Graffiti: Angezeigte Fälle tendenziell steigend

Jährlich werden rund 3.400 Fälle von Sachbeschädigung durch Graffiti angezeigt. Vor allem Jugendliche nutzen öffentliche Flächen als Kommunikationsplattform.

Wien (OTS) - Rund 3.400 Fälle von Sachbeschädigung durch Graffiti werden jährlich angezeigt - 2007 waren es sogar 4.200 Fälle (2005:
2.625, 2006: 3.465, 2007: 4.248). Mehr als zwei Drittel der ermittelten Täter sind jünger als 18 Jahre. "Besonders Jugendliche nutzen Graffiti als Kommunikationsform. Beim so genannten Tagging werden beispielsweise persönliche Signaturen oder Botschaften gesprüht, die für andere Sprayer eindeutig zuordenbar sind", sagt Mag. Birgit Zetinigg, Leiterin des Bereichs Eigentum & Feuer im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Die oft aufwendig gestalteten Schriftzüge, Symbole oder Malereien werden vor allem auf Brücken, Unterführungen, Hausfronten oder öffentlichen Verkehrsmitteln angebracht. Während Graffitis für die einen Kunstwerke sind, sehen andere darin ein mit hohen Kosten verbundenes Ärgernis. Zwar müssen in der Regel die Verursacher für die Entfernung aufkommen - werden die Täter aber nicht gefasst, bleiben Eigentümer, Gemeinden oder Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel auf den Kosten sitzen.

Rasche Entfernung kann weiteren Straftaten vorbeugen

Oft fehlt Jugendlichen das Bewusstsein, dass es sich bei Sachbeschädigung durch Graffiti nicht um Lausbubenstreiche handelt, sondern um strafbare Handlungen mit ernsten Konsequenzen. "Die rasche Entfernung ist wichtig, denn Graffitis auf Gebäuden, Zügen oder anderen Flächen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Graffitis angebracht werden. Dieses Phänomen wird auch als ,Theorie der zerbrochenen Fenster' bezeichnet", erklärt Zetinigg. Außerdem steigt die Bereitschaft zu ordnungswidrigem Verhalten. Wird beobachtet, dass illegale Graffitis geduldet werden, kann das in der Umgebung weitere Straftaten nach sich ziehen.

"Free Walls" reduzieren illegales Sprayen

Um Graffitis leichter entfernen zu können, können Hausfassaden mit einem speziellen Schutzlack gestrichen werden, auf dem Graffitis nicht haften, sondern sich schnell und einfach beseitigen lassen. In öffentlichen Verkehrsmitteln werden teilweise Folien angebracht, die abgelöst werden, wenn sie angesprüht oder beschrieben wurden. "In vielen Städten gibt es bereits Flächen, auf denen Jugendliche legal Graffitis platzieren können. Sprayer können so ihrer Kreativität straffrei nachkommen und sich künstlerisch betätigen", sagt Zetinigg. Damit diese "free walls" auch attraktiv sind, handelt es sich dabei um öffentlich zugängliche und sichtbare Wände wie beispielsweise die Nordbrücke in Wien, wo auf einer ca. 90 Meter langen Mauer Graffitis angebracht werden können. Jugendliche fühlen sich dadurch ernst genommen, gleichzeitig wird das Anbringen von Graffitis auf unerwünschten Flächen reduziert.

Rückfragen & Kontakt:

Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Marketing & Kommunikation
Tel.: 05 77 0 77-1906
E-Mail: elisabeth.gerstendorfer@kfv.at
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