e-Medikation für Ärzte Top-Thema

Dorner: "Medikation auf elektronischem Weg wird neu aufgesetzt" - Hauptverband und Ärzte bei e-Medikation in einem Boot

Wien (OTS) - Die e-Medikation unter Verwendung bestehender elektronischer Infrastruktur ist derzeit ein wesentliches Thema der Ärzteschaft. Interne Arbeitsgruppen der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) befassten sich in den vergangenen Monaten mit Lösungsvorschlägen zur Erhöhung der Transparenz und der Sicherheit auf dem Medikamentensektor. Zur Datenübermittlung sollte laut Ansicht der ÖÄK-Experten vor allem das vorhandene e-Card-Netz herangezogen werden, da dies eine plausible und kostengünstige Variante sei. Die Überlegungen der Ärztekammer sollen dem Hauptverband, der nach jüngstem Beschluss der Bundesgesundheitskommission die Federführung für die e-Medikation unter Einbindung aller Systempartner hat, in Kürze bei einem gemeinsamen Termin unterbreitet werden.

"Wichtig ist aus Sicht der Ärzteschaft, dass die Welt beim Thema e-Medikation nicht neu erfunden werden muss. Die Ärzte verfügen bereits über elektronische Datenübertragungsstrukturen, die auch für die e-Medikation genützt werden können. Außerdem gibt es die e-Card, die als Schlüsselkarte Verwendung findet", erklärte ÖÄK-Präsident Walter Dorner in einer Aussendung am Montag. Für den Ärztepräsidenten ist der Beschluss der Gesundheitskommission pragmatisch, das Projekt in die Hände des Hauptverbandes und der Systempartner zu legen. Denn es sei naheliegend, dass für die e-Medikation keine Zusatz- oder Parallelstrukturen geschaffen würden. Die Ärztekammer empfehle daher, sich jener elektronischen Verbindungen zu bedienen, die in den Ordinationen und Spitälern schon vorhanden seien. Alles andere würde das System mit hohen Kosten überfrachten.

Hinsichtlich des elektronischen Gesundheitsaktes (ELGA), als deren "erste Kernanwendung" die e-Medikation zuletzt beschrieben wurde, wünscht sich Dorner noch die Klärung einiger offenen Fragen. So sei grundsätzlich die Berechtigungsfrage noch ungeklärt. Es stehe noch nicht fest, welcher Personenkreis zu welchen Daten Zugang erhalte und wer welche Daten abrufen dürfe. Aber auch bei Datenschutz und Datensicherheit seien bisher noch keine konkreten Vorhaben und Absicherungsmodelle bekannt, die das System vor Angriffen schützen und den "gläsernen Patienten" verhinderten. "Außerdem wäre es wirklich gut, eine konkrete und realistische Kosten-Nutzen-Schätzung auf dem Tisch zu haben. Die vorliegenden Informationen haben hier bislang keine langfristige Klärung gebracht", schließt Dorner. (bm)

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