- 20.03.2009, 14:43:01
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Weitere Schritte im Kampf gegen Lebensmittel im Müll
PERNKOPF: Wichtig ist Bewusstseinsbildung gegen Verschwendung!

Wien (OTS) - "28.000 Tonnen Lebensmittel wandern pro Jahr in die
Mülltonnen niederösterreichischer Haushalte. Oft sogar
originalverpackt und noch verwendbar! Im nächsten Schritt eines
Pilotprojekts in NÖ Wohnhausanlagen geht es darum, verschiedene
Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen einzusetzen und
ihre Wirksamkeit und Akzeptanz bei der Bevölkerung zu überprüfen",
erklärt Umweltlandesrat Dr. Stephan Pernkopf.
Das Problem ist bekannt, und jeder von uns hat es im Kühlschrank:
Lebensmittel, deren Haltbarkeitszyklen sich nicht an unsere modernen
Lebensgewohnheiten halten! Wohl kaum jemand kauft Lebensmittel mit
dem Vorsatz ein, sie alsbald in den Hausmüll zu werfen. Trotzdem
landen in Niederösterreich täglich Tonnen von Brot, Gemüse, Fleisch-
und Wurstwaren, Fertigprodukten und Naschereien aus Haushalten im
Müll. Ein Pilotprojekt der NÖ Abfallverbände und des Landes zeigt das
Ausmaß der Verschwendung und will Tipps für einen sinnvollen Umgang
mit Lebensmitteln geben.
Pilotprojekt gestartet
Die von acht niederösterreichischen Abfallverbänden vergangenen
Herbst bei Wohnhausanlagen durchgeführten Müllanalysen waren Anlass
zum Handeln: 25 % des Restmüllgewichts der von den Abfallverbänden
untersuchten Großcontainer aus Wohnhausanlagen sind so genannte
"Ernährungsabfälle". Fast die Hälfte davon entfällt auf
originalverpackte Lebensmittel oder solche in angebrochenen
Verpackungen. Den Rest bilden Speisereste und Abfälle aus der
Lebensmittelzubereitung. Auch in den Biotonnen der Wohnhausanlagen
ist noch ein Anteil an vermeidbaren Lebensmittelabfällen von 10 % des
Abfallgewichts zu finden.
Mülltonne statt Sparschwein?
Bewertet man die weggeworfenen Lebensmittel mit aktuellen
Supermarktpreisen, dann ergibt sich ein Wert von durchschnittlich
17,40 Euro und Monat, mit der jeder Haushalt im Monat anstelle seines
Sparschweins seine Mülltonne "füttert". Insgesamt summiert sich das -
alleine in den 14 Pilot-Wohnhausanlagen - auf über 16.000 Euro pro
Monat bzw. 192.000 Euro pro Jahr!
Umfrageergebnisse lassen aufhorchen
Von der Bevölkerung wird das Problem des Wegwerfens von
Lebensmitteln durchaus erkannt und ernst genommen. Das zeigt eine
eben erst abgeschlossene Untersuchung, die vom Institut für
Abfallwirtschaft an der Wiener Universität für Bodenkultur
durchgeführt wurde: "Was Problembewusstsein und die Einstellung der
Befragten betrifft, zeigt sich, dass das Thema 'Lebensmittel im Müll'
bis in die privaten Haushalte vorgedrungen ist. Den Befragten tut es
entweder leid, wenn sie Lebensmittel wegwerfen müssen, oder es stört
sie sogar, egal ist es niemandem", kommentiert DI Dr. Sandra
Lebersorger vom BOKU-Team die Ergebnisse.
Die repräsentative Umfrage in 928 Haushalten beschäftigt sich auch
mit den Gründen, warum Lebensmittel im Haushalt übrig bleiben.
Demnach werden "zu große Packungsgrößen" und die Tatsache, dass
"Kinder nicht aufessen", am relativ häufigsten genannt. Dass "beide
oder mehrere Haushaltsmitglieder einkaufen, ohne sich abzusprechen"
kommt dagegen nur äußerst selten vor. Am Ende wurden die Befragten
gebeten, mögliche Maßnahmen gegen die Lebensmittelflut im
Müllcontainer zu nennen. Hier werden Tipps, mit denen sich die
Genießbarkeit von Lebensmitteln feststellen lässt, und Infos über die
richtige Lagerung favorisiert. Vom Handel wünscht man sich kleinere
Packungsgrößen, und auch das Einkaufen mit Einkaufszettel wird als
sinnvoll bewertet.
Maßnahmen gegen die Verschwendung
RegR Alfred Weidlich, Präsident des NÖ Abfallwirtschaftsvereins,
kündigt die Umsetzung einer Reihe von einer Arbeitsgruppe der NÖ
AbfallberaterInnen entwickelten Maßnahmen in den
Pilot-Wohnhausanlagen von acht Abfallverbänden an: "Wir werden in den
nächsten Monaten intensiv informieren und unterschiedliche Maßnahmen
auf ihre Akzeptanz bei der Bevölkerung testen. Es geht uns darum,
brauchbare Unterstützung für die Haushalte zu liefern, damit weniger
Lebensmittel im Restmüll landen."
An Informationsmedien wird es für die Haushalte in den
Pilot-Wohnhausanlagen neben Ratgebern zum Einkauf und zur Lagerung
von Lebensmitteln Infotafeln für Müllräume geben und Clipboards für
Einkaufszettel. Ebenfalls getestet wird ein spezielles Internet-Tool,
das Rezeptauswahl samt Resteverwertung nach persönlichen Vorlieben
organisiert und dabei gleich einen automatisch generierten
Einkaufszettel erstellt.
Kreative Ideen gesucht
Gesucht wird auch eine neue, besonders kreative Idee zur
Motivation der Bevölkerung von Wohnhausanlagen, sich mit der
Problematik des Wegwerfens von Lebensmitteln zu beschäftigen.
Kreativagenturen, Schulen und Akademien sind von den Abfallverbänden
eingeladen, sich an einem Wettbewerb über "kreative Maßnahmen zur
Vermeidung von Lebensmitteln im Abfall von Wohnhausanlagen in NÖ" zu
beteiligen. Der besten Idee winkt ein Preisgeld von 3.000 Euro.
Zusammenarbeit mit Schulen
Im Pilotprojekt der Abfallverbände arbeitet auch die HLW Türnitz
mit. In der Höheren Lehranstalt und Fachschule für wirtschaftliche
Berufe beschäftigen sich seit Beginn des Schuljahres SchülerInnen und
Lehrpersonen in mehreren Gegenständen intensiv mit dem
abfallwirtschaftlichen Lebensmittelproblem. Bei einer Veranstaltung
in der HLW wurde dieses breite Programm der Öffentlichkeit
vorgestellt.
Infos auf Radio HIT-FM und im Web:
Im Rahmen ihres Projekts haben die SchülerInnen der HLW Türnitz
auch fünf Radiospots gegen die Verschwendung von Lebensmitteln
getextet und gesungen. Diese sind in den nächsten Wochen auf Radio
HIT-FM zu hören.
Weitere Infos zu "Lebensmittel im Abfall" und zu anderen
abfallwirtschaftlichen Themen auf www.abfallverband.at
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .
Rückfragehinweis:
Mag. Christian Beck, NÖ Abfallwirtschaftsverein
3109 St. Pölten, Rennbahnstraße 29b
Tel. +43 (0)2742/23 00 60
E-Mail: [email protected]
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