• 18.03.2009, 18:00:01
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AIDS und Kondome: Was der Papst wirklich sagte

Wörtlicher Mitschnitt der Äußerungen Benedikts XVI. bei der "fliegenden Pressekonferenz"

Vatikanstadt, 18.3.09 (KAP) Das vatikanische Presseamt hat am
Mittwoch einen wörtlichen Mitschnitt der Äußerungen von Papst
Benedikt XVI. während seines Fluges nach Kamerun veröffentlicht.
"Kathpress" dokumentiert die von dem französischen
Fernseh-Journalisten Philippe Visseyrias (France 2) gestellte Frage
und die vieldiskutierten Sätze des Papstes zur AIDS-Problematik:

Visseyrias: Heiligkeit, unter den vielen Übeln, die Afrika
heimsuchen, steht besonders die Verbreitung von AIDS. Die Haltung der
katholischen Kirche zur Art und Weise, wie das zu bekämpfen sei, wird
oft als unrealistisch und wirkungslos betrachtet. Werden Sie dieses
Thema während der Reise ansprechen?

Benedikt XVI.: Ich möchte das Gegenteil behaupten: Ich glaube, dass
die wirksamste und im Kampf gegen AIDS präsenteste Organisation eben
diese katholische Kirche mit ihren Bewegungen und unterschiedlichen
Strukturen ist. Ich denke an die Gemeinschaft Sant'Egidio, die im
Kampf gegen AIDS so viel im Sichtbaren und im Verborgenen tut, ich
denke an die Kamillianer und all die Ordensschwestern, die den
Kranken dienen (...) Ich würde sagen, das Problem AIDS kann man nicht
bloß mit Werbeslogans überwinden. Wenn die Seele fehlt, wenn die
Afrikaner sich nicht selbst helfen, kann diese Geißel nicht mit der
Verteilung von Kondomen beseitigt werden: Im Gegenteil, es besteht
das Risiko, das Problem zu vergrößern.

Die Lösung kann nur mit einem doppelten Engagement gefunden werden:
Das erste ist eine Humanisierung der Sexualität, das heißt eine
geistige und menschliche Erneuerung, die eine neue Art des Umgangs
miteinander bringt. Und das zweite eine wahre Freundschaft auch und
vor allem mit den Leidenden, die Bereitschaft, bei ihnen zu sein,
auch mit Opfern und persönlichem Verzicht. Dies sind die Faktoren,
die helfen und die auch zu sichtbaren Fortschritten führen. Deshalb
möchte ich sagen, es geht um diese unsere doppelte Anstrengung, den
Menschen innerlich zu erneuern, ihm geistige und menschliche Kraft
für ein Verhalten zu geben, das dem eigenen Körper und dem des
anderen gerecht wird, um diese Fähigkeit, mit den Leidenden zu
leiden, da zu bleiben in den Prüfungen des Lebens. Mir scheint, dass
dies die rechte Antwort ist und dass die Kirche dies tut und damit
einen sehr großen und wichtigen Beitrag leistet. Danken wir all
jenen, die das tun. (ende)
K200902730
nnnn

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