Amon: Bildungsministerin Schmied soll endlich die Schlagzahl der Verhandlungen mit den Betroffenen erhöhen

Abschaffung des berufsbildenden Schulwesens führt an den realen Notwendigkeiten der Wirtschaft vorbei

Wien (OTS) - "Auch wenn Ministerin Schmied krampfhaft versuchte,
es anders darzustellen: Fakt ist, dass es bei ihr System hat, zuerst mit Vorschlägen in die Medien zu gehen, bevor sie mit den Betroffenen das Gespräch sucht. Das war und ist bei der gesamten Diskussion rund um die Erhöhung der Lehrverpflichtung so - auch bei der Frage der Zentralmatura, wo sie auch ohne Einigung mit den Schulpartner an die Öffentlichkeit gegangen ist, legte sie die selbe Vorgehensweise an den Tag. Damit muss Schluss sein", so der stellvertretende Klubobmann und ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon. Wenn sie Kritik an Zurufen von außen übt, habe sie sich eigentlich selbst den besten Rat gegeben.

Schuldig geblieben ist die in die Ministerin zweifellos die Antwort, wo das Einsparungspotential in der Höhe von 380 bis 400 Millionen Euro liegen soll, wenn die Gesamtzahl der Lehrerinnen und Lehrer gleich bleibt. "Man wird das Gefühl nicht los, dass die Ministerin Antworten vorbereitet hatte, die nicht zu den Fragen passen. Eine solche wäre zum Beispiel, wie mehr Betreuung für die Kinder bei gleicher Dauer des Unterrichts, aber gleichzeitiger Unterrichtszeiterhöhung zusammen passen", so Amon. "Jedenfalls hat sie die Katze aus den Sack gelassen in dem sie gesagt hat, dass es doch gar nicht um den Unterricht, sondern um Betreuung geht. Das ist eine völlig neue Facette, die sie wieder einmal über die Medien kommuniziert hat, ohne die Betroffenen einzubinden. Man wird das Gefühl nicht los, dass Ministerin Schmied aus der Diskussion der letzten Wochen nichts gelernt hat", betonte Amon.

"Wir werden die Ministerin gerne in der Frage unterstützen, dass es eine angebotsorientierte Bildungspolitik gibt. Auch muss dort, wo eine Nachfrage besteht, ein Angebot einer entsprechend qualitativen Nachmittagsbetreuung vorhanden sein. Allerdings hat die Ministerin heute erkennen lassen, dass sie nur mehr "eine" Schule haben möchte. Dass die SPÖ seit den 70er-Jahren für eine Gesamtschule eintritt, ist ja bekannt. Dass Ministerin Schmied jetzt aber auch die AHS und die BHS bzw. BMHS abschaffen will, hat sie offenbar direkt von Alfred Gusenbauer abgeschrieben, weil dieser in einem Wahlprogramm bereits vorgeschlagen hatte, die unterschiedlichen Oberstufenformen (BORG, HAK, HTL etc.) zusammenzuführen. Während beispielsweise Finnland die Einführung unterschiedlicher Oberstufenformen - wie etwa von berufsbildenden Schulen - diskutiert, schlägt die Bildungsministerin die Abschaffung von erfolgreichen Schultypen vor", so Amon weiter.

Schuldig geblieben ist die Ministerin auch Antworten im Zusammenhang mit der Neuen Mittelschule. "Klar ist, dass die Neue Mittelschule nicht zuletzt deshalb erfolgreich ist, weil es mehr Geld dafür gibt. Fakt ist aber auch, dass die Ministerin nicht beantworten kann, was "die" Neue Mittelschule jetzt eigentlich wirklich ist. Tatsache ist, dass eine Vielzahl unterschiedlichster Modellversuche, mitunter in einzelnen Bundesländern sogar mehrere unterschiedliche Modelle, gibt", so der ÖVP-Bildungssprecher.

Zur Frage des Ethikunterrichts stellte Amon klar, dass es zwar positiv ist, dass die Ministerin die Enquete zum Ethikunterricht im Parlament unterstützt, gleichzeitig aber vorschlägt, den Ethikunterricht zusätzlich zum Religionsunterricht einführen zu wollen. "Wenn man bisher davon ausgegangen ist, dass ein Ethikunterricht für jene verpflichtend sein soll, die sich entweder vom Religionsunterricht abgemeldet haben oder die ohne Bekenntnis sind, man aber jetzt ein zusätzliches Fach einführen will, würde mich angesichts der von der Ministerin propagierten, angespannten Bugetsituation ein Finanzierungsvorschlag für dieses zusätzliche Unterrichtsfach interessieren", so der ÖVP-Bildungssprecher abschließend.

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