AIDS: "Dem Papst..." (4)

Afrikanische Bischöfe auf Seiten des Papstes

Während in politischen und medialen Kreisen des Westens die Empörung über die Äußerungen Benedikts XVI. über AIDS und Kondomgebrauch hochgeht, sind führende afrikanische Kirchenvertreter an die Seite des Papstes getreten. "Ich appelliere an die Leute im Westen, uns Afrikanern nicht ihre einseitige Sichtweise aufzudrängen", sagte der Erzbischof von Dakar, Kardinal Theodore-Adrien Sarr, im Gespräch mit französischsprachigen Medien. Die Förderung von Werten wie Treue und Enthaltsamkeit - die in der afrikanischen Kultur durchaus vorhanden seien - könne einen entscheidenden Beitrag zur AIDS-Prävention leisten. Er verwahre sich entschieden dagegen, dass man der Kirche in Afrika verwehren wolle, diese Werte zu predigen.

In ähnlichem Sinn äußerte sich der Erzbischof von Gitega in der ostafrikanischen Republik Burundi, Simon Ntamwana. Im Westen gebe es einen offenbar unüberwindlichen Drang zum sexuellen Hedonismus. Wörtlich sagte der Erzbischof: "Es ist nicht das Präservativ, das zu einer Verringerung der Zahl der AIDS-Infektionen beiträgt, sondern die Haltungsänderung der Menschen". Der sicherste Weg, um gegen die AIDS-Epidemie anzukämpfen, sei die entschlossene Willensentscheidung.

Der Erzbischof der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa, Laurent Monsengwo Pasinya, betonte, er teile die Auffassung des Papstes, dass die Anwendung des Präservativs das Problem verstärke, weil es "eine falsche Sicherheit vorgaukelt". Das beginne schon damit, dass Kondome von "schlechter Qualität" sein können. (forts mgl)
K200902748
nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0008