Verbesserung der Corporate Governance erfolgskritisch für Wirtschaftsstandort Österreich

Wien (OTS) - Zum sechsten Mal veröffentlicht Heidrick & Struggles den Corporate Governance Report, die europaweit umfangreichste Studie zur Qualität der Arbeit der Unternehmensaufsicht

Auf einer Skala von 0 bis 100 erreicht Österreich lediglich einen Wert von 36 beim aktuellen Corporate Governance Ranking von Heidrick & Struggles und reiht sich damit unter den 13 untersuchten europäischen Ländern in der schwächsten Gruppe ein. Die international tätige Personalberatung gibt diese Studie nunmehr zum sechsten Mal seit 1999 heraus. Die Leistungen der österreichischen Aufsichtsratsarbeit wurden erstmals im Ranking berücksichtigt, nachdem Österreich 2007 als Gastland aufgeführt wurde. "Die Ergebnisse geben Anlass zum Nachdenken", sagt Stefan Steger, Managing Partner im Wiener Büro von Heidrick & Struggles, der die Studie begleitet hat. Die Studie würde auf deutliche Schwächen hinweisen, die international zum Standortnachteil für Österreich gereichen könnten, so Steger weiter. Laut Heidrick & Struggles verfügen Großbritannien (77), die Niederlande (71) und Schweden (66) über die beste Corporate Governance, Deutschland (39) steht im europäischen Vergleich an drittletzter Stelle. Das europäische Mittel liegt bei einem Wert von 56.

Für den Corporate Governance Report wurden Daten von 371 führenden Unternehmen aus 13 Ländern ausgewertet, in Österreich fanden die 20 Unternehmen des ATX-Index Berücksichtigung. 41 Kriterien in den drei Dimensionen Arbeitsweise, Zusammensetzung und Transparenz der Aufsichtsgremien flossen in die breit angelegte Analyse ein. Im Vergleich der Länder wurden die teils unterschiedlichen Aufsichtssysteme berücksichtigt.

Was besagt die Analyse von Heidrick & Struggles zur Arbeit der Aufsichtsräte und der Unternehmenskontrolle in Österreich?

- In keinem anderen Land variiert die Qualität der Corporate Governance so stark wie zwischen den österreichischen Unternehmen. Während einige führende Unternehmen hervorragende Bewertungen für ihre Aufsichtsratsarbeit erzielen, gibt es etliche, vor allem kleinere Unternehmen, die internationale Standards nahezu ignorieren.

- Österreichs Verbesserungsbedürfnisse liegen vor allem in den Bereichen "Arbeitsweise" und "Zusammensetzung", weniger im Bereich "Transparenz".

- Österreichische Aufsichtsräte weisen große Kontinuität auf. Sie haben die drittlängste Verweildauer in Europa.

- In keinem anderen Land ist mit durchschnittlich 5,6 Sitzungen pro Jahr die Frequenz der Sitzungen der Aufsichtsgremien so niedrig wie in Österreich.

- Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern ist es in Österreich nicht üblich, dass die Qualität der Aufsichtsratsarbeit regelmäßig von externen Experten evaluiert wird.

- In Österreichs wichtigsten Aufsichtsgremien sitzen nur 6 Prozent Frauen und 12 Prozent Nicht-Österreicher. Beide Quoten erscheinen deutlich zu niedrig, um bei den Aufsichtsratsdiskussionen die erforderliche internationale und industrielle Diskussionsqualität zu erreichen.

- Mit 2,7 spezialisierten Ausschüssen liegt Österreich unter dem europäischen Durchschnitt von drei Aufsichtsratskomitees pro Unternehmen.

- Österreichs Unternehmensaufseher sind im Schnitt 55,9 Jahre alt und damit europaweit die jüngsten. Durchschnittlich kommen sie mit 49,2 Jahren in dieses Amt.

- Österreichs Aufsichtsräte kommen den Unternehmen bislang nicht teuer zu stehen. Im Schnitt wird pro Mandat 25.000 Euro im Jahr verdient. Europäischer Durchschnitt sind 89.000 Euro. Vor allem für hoch qualifizierte internationale Kandidaten ist somit eine Aufsichtsratstätigkeit für österreichische Unternehmen finanziell nicht attraktiv.

Das Bild, das der Corporate Governance Report von Heidrick & Struggles für Österreich zeichnet, ist laut Steger an vielen Stellen verbesserungsfähig. Bislang würde das tiefe Bewusstsein fehlen, dass mit einer guten Corporate Governance das Vertrauen der Märkte und damit auch ein Vorteil im Kampf um knappe Ressourcen gewonnen werden könne. Für Steger wäre es deshalb wünschenswert, "wenn uns auf der Basis dieser Analyse eine neue Diskussion über Corporate Governance in Österreich gelingen würde."

Über Heidrick & Struggles

Gegründet 1953, ist Heidrick & Struggles (NASDAQ:HSII) heute eines der weltweit führenden Personalberatungsunternehmen. An 60 Standorten in 30 Ländern unterstützt Heidrick & Struggles seine Klienten bei strategischen Herausforderungen durch nachhaltige Lösungen im Bereich Humankapital. Im Mittelpunkt stehen dabei Unternehmenssituationen, die geprägt sind von Wachstum, Restrukturierung, Übernahmen und Zusammenschlüssen, der Expansion in neue Märkte oder rapidem Wandel der ökonomischen Rahmenbedingungen.

Durch die Expertise bei der Suche wie der Beratung von Top-Führungskräften kann Heidrick & Struggles für seine Klienten maßgeschneiderte Programme realisieren, um unterschiedliche Aufgabenstellungen im Bereich Führung schnell zu bewältigen. Die Berater verfügen weltweit über direkten Kontakt und Zugang zu herausragenden Führungskräften und umfassendem Wissen zum Thema "Leadership".

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