Villazón: Über die neue CD, sein Faible für Barock und die Pläne in Wien

Wien (OTS) - Rolando Villazón ist nach erkältungsbedingter Absage in Paris wieder in großer Form und wurde dort vier Mal als Massenets "Werther" bejubelt: "Mir geht es sehr gut, vielen Dank", sagt er im Exklusivinterview für die morgen erscheinende NEWS-Ausgabe. "Ich hatte eine hartnäckige Erkältung und konnte die Premiere leider nicht singen, aber mittlerweile hab ich mich wieder erholt und bereits vier Vorstellungen gesungen."

Nun will er sein Repertoire in Richtung Barock erweitern. Eine eben erschienene CD mit Händel-Arien hat ihm Lust auf Neuland gemacht. Villazón im Exklusiv-Interview für die morgen erscheinende NEWS-Ausgabe: "Ich möchte diese Musik in mein Repertoire aufnehmen, aber das heißt nicht, dass ich komplett dahin gehe. Man kann doch auch mehrere Schriftsteller lesen, warum soll man nicht auch mehrere Komponisten singen können. Man muss nur der Stimme genug Zeit geben, sich von einem Repertoire aufs andere umzustellen. Ich fühle mich in der Musik sehr wohl. Aber das war nicht von Anfang an so. Ich arbeitete sechs Monate daran, bis ich ganz mit dieser Musik verschmelzen konnte. Man muss dabei selbst zum Instrument werden (...) Natürlich ist sie auch ein gutes Training für die Technik. Denn in meinem Kernrepertoire, der Musik des 19. Jahrhunderts, kommt es primär darauf an, dass man die Stimme dafür hat. Bei Händel und dem Barock braucht man an erster Stelle eine gute Technik. Diese Musik ist wie ein Fluss. Aber man segelt nicht daraufhin, sondern wird selbst Teil dieses Flusses."

Vor puristischen Einwänden bangt er nicht: "Was meinen Händel betrifft, bin ich mir sicher, dass sie manche Puristen vielleicht nicht so schätzen. Aber ich habe schon sehr gutes Feedback von Experten und das ist mir sehr wichtig. Wenn mir Kollegen wie die Musiker vom Gabrieli Consort Komplimente machen, so macht mich das sehr stolz. Dieser Händel kommt vom Herzen. Ich habe mit dieser CD genau das gemacht, was ich schon immer wollte. Und ich versuche hier nicht wie jemand anderer zu singen. Ich sang diese Arien als Rolando Villazón."

In der 2010 beginnenden neuen Staatsopern-Ära Dominique Meyers wird er verstärkt in Wien auftreten: "Ich werde zu Beginn seiner Amtszeit die "Bohème" singen. Es wird toll, wenn er kommt. Er ist großartig. Ich möchte meine wunderbare Beziehung mit der Wiener Staatsoper fortsetzen. Und ich hoffe, es wird viele Projekte geben."

Und allgemein zur Zukunft: "Ich treffe jetzt klare Entscheidungen. Ich habe zehn Jahre Karriere hinter mir. Die ersten acht, neun Jahre war ich zwar keine Marionette, aber ich reagierte nur. Dann kam das Jahr des Wandels. Jetzt organisiere ich mich und meinen Kalender neu. Ich mache jetzt nur noch Dinge, die gut für mich und meine Familie sind und für meine Stimme."

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