramm, das über die Sicherheit und die Qualität der
Elektrizitätsversorgung entscheiden wird. Diese Investitionen können
nur getätigt werden, wenn sie in den Netztarifen anerkannt werden.
"Smart Metering und Smart Grids wird es nur geben können, wenn auch
die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt werden", erklärte DI
Reinhard Brehmer, Sprecher Netze des VEÖ und Geschäftsführer Wien
Energie Stromnetz GmbH.

Neutrale Plattformen für Wettbewerb am Strommarkt nicht finanziell
aushungern

Um die österreichischen Übertragungs- und Verteilnetze fit für die
Zukunft zum machen, müssen die die Netzgesellschaften in den
kommenden Jahren hohe Investitionen tätigen. Brehmer: "Damit verdient
niemand Monopolgewinne, sondern die Erträge sind vom Regulator genau
festgesetzt. Netze sind neutrale Plattformen für den Wettbewerb der
Stromerzeuger sowie Stromverkäufer und dürfen nicht finanziell
ausgehungert werden, wenn sie ihre Funktion optimal erfüllen sollen."
Durch Tarifregulierung der Netze gab es für die österreichischen
Stromkunden seit der Liberalisierung bisher Einsparungen in der Höhe
von 625 Mio. Euro, und bis 2013 wird die Einsparung insgesamt rund
730 Mio. Euro betragen. Brehmer: "Trotz dieser Reduktion der
Netztarife bis zu 40 Prozent haben wir eine noch gute Versorgungs-
und Servicequalität, obwohl die Ausfallszeiten österreichweit
inzwischen spürbar steigen." Um die Versorgungssicherheit halten zu
können und die Netze an neue Anforderungen anzupassen, sind erhöhte
Investitionen erforderlich, die im Netztarif anerkannt werden müssen.
Eine Erhöhung der Netztarife um zwei Prozent würde den Strompreis nur
um 0,3 bis 0,5 Prozent anheben, aber bis 2014 zusätzlich notwendige
Investitionen von einer Mrd. Euro ermöglichen.

Einführung von Smart Metering kostet rund 1,6 Mrd. Euro

Die Einführung von Smart Metering in Österreich wird zusätzlich
hohe Kosten verursachen, denen im Netzbereich mittelfristig keine
Erträge gegenüberstehen. Brehmer. "Für rund fünf Millionen Zähler und
die dazu gehörende Dateninfrastruktur sind Investitionen von rund 1,6
Mrd. Euro notwendig. Diese Investitionen sind mit dem aktuellen
Messentgelt von 2,4 Euro pro Zählstelle nicht finanzierbar." Werden
die Mehrkosten nicht abgegolten, kann die Umstellung, die rund zehn
Jahre dauern wird, nicht stattfinden", so Brehmer. Smart Metering sei
zudem eine wichtige Voraussetzung für die Steigerung der
Energieeffizienz und den Aufbau der Smart Grids, die ein innovatives
Management vieler kleiner dezentraler (erneuerbarer)
Erzeugungseinrichtungen ermöglichen sollen, erklärte der Sprecher
Netze des VEÖ. Brehmer: "Schon in den vergangenen Jahren haben die
Netzbetreiber die vom Regulator zugestandene Kapitalverzinsung von
sechs Prozent nicht erzielt und aktuell sieht es wegen der
Wirtschaftskrise besonders düster aus."

Volatile Stromerzeugung und steigender Stromverbrauch erfordern
stärkere Leitungen

"Die volatilere Stromerzeugung und der steigende Stromverbrauch
erfordern stärkere Leitungen in allen Netzebenen", erklärte Heinz
Kaupa, Vorstandsmitglied VERBUND-Austrian Power Grid AG. Das
Übertragungsnetz arbeite derzeit am Rande seiner Kapazität. Erdkabel
sind für Kaupa keine Lösung als Ersatz für die Freileitungen im
österreichischen 380 kV-Leitungsring: "Ganz abgesehen von den
exorbitanten Kosten würde die Kabeltrasse mehr Natur verbrauchen als
die Freileitung und wäre zudem ein unverantwortbares technisches
Experiment."

Langfristige Planung des Netzausbaus erforderlich

Das Übertragungsnetz als Rückgrat der heimischen Stromversorgung,
muss langfristig geplant und ausgebaut werden, erklärte die
Generalsekretärin des VEÖ, Barbara Schmidt. "Vor zehn Jahren waren
Netze insbesondere für nationale Versorgung ausgelegt und dienten
international vor allem zur Aushilfe im Störungsfall. Im heutigen
Binnenmarkt fungieren sie als zentraler Marktplatz, über den hohe
grenzüberschreitende Stromflüsse abgewickelt werden", so Schmidt.
Aber auch die Verteilnetze müssten steigende Anforderungen
verkraften.

Rückfragehinweis:

Ernst Brandstetter
   Pressesprecher des Verbands der 
   Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ)
   Tel.: +43 1 50198 260
   Mobil: +43 (0) 676 845 019 260
   E-Mail: [email protected]

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