• 12.03.2009, 14:08:47
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Papst betont Bedeutung des jüdisch-christlichen Dialogs

Treffen mit Delegation des israelischen Großrabbinats im Vatikan

Vatikanstadt, 12.3.09 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat bei einem Treffen
mit israelischen Rabbinern im Vatikan die Bedeutung des
christlich-jüdischen Dialogs betont. "Weil wir ein reiches
gemeinsames geistliches Erbe anerkennen", sei ein Dialog auf Basis
von gegenseitigem Verständnis und Respekt nötig und möglich, sagte
der Papst. Dabei bekannte er sich nachdrücklich zu den Forderungen
des Konzils-Dokuments "Nostra aetate" von 1965. Er setze sich weiter
und immer neu für die Förderung der dort dargelegten Vision für
kommende Generationen ein.

Der Oberrabbiner von Haifa, Shear-Yashuv Cohen, nannte die Begegnung
einen "positiven Wendepunkt". Der Heilige Stuhl habe die Erneuerung
des Dialogs durch seine "klaren und unmissverständlichen
Stellungnahmen" zur Holocaust-Leugnung möglich gemacht, sagte der
Leiter der jüdischen Delegation. Zugleich lobte Cohen den Vatikan für
die Klarstellung, dass die Katholiken zur Fortsetzung der Linie des
Zweiten Vatikanischen Konzils verpflichtet seien, das die Juden als
Volk des Gottesbundes und als "ältere Brüder" der Christen anerkenne.

Benedikt XVI. betonte, in den vergangen Jahren des bilateralen
Gesprächs sei die Freundschaft zwischen dem israelischen Großrabbinat
und der vatikanischen Kommission für die religiösen Beziehungen zum
Judentum gewachsen. Man habe über Themen sprechen können, die für die
christliche und jüdische Tradition gleichermaßen wichtig seien, sagte
der Papst. In der Zusammenarbeit sei man sich der gemeinsamen Werte,
die an der Basis beider Religionen stehen, stärker bewusst geworden.

Zugleich erinnerte Benedikt XVI. an den Ursprung der Beziehungen
zwischen Großrabbinat und vatikanischer Kommission. Dieser
kontinuierliche Austausch gehe auf die Heilig-Land-Reise seines
Vorgängers Johannes Paul II. im Jahr 2000 zurück.

Benedikt XVI. verwies auf Themen vergangener Dialogrunden wie Familie
oder Religionsfreiheit. In gemeinsamen Erklärungen dazu habe man die
Sichtweisen hervorgehoben, die tief in den jeweiligen religiösen
Überzeugungen wurzeln, aber auch gleichzeitig Unterschiede im
Verständnis anerkannt. Die Kirche wisse, dass die Anfänge ihres
Glaubens in Gottes Handeln am jüdischen Volk liegen. Benedikt XVI.
sprach von einer "einzigartigen Beziehung". Christen sähen "mit
Freude", dass ihre Wurzeln in derselben Offenbarung liegen, aus der
sich die Glaubenserfahrung des jüdischen Volkes nähre.

Mit Blick auf seine bevorstehende Reise ins Heilige Land sagte
Benedikt XVI., er wolle besonders für das Geschenk der Einheit und
des Friedens in der Region und für die ganze Menschheitsfamilie
beten. "Möge mein Besuch im Heiligen Land den Dialog der Kirche mit
dem jüdischen Volk vertiefen, so dass Christen, Juden und Muslime in
Frieden und Harmonie in diesem Heiligen Land leben", sagte der Papst.
(ende)
K200902502
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