Hundstorfer: Sozialleistungen senken Armutsgefährdungsrisiko - Arbeitslosigkeit wesentliche Ursache für Armutsgefährdung

EU-SILC-Daten aus 2007 zu Einkommen und Lebensbedingungen liegen vor

Wien (BMASK) - Deutlich über 70 Milliarden Euro werden heuer an Sozialleistungen in Österreich ausbezahlt. Ohne diese Leistungen würde die Armutsgefährdung mehr als dreimal so hoch sein, als sie es jetzt tatsächlich ist", sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer Montag nach Veröffentlichung der EU-SILC-Daten für das Jahr 2007. Dass rund eine Million Menschen in Österreich von Armut gefährdet sind, sei für die Politik die Aufforderung noch mehr zu unternehmen, um das Risiko, arm zu werden, zu verringern. "Erwerbstätigkeit reduziert bei Personen im erwerbsfähigen Alter das Armutsgefährdungsrisiko von 19 auf 6 Prozent. Die wichtigste Maßnahme um Armut zu verhindern, ist daher ein Arbeitsplatz mit einer adäquaten Entlohnung", unterstrich Hundstorfer. ****

Das Ausmaß der Arbeitslosigkeit ist neben der Höhe und Verteilung von Einkommen und Sozialleistungen, dem Bildungs- und Ausbildungsstand sowie den Personen- und Haushaltsmerkmalen wie Behinderung und Migrationshintergrund ein wesentlicher Faktor für die Armutsgefährdung. "Ein Arbeitsplatz mit adäquater Entlohnung, sowie Aus- und Weiterbildung sind als die wichtigsten Schlüssel im Kampf gegen die Armut anzusehen. Mit der Möglichkeit zur Kurzarbeit, die zukünftig auch mit Qualifizierungsmaßnahmen verbunden werden wird, können in Zeiten dieser weltweiten Wirtschaftskrise viele Arbeitsplätze erhalten werden", sagte der Sozialminister. Im April wird die Zahl der KurzarbeiterInnen in Österreich auf bis zu 60.000 ansteigen.

"Die Arbeitsmarktmilliarde wird in zielgerichtete Weiterbildungsprogramme fließen und auch das Jugendbeschäftigungspaket mit der für Herbst 2009 beschlossenen Ausbildungsgarantie wird weitergeführt, um jedem Jugendlichen in unserem Land eine faire Chance auf Ausbildung und soziale Sicherheit zu geben", erläuterte Hundstorfer. Es sind 123 Millionen Euro für die überbetriebliche Ausbildung von 12.000 Jugendlichen vorgesehen. Insgesamt werden mehr als 500 Millionen Euro für die Jugendbeschäftigung ausgegeben, so der Minister.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Umsetzung der bedarfsorientierten Mindestsicherung (BMS). "Das Einführungsdatum der BMS wird sich jetzt zwar etwas verzögern, da man die praktischen Umsetzungsprobleme unterschätzt hat. Sie wird aber sicher kommen und wir arbeiten mit Hochdruck daran, um diese Mindeststandards bundesweit einzuführen. Mit der BMS wird ein wesentlicher Punkt gesetzt werden, um die Gefahr des Abrutschens in die Armut erheblich zu verringern", betonte der Sozialminister. Auch das Familienpaket und die Entlastungen durch die Steuerreform werden zukünftig dazu beitragen, das Armutsgefährdungsrisiko zu senken und die Teilhabechancen aller Menschen am gesellschaftlichen Leben zu sichern", bekräftigte Sozialminister Hundstorfer

Ztl: "Umverteilungsdiskussion" muss geführt werden

Hundstorfer weist in diesem Zusammenhang auf eine in absehbarer Zeit zu führende "Umverteilungsdiskussion" in Österreich hin. "Über Vermögensbesteuerung und über alternative Formen der Finanzierung der sozialen Sicherheit muss in Hinblick auf die wirtschaftliche Lage nach der Krise bald diskutiert werden", so der Sozialminister abschließend. (Schluss)

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