• 22.03.2009, 12:54:59
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Amon: Bildungsministerin Schmied soll endlich die Schlagzahl der Verhandlungen mit den Betroffenen erhöhen

Abschaffung des berufsbildenden Schulwesens führt an den realen Notwendigkeiten der Wirtschaft vorbei

Wien (OTS) - "Auch wenn Ministerin Schmied krampfhaft versuchte,
es anders darzustellen: Fakt ist, dass es bei ihr System hat, zuerst
mit Vorschlägen in die Medien zu gehen, bevor sie mit den Betroffenen
das Gespräch sucht. Das war und ist bei der gesamten Diskussion rund
um die Erhöhung der Lehrverpflichtung so - auch bei der Frage der
Zentralmatura, wo sie auch ohne Einigung mit den Schulpartner an die
Öffentlichkeit gegangen ist, legte sie die selbe Vorgehensweise an
den Tag. Damit muss Schluss sein", so der stellvertretende Klubobmann
und ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon. Wenn sie Kritik an Zurufen von
außen übt, habe sie sich eigentlich selbst den besten Rat gegeben.

Schuldig geblieben ist die in die Ministerin zweifellos die
Antwort, wo das Einsparungspotential in der Höhe von 380 bis 400
Millionen Euro liegen soll, wenn die Gesamtzahl der Lehrerinnen und
Lehrer gleich bleibt. "Man wird das Gefühl nicht los, dass die
Ministerin Antworten vorbereitet hatte, die nicht zu den Fragen
passen. Eine solche wäre zum Beispiel, wie mehr Betreuung für die
Kinder bei gleicher Dauer des Unterrichts, aber gleichzeitiger
Unterrichtszeiterhöhung zusammen passen", so Amon. "Jedenfalls hat
sie die Katze aus den Sack gelassen in dem sie gesagt hat, dass es
doch gar nicht um den Unterricht, sondern um Betreuung geht. Das ist
eine völlig neue Facette, die sie wieder einmal über die Medien
kommuniziert hat, ohne die Betroffenen einzubinden. Man wird das
Gefühl nicht los, dass Ministerin Schmied aus der Diskussion der
letzten Wochen nichts gelernt hat", betonte Amon.

"Wir werden die Ministerin gerne in der Frage unterstützen, dass
es eine angebotsorientierte Bildungspolitik gibt. Auch muss dort, wo
eine Nachfrage besteht, ein Angebot einer entsprechend qualitativen
Nachmittagsbetreuung vorhanden sein. Allerdings hat die Ministerin
heute erkennen lassen, dass sie nur mehr "eine" Schule haben möchte.
Dass die SPÖ seit den 70er-Jahren für eine Gesamtschule eintritt, ist
ja bekannt. Dass Ministerin Schmied jetzt aber auch die AHS und die
BHS bzw. BMHS abschaffen will, hat sie offenbar direkt von Alfred
Gusenbauer abgeschrieben, weil dieser in einem Wahlprogramm bereits
vorgeschlagen hatte, die unterschiedlichen Oberstufenformen (BORG,
HAK, HTL etc.) zusammenzuführen. Während beispielsweise Finnland die
Einführung unterschiedlicher Oberstufenformen - wie etwa von
berufsbildenden Schulen - diskutiert, schlägt die Bildungsministerin
die Abschaffung von erfolgreichen Schultypen vor", so Amon weiter.

Schuldig geblieben ist die Ministerin auch Antworten im
Zusammenhang mit der Neuen Mittelschule. "Klar ist, dass die Neue
Mittelschule nicht zuletzt deshalb erfolgreich ist, weil es mehr Geld
dafür gibt. Fakt ist aber auch, dass die Ministerin nicht beantworten
kann, was "die" Neue Mittelschule jetzt eigentlich wirklich ist.
Tatsache ist, dass eine Vielzahl unterschiedlichster Modellversuche,
mitunter in einzelnen Bundesländern sogar mehrere unterschiedliche
Modelle, gibt", so der ÖVP-Bildungssprecher.

Zur Frage des Ethikunterrichts stellte Amon klar, dass es zwar
positiv ist, dass die Ministerin die Enquete zum Ethikunterricht im
Parlament unterstützt, gleichzeitig aber vorschlägt, den
Ethikunterricht zusätzlich zum Religionsunterricht einführen zu
wollen. "Wenn man bisher davon ausgegangen ist, dass ein
Ethikunterricht für jene verpflichtend sein soll, die sich entweder
vom Religionsunterricht abgemeldet haben oder die ohne Bekenntnis
sind, man aber jetzt ein zusätzliches Fach einführen will, würde mich
angesichts der von der Ministerin propagierten, angespannten
Bugetsituation ein Finanzierungsvorschlag für dieses zusätzliche
Unterrichtsfach interessieren", so der ÖVP-Bildungssprecher
abschließend.

Rückfragehinweis:
01/40141224

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