- 13.03.2009, 16:05:00
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"KURIER"-Kommentar von Magdalena Rauscher-Weber: "Die Glaubwürdigkeit"
Eine lebendige Kirche muss sich auch dem Thema Zölibat stellen.
Wien (OTS) - Was in den letzten Wochen in der katholischen Kirche
in Österreich passiert ist, ist einzigartig. Noch nie gab es einen
derart massiven Widerstand gegen eine Entscheidung des Vatikans (vor
allem vom Klerus). Und noch nie wurde ein vom Papst ernannter Bischof
doch nicht geweiht. Das war ein starkes Zeichen von lebendiger,
irgendwie auch moderner Kirche.
Beim aktuellen Thema Zölibat ist keine rasche Lösung
erwartbar. Die österreichischen Bischöfe dürfen, auch wenn sie es
noch so wollten, keine verheirateten Priester erlauben. Das ist Sache
des Papstes. Sie könnten aber deutlich machen, dass sie die Sorgen
der Katholiken wegen des Priestermangels ernst nehmen. Und sie
könnten Verständnis zeigen für die vielen Priester, die mit der
zölibatären Lebensform nicht zurechtkommen.
Dass der Ungenacher Pfarrer Josef Friedl mit einer Frau
zusammenlebt, war zumindest in seiner Umgebung seit Langem bekannt.
Das kann wohl auch der Kirchenführung in der Diözese Linz nicht
entgangen sein. Jetzt, nachdem er sich öffentlich zu seiner
Lebensgefährtin bekannt hat, droht ihm der Amtsentzug. So etwas macht
die Kirche unglaubwürdig, sagt dazu die Laieninitiative. Man könnte
wohl auch von Doppelmoral sprechen. Das passt nicht zu einer
lebendigen, modernen Kirche.
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