Neptun-Wasserpreis an HORIZONT3000 Entwicklungshelfer Hans Gnadlinger

´Regenwasser-Papst’ für Integriertes Wassermanagement in Brasilien prämiert

Wien (OTS) - Wien - Entwicklungshelfer und Wasserexperte Hans Gnadlinger nahm gestern im MAK den Neptun-Wasserpreis in der Kategorie WasserWELT für sein Engagement zur Ver-besserung der Trinkwassersituation im Nordosten Brasiliens entgegen. Der für die österreichische Organisation für Entwicklungszusammenarbeit HORIZONT3000 tätige Oberösterreicher konzipierte ein umfassendes politisches Programms zur Regenwassernutzung. Persönlich freut es mich sehr, dass unsere Arbeit vielen Menschen in dieser dürregeplagten Region eine Lebensperspektive geben konnte. Dieser Preis gebührt all jenen, die am Gelingen der Projekte beteiligt waren, bedankte sich Gnadlinger.

Ein Ergebnis der Arbeit des Regenwasser-Papstes Gnadlinger ist das Programm ´1 Million Zisternen’, das sich zum Ziel gesetzt hat, fünf Millionen Menschen bis zum Jahr 2015 mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. 230.000 Zisternen wurden bereits gebaut. Brasilien zählt zu den wasserreichsten Ländern der Erde, doch der Zugang zu dieser Ressource ist extrem ungleich verteilt. Das Trockengebiet des Semiarido im Nordosten Brasiliens verfügt lediglich über drei Prozent des Süßwasservorkommens, unregelmäßig auftretende Dürreperioden machten die Region zum klassischen Auswanderungsgebiet.

Hans Gnadlinger verfolgt mit seinem Ansatz des integrierten Wassermanagements die Nutzung aller verfügbarer Wasserquellen wie Grundwasser, Oberflächengewässer, Bodenfeuchte und Regenwasser. Convivênca Leben im Einklang - ist der Leitsatz seiner Arbeit bei der brasilianischen Organisation für angepasste Kleinbauernlandwirtschaft IRPAA. Im Einklang mit dem Semiarido zu leben, heißt nicht, ihn zu bekämpfen, sondern auf die diesem Gebiet eigenen Erfordernisse einzugehen, erklärt Gnadlinger.

Die bereits ausgereiften Erkenntnisse der Regenwassernutzung werden nun auch im landwirtschaftlichen Bereich angewendet. 1 Stück Land und 2 Arten Wasser’ lautet der Titel des Programms, das für jede bäuerliche Familie ein Stück Land zum eigenen Nahrungsmittelanbau vorsieht. In der Wasservorsorge werden Trinkwasser und der Bedarf für die landwirtschaftliche Produktion berücksichtigt. Dabei kommen spezielle wassersparende landwirtschaftliche Techniken, aber auch Unterbodenstaudämme und Straßenentwässerungssysteme zum Einsatz. Man darf keine Möglichkeit ungenutzt lassen, schildert Gnadlinger.

Der studierte Theologe und Umweltmanager Gnadlinger ist überzeugt, dass gerade das langfristige Engagement von HORIZONT3000 und IRPAA in der Region zum Erfolg führte. Entwicklungen brauchen ihre Zeit, man arbeitet auch mit ganz anderen klimatischen Gegebenheiten. Die Trockenperioden sind mehrjährig und unvorhersehbar. Ein Kaktus in diesem Gebiet kann Wasser für mehrere Jahre speichern. Genauso müssen es auch die Menschen dort machen, um überleben zu können.

Hans Gnadlinger ist heute und morgen als Referent beim 5. Weltwasserforum in Istanbul vertreten. Er spricht über Regenwassernutzung im integrierten Wassermanagement’ und hält einen Vortrag zu NGOs and Government Partnership in Wasserprojekten’.

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