Post-Gewerkschaft und Postbus-Betriebsrat starten Aktion "Rettet den Postbus!"

Schließung der Postbus-Werkstätte Startschuss für Zerschlagung der gesamten Postbus GmbH

Wien (OTS) - "Die vom ÖBB-Management geplante Schließung der Postbus-Werkstätte in Wien-Erdberg ist der Startschuss für die Zerschlagung der gesamten Postbus GmbH. Darum muss das Aus für die Werkstätten verhindert werden. Für die 180 Beschäftigten in der Werkstätte in Erdberg, für die fast 4.000 Beschäftigten in der gesamten Postbus GmbH und für alle Österreicherinnen und Österreicher, die ihren Postbus brauchen", erklärten Post-Gewerkschaftschef Gerhard Fritz und Postbus-Zentralbetriebsratsvorsitzender Robert Wurm am Montag in einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Der ÖBB-Aufsichtsrat solle zur "wirtschaftlichen und menschlichen Vernunft" kommen und die morgige Aufsichtsratssitzung, bei der die Schließung beschlossen werden soll, absagen. Mit der Aktion "Rettet den Postbus!", die am Dienstag mit einer Kundgebung startet, setzen Gewerkschaft und Betriebsrat ein deutliches Zeichen gegen die ÖBB-Pläne für eine Zerschlagung der Postbusse. Sollte das Management die Schließung der Werkstätte morgen dennoch beschließen, werde man weiter Maßnahmen ergreifen. "Angesichts des betriebswirtschaftlichen Schadens, den das Management damit anrichten würde, sehen wir uns zu einer Sachverhaltsdarstellung an den Rechnungshof und an die Staatsanwaltschaft gezwungen", so Wurm.

Gerade in Krisenzeiten müsse das oberste Ziel die Sicherung von Arbeitsplätzen sein. Was das ÖBB-Management hier aber betreibe, sei "die mutwillige Vernichtung" von Arbeitsplätzen, so Fritz. Es gibt überhaupt keinen Grund, die Werkstätte zu schließen. Nach einer Expertise der Arbeiterkammer brächte eine Stilllegung einen wirtschaftlichen Nachteil von 5,9 Millionen Euro. Werkstättenleistungen müssten von außen zugekauft werden, zusätzlich würde der Postbus externe Umsätze mit Tankstellengeschäft und Reparaturarbeiten für externe Kunden verlieren.

Es könne nicht sein, dass Manager fürs Ruinieren von Unternehmen Verschrottungsprämien kassieren. "Die Schließung der Werkstätte ist ein grober wirtschaftlicher Unfug. Das ÖBB-Management soll einmal über den Tellerrand blicken. Damit nicht wieder die Mitarbeiter die Suppe auslöffeln müssen, die die Manager ihnen einbrocken", so Fritz.

Erklärbar sind die Schließungspläne für die Personalvertretung einzig und allein dadurch, dass hinter der Schließung der letzen Postbus-Werkstätte im Großraum Wien ein noch viel umfassenderer Plan steckt: die komplette Zerschlagung der ÖBB Postbus GmbH. Immobilien sollen abgetrennt werden, damit das Herzstück, die attraktiven Linienkonzessionen, getrennt an private Busunternehmen verkauft werden können. Damit wäre die sinnlose Privatisierung des Busverkehrs in Österreich zum Schaden von Pendlern, Schülern und Pensionisten perfekt.

"Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz. In der Werkstätte Erdberg und in der gesamten Postbus GmbH. Wir wollen den Postbus retten! Beschäftigte sind keine Verschiebemasse für Manager", stellte Zentralbetriebsratsvorsitzender Wurm klar. Der Plan der ÖBB-Manager, mit neuerlichen Grundstückdeals Spekulationsgeschäfte zu kompensieren und die desaströse-ÖBB-Bilanz zu frisieren, dürfe nicht aufgehen.

Für morgen, Dienstag, 9 Uhr, kündigte Wurm die Aktionsveranstaltung "Rettet den Postbus!" an, an der neben vielen anderen AK-Präsident Herbert Tumpel und ÖGB-Vizepräsidentin Roswitha Bachner gegen eine Zerschlagung der Postbusse auftreten werden.

Rückfragen & Kontakt:

Robert Wurm ZBR ÖBB-Postbus GmbH und der
Österreichischen Postbus AG
Wagramer Str. 17-19, 1220 Wien
Tel.: 0664-6243900

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BTT0002