- 21.03.2009, 17:00:00
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"profil": Zilk spitzelte gegen Bezahlung für CSSR-Geheimdienst
Unter dem Tarnnamen Holec zweieinhalb Jahre lang Informationen geliefert
Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner neuen
Ausgabe berichtet, hat der spätere Bürgermeister von Wien, Helmut
Zilk, zwischen Dezember 1965 und Juni 1968 unter dem Decknamen
"Holec" für den Geheimdienst der Tschechoslowakei Spitzeldienste
geleistet. Er bekam dafür ein Honorar von - nach heutiger Kaufkraft -
rund 30.000 Euro. "profil" veröffentlicht entsprechende, von Zilk
unterschriebene Quittungen. Zusätzlich erhielt Zilk auch Geschenke,
wie etwa einen Luster aus böhmischem Bleikristall. Dem
CSSR-Geheimdienst lieferte Zilk Informationen aus dem inneren Kreis
der SPÖ, zur Außenpolitik der neuen ÖVP-Alleinregierung und zur
österreichischen Haltung in der Frage der Restitution der
Altösterreicher. Auch nachdem er im März 1967 Fernsehdirektor des
neuen ORF geworden war setzte Zilk seine Zusammenarbeit mit dem
Geheimdienst fort.
Nach der Okkupation der Tschechoslowakei durch den Warschauer Pakt
im August 1968 setzten sich alle drei Führungsoffiziere Zilks in den
Westen ab. Die österreichische Staatspolizei wurde vom CIA über die
Spitzeltätigkeit Zilks informiert und vernahm Zilk dazu ein. Der
entsprechende Akt ist nach Auskunft des Innenministeriums gegenüber
"profil" nicht auffindbar.
Rückfragehinweis:
Herbert Lackner: 0699/1551 3515
Christian Rainer: 0664/301 0951
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