• 11.03.2009, 12:10:57
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"Wir beten für die Bischöfe"

Der Altabt von Mehrerau, P. Kassian Lauterer, verabschiedete sich mit einer Predigt beim Gemeinschaftsgottesdienst der Bischöfe im Innsbrucker Jakobsdom aus der Bischofskonferenz - "Die Kirche könnte etwas mehr Demokratie vertragen, aber man kann nicht über alles, was Jesus verlangt, abstimmen"

Innsbruck, 10.3.09 (KAP) "Wir alle beten für die Bischöfe, dass sie
in der Liebe Gottes und unter dem Schutz Mariens das Schiff der
katholischen Kirche in Österreich durch alle Stürme der Zeit
steuern": Mit diesen Worten verabschiedete sich der Altabt von
Mehrerau, P. Kassian Lauterer, in seiner Predigt beim
Gemeinschaftsgottesdienst des österreichischen Episkopats im
Innsbrucker Jakobsdom von den Bischöfen. Kassian Lauterer hatte als
Abt der Territorialabtei Mehrerau seit 1982 - genau 25 Jahre - der
Österreichischen Bischofskonferenz angehört. Der einzige Bischof, der
damals schon dabei war, ist der heutige Grazer Diözesanbischof Egon
Kapellari.

Der Altabt von Mehrerau nahm in seiner Predigt bei dem von Kardinal
Christoph Schönborn geleiteten Gottesdienst auch zur aktuellen
Diskussion in der katholischen Kirche Stellung. Wörtlich sagte der
frühere Abt der Vorarlberger Zisterzienserabtei: "Sicher könnte
unsere katholische Kirche in manchen Vorgängen etwas mehr Demokratie
vertragen, aber man kann nicht über alles, was Jesus verlangt,
abstimmen und die Entscheidung den Meinungsforschern überlassen".

Die Tageslesung vom Dienstag aus dem Matthäus-Evangelium könne als
Appell an Bischöfe und Priester gesehen werden, "zuerst selbst zu
erfüllen, was sie von anderen verlangen, zuerst selbst Lasten
wegzuräumen, bevor man sie anderen aufbürdet", sagte der Abt. Diese
Deutung der heutigen Theologen sei für Bischöfe und Priester, die die
Aufgabe haben, Gemeinden zu leiten, das Wort Gottes und die Lehre der
Kirche verantwortlich zu verkünden, zweifellos "keine bequeme".

Eingangs hatte P. Lauterer daran erinnert, dass die Aufhebung der
Exkommunikation der von Erzbischof Lefebvre unrechtmäßig geweihten
Bischöfe für "Ärger und Verwirrung" nicht nur unter gläubigen
Katholiken, sondern weit über die Kirche hinaus gesorgt hatte. Obwohl
der Papst - und auch die österreichischen Diözesanbischöfe -
klargestellt hätten, dass die Aufhebung der Exkommunikation keine
Rehabilitierung, sondern nur eine ausgestreckte Hand bedeutet, sei
die Irritation noch nicht abgeebbt. Immer noch stehe die Frage im
Raum, ob die Kirche hinter das zurück wolle, "was das Zweite
Vatikanische Konzil in der sogenannten Juden-Erklärung ('Nostra
Aetate') unmissverständlich ausgesprochen hatte". Im Hinblick darauf
erinnerten sich gerade die Tiroler an die Widerstände und
Anfeindungen, denen der frühere Innsbrucker Diözesanbischof Reinhold
Stecher bei der "mutigen Abschaffung des Kultes um Anderl von Rinn zu
überwinden hatte". (forts mgl)
K200902448
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