- 13.03.2009, 09:41:34
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Mikrokredite trotzen der Finanzkrise!
Während die Kapitalmärkte weltweit vor allem Grund zur Sorge geben, geben Mikrokredite Grund zur Hoffnung
Wien (OTS) - Im Gegensatz zu den meisten Finanzinstitutionen, die
auf ein schlechtes Jahr zurückblicken müssen, kann sich die
internationale Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit über ein sehr
erfolgreiches Jahr 2008 freuen. Das Kreditvolumen konnte um 32% auf
365 Mio. Euro gesteigert werden. Die Bilanzsumme stieg um 15% auf 449
Mio. Euro an. Ungeachtet der allgemeinen Wertverluste blieb der
finanzielle Wert der Oikocredit Geldanlagen vollständig erhalten. Und
der soziale Wert von Oikocredit, das entscheidende Merkmal dieser
Geldanlage, konnte stark ausgebaut werden. 2008 hat Oikocredit
gemeinsam mit seinen PartnerInnen 15 Millionen Menschen weltweit
erreicht.
Menschen in den Armutsgebieten der Welt sind zuverlässige
KreditnehmerInnen - auch in Zeiten der Finanzkrise! Während die
Kapitalmärkte weltweit vor allem Grund zur Sorge geben, geben
Mikrokredite Grund zur Hoffnung!
Verkehrte Welt?
Was auf den ersten Blick verkehrt aussieht, entpuppt sich bei näherer
Betrachtung als ganz logisch. Denn während viele Kapitalanlagen auf
Phantasiewerten aufbauen, die sich immer weiter weg von der realen
Wirtschaftssituation entfernen, sind Mikrokredite genau das Gegenteil
davon. Ein Mikrokredit bedeutet Geld zu haben, für eine Kuh, einen
Marktstand oder eine Nähmaschine. Und das bedeutet den Beginn eines
kleinen Wirtschaftskreislaufes der Menschen aus der Armut führt. Denn
wer eine Kuh hat, kann Milch verkaufen und mit dem Zusatzeinkommen
auch den Kredit zurückzahlen. Ebenso wie eine Nähmaschine am Beginn
eines Tätigkeit als SchneiderIn steht, oder ein Marktstand am Beginn
eines GemüsehändlerInnendaseins.
"Mikrokredite sind Realwirtschaft pur und zwar die schönste Form
der Realwirtschaft. Nämlich ein Beispiel für eine solidarische
Ökonomie, statt egozentrischer rücksichtsloser Renditeoptimierung",
sagt Peter Püspök, Vorstandsvorsitzender von Oikocredit Österreich.
Der Erfolg von Mikrokreditprojekten ist maßgeblich von der
Erfahrung abhängig. Die finanzielle Abwicklung der Transaktionen ist
vergleichsweise einfach, doch die Auswahl, Beratung und Begleitung
der ProjektpartnerInnen vor Ort und die Intention der Zusammenarbeit,
die über die monetäre Sichtweise hinausgeht, macht den Unterschied
zwischen klassischen Mikrokreditfonds und Oikocredit aus.
Die gemeinnützige Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit ist eine
Pionierin der Mikrokreditbewegung, die seit 34 Jahren als Mikro- und
Projektkreditgeberin in den Armutsgebieten der Welt tätig ist.
Erfahrung, die sich wirtschaftlich und sozial auswirkt:
"2008 ist das Portfolio at risk auf 1,5% gesunken. Ein neuer
historischer Tiefststand in der Geschichte von Oikocredit und ein
großer wirtschaftlicher Erfolg unserer Arbeit. Aktuelle
wissenschaftliche Untersuchungen auf den Philippinen belegen auch die
soziale Wirkung. 93% der befragten KreditnehmerInnen gaben an, dass
sich ihre Lebensbedingungen maßgeblich verbessert haben", erläutert
Ben Simmes von Oikocredit International.
Auf diese Erfahrung baut auch die Caritas, die die Arbeit von
Oikocredit unterstützt. Caritasdirektor Michael Landau bestätigt:
"Wir sehen bei unserer internationalen Arbeit, dass Mikrokredite
Menschen völlig neue Perspektiven eröffnen können. Mikrokredite
schaffen nachhaltige Chancen für Menschen, die sonst in ihren
Heimatorten kaum eine Möglichkeit sehen, zu überleben und ihre Kinder
zu ernähren. Ein verhältnismäßig kleiner Aufwand mit großer Wirkung.
Jeder in die Entwicklungshilfe und Armutsprävention investierte Euro
hilft unmittelbar den Menschen."
ExpertInnen schätzen, dass durch die Vergabe von Mikrokrediten bis
zu 1 Milliarde Menschen den Sprung aus der Armut schaffen könnten.
Woran es derzeit mangelt sind die verfügbaren Kreditmittel und
vielfach auch die Strukturen abseits der Städte.
"Bereits mit einer Geldanlage von nur 200 Euro kann jeder Mensch
einen wirkungsvollen Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten.
Mikrokredite via Oikocredit zu vergeben, ist so einfach wie bis 3 zu
zählen", sagt Peter Püspök abschließend und lädt alle Interessierte
ein, sich über Oikocredit im Internet unter www.oikocreditaustria.at
zu informieren.
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Oikocredit ist eine - nicht auf Gewinn ausgerichtete - internationale
Kreditgenossenschaft, die Kapital für Mikrokredite und
Projektfinanzierungen aufbringt, um benachteiligten Menschen zu
helfen, mit einem "Oiko"- Kredit den Sprung aus der Armut zu
schaffen.
Mit einer Geldanlage ab 200Euro kann man Oikocredit unterstützen.
Dabei handelt es sich um
- eine Geldanlage - keine Spende! - die man jederzeit wieder
zurückfordern kann,
- bei der soziale Entwicklung statt Ertrag im Vordergrund steht
(Der Ertrag der Oikocredit Geldanlage ist mit maximal 2% beschränkt)
- und bei der Sicherheit höchste Priorität hat.
Nähere Informationen unter www.oikocreditaustria.at
Rückfragehinweis:
Leon Lenhart Oikocredit Austria - Kommunikation Tel: 0664/ 9180130 E-Mail: leon.lenhart@oikocreditaustria.at Mag.(FH) Klaus Schwertner Pressesprecher Caritas der Erzdiözese Wien Tel.: +43 (0)1/878 12-221, Mobil: +43 (0)664/848 26 18 mailto:klaus.schwertner@caritas-wien.at www.caritas-wien.at
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