- 11.03.2009, 10:00:00
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Graffiti: Angezeigte Fälle tendenziell steigend
Jährlich werden rund 3.400 Fälle von Sachbeschädigung durch Graffiti angezeigt. Vor allem Jugendliche nutzen öffentliche Flächen als Kommunikationsplattform.
Wien (OTS) - Rund 3.400 Fälle von Sachbeschädigung durch Graffiti
werden jährlich angezeigt - 2007 waren es sogar 4.200 Fälle (2005:
2.625, 2006: 3.465, 2007: 4.248). Mehr als zwei Drittel der
ermittelten Täter sind jünger als 18 Jahre. "Besonders Jugendliche
nutzen Graffiti als Kommunikationsform. Beim so genannten Tagging
werden beispielsweise persönliche Signaturen oder Botschaften
gesprüht, die für andere Sprayer eindeutig zuordenbar sind", sagt
Mag. Birgit Zetinigg, Leiterin des Bereichs Eigentum & Feuer im
Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Die oft aufwendig
gestalteten Schriftzüge, Symbole oder Malereien werden vor allem auf
Brücken, Unterführungen, Hausfronten oder öffentlichen
Verkehrsmitteln angebracht. Während Graffitis für die einen
Kunstwerke sind, sehen andere darin ein mit hohen Kosten verbundenes
Ärgernis. Zwar müssen in der Regel die Verursacher für die Entfernung
aufkommen - werden die Täter aber nicht gefasst, bleiben Eigentümer,
Gemeinden oder Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel auf den Kosten
sitzen.
Rasche Entfernung kann weiteren Straftaten vorbeugen
Oft fehlt Jugendlichen das Bewusstsein, dass es sich bei
Sachbeschädigung durch Graffiti nicht um Lausbubenstreiche handelt,
sondern um strafbare Handlungen mit ernsten Konsequenzen. "Die rasche
Entfernung ist wichtig, denn Graffitis auf Gebäuden, Zügen oder
anderen Flächen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass weitere
Graffitis angebracht werden. Dieses Phänomen wird auch als ,Theorie
der zerbrochenen Fenster' bezeichnet", erklärt Zetinigg. Außerdem
steigt die Bereitschaft zu ordnungswidrigem Verhalten. Wird
beobachtet, dass illegale Graffitis geduldet werden, kann das in der
Umgebung weitere Straftaten nach sich ziehen.
"Free Walls" reduzieren illegales Sprayen
Um Graffitis leichter entfernen zu können, können Hausfassaden mit
einem speziellen Schutzlack gestrichen werden, auf dem Graffitis
nicht haften, sondern sich schnell und einfach beseitigen lassen. In
öffentlichen Verkehrsmitteln werden teilweise Folien angebracht, die
abgelöst werden, wenn sie angesprüht oder beschrieben wurden. "In
vielen Städten gibt es bereits Flächen, auf denen Jugendliche legal
Graffitis platzieren können. Sprayer können so ihrer Kreativität
straffrei nachkommen und sich künstlerisch betätigen", sagt Zetinigg.
Damit diese "free walls" auch attraktiv sind, handelt es sich dabei
um öffentlich zugängliche und sichtbare Wände wie beispielsweise die
Nordbrücke in Wien, wo auf einer ca. 90 Meter langen Mauer Graffitis
angebracht werden können. Jugendliche fühlen sich dadurch ernst
genommen, gleichzeitig wird das Anbringen von Graffitis auf
unerwünschten Flächen reduziert.
Rückfragehinweis:
Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer Kuratorium für Verkehrssicherheit Marketing & Kommunikation Tel.: 05 77 0 77-1906 E-Mail: elisabeth.gerstendorfer@kfv.at www.kfv.at
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