- 16.03.2009, 12:18:16
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e-Medikation für Ärzte Top-Thema
Dorner: "Medikation auf elektronischem Weg wird neu aufgesetzt" - Hauptverband und Ärzte bei e-Medikation in einem Boot
Wien (OTS) - Die e-Medikation unter Verwendung bestehender
elektronischer Infrastruktur ist derzeit ein wesentliches Thema der
Ärzteschaft. Interne Arbeitsgruppen der Österreichischen Ärztekammer
(ÖÄK) befassten sich in den vergangenen Monaten mit
Lösungsvorschlägen zur Erhöhung der Transparenz und der Sicherheit
auf dem Medikamentensektor. Zur Datenübermittlung sollte laut Ansicht
der ÖÄK-Experten vor allem das vorhandene e-Card-Netz herangezogen
werden, da dies eine plausible und kostengünstige Variante sei. Die
Überlegungen der Ärztekammer sollen dem Hauptverband, der nach
jüngstem Beschluss der Bundesgesundheitskommission die Federführung
für die e-Medikation unter Einbindung aller Systempartner hat, in
Kürze bei einem gemeinsamen Termin unterbreitet werden.
"Wichtig ist aus Sicht der Ärzteschaft, dass die Welt beim Thema
e-Medikation nicht neu erfunden werden muss. Die Ärzte verfügen
bereits über elektronische Datenübertragungsstrukturen, die auch für
die e-Medikation genützt werden können. Außerdem gibt es die e-Card,
die als Schlüsselkarte Verwendung findet", erklärte ÖÄK-Präsident
Walter Dorner in einer Aussendung am Montag. Für den Ärztepräsidenten
ist der Beschluss der Gesundheitskommission pragmatisch, das Projekt
in die Hände des Hauptverbandes und der Systempartner zu legen. Denn
es sei naheliegend, dass für die e-Medikation keine Zusatz- oder
Parallelstrukturen geschaffen würden. Die Ärztekammer empfehle daher,
sich jener elektronischen Verbindungen zu bedienen, die in den
Ordinationen und Spitälern schon vorhanden seien. Alles andere würde
das System mit hohen Kosten überfrachten.
Hinsichtlich des elektronischen Gesundheitsaktes (ELGA), als deren
"erste Kernanwendung" die e-Medikation zuletzt beschrieben wurde,
wünscht sich Dorner noch die Klärung einiger offenen Fragen. So sei
grundsätzlich die Berechtigungsfrage noch ungeklärt. Es stehe noch
nicht fest, welcher Personenkreis zu welchen Daten Zugang erhalte
und wer welche Daten abrufen dürfe. Aber auch bei Datenschutz und
Datensicherheit seien bisher noch keine konkreten Vorhaben und
Absicherungsmodelle bekannt, die das System vor Angriffen schützen
und den "gläsernen Patienten" verhinderten. "Außerdem wäre es
wirklich gut, eine konkrete und realistische Kosten-Nutzen-Schätzung
auf dem Tisch zu haben. Die vorliegenden Informationen haben hier
bislang keine langfristige Klärung gebracht", schließt Dorner. (bm)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Dipl.-Journ. Birgit Merz
Tel.: (++43-1) 513 18 33-45
Email: b.merz@aerztekammer.at
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