Stellungnahme der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie (ÖGC) und des Berufsverbandes Österreichischer Chirurgen (BÖC) zum Artikel "Todesfalle Krankenhaus" - Profil Nr.11, 9. März 2009

Wien (OTS) - Wenn wir für die Chirurgenschaft das Wort ergreifen, dann für jene, die nach evidenzbasierten Leitlinien vorgehen, ihre Fähigkeiten und auch ihre Grenzen kennen, sich regelmäßig fortbilden, ein hohes Berufsethos haben, mit persönlichem Einsatz an strukturellen Verbesserungen arbeiten, persönliche und abteilungsbezogene Qualitätskontrolle betreiben um trotz personeller und anderer Schwierigkeiten und Engpässe ihr Bestes zu geben. Das ist die überwiegende Mehrzahl der chirurgisch Tätigen, denen Österreich den Standard verdankt, der sich im internationalen Spitzenfeld befindet und ausnahmslos jedem zur Verfügung steht.

Damit soll keinesfalls schöngeredet werden, was Mängel aufweist und verbessert werden muss und zu Recht kritisiert wird, seien es einzelne, die aus der Reihe tanzen, oder längst anstehende Reformen in der Spitalslandschaft und der extramuralen Akutversorgung.
Für die Österreichische Gesellschaft für Chirurgie und den Berufsverband Österreichischer Chirurgen, die seit Jahren um Optimierung der Qualität bemüht sind, ist es ein besonders deprimierender Umstand, wenn in einzelnen Negativbeispielen oder in schwer zu bewertenden Einzelschicksalen eine "Todesfalle Krankenhaus" mit angeblich tausenden Toten, durch "Dilettantismus, übermüdete Ärzte und falsche Arzneien" konstruiert wird.

Beide Gesellschaften haben bereits seit mehreren Jahren ein österreichweites auf freiwilliger Basis laufendes Qualitätssicherungsprojekt ins Leben gerufen, um für die notwendige Transparenz in der chirurgischen Qualität zu sorgen.

Wir wissen, dass wie auch in jedem anderen Bereich Fehler passieren können. Aber Fehler dürfen nicht gleichgesetzt werden mit Misserfolgen oder komplizierten Verläufen, die bei komplexen Therapien auftreten können. Der ausbleibende Erfolg ist in den allermeisten Fällen Folge der schlechten Ausgangslage bei Schwerstkranken und unvermeidbar in einem Gesundheitssystem, das es sich leisten kann, bei seinen Patienten auch in den kritischsten und aussichtslosesten Situationen aktiv helfen zu wollen.

Wir Chirurgen müssen zur Kenntnis nehmen, dass, wenn es Defizite an Kritik "von innen" gibt, sie von außen kommen muss und somit ihren Stellenwert hat. Offenbar haben es die Ärzte noch nicht tatsächlich geschafft - die Chirurgenschaft nicht ausgenommen - das angepeilte und nur ausnahmsweise nicht erreichte Ziel, nämlich Spitzenmedizin für alle, der Öffentlichkeit wirklich nahe zu bringen.

In Anbetracht der Bemühungen eines überwiegenden Teils der Ärzteschaft, die mit hervorragender Arbeit bemüht ist, Vertrauen aufzubauen und den Patienten Angst zu nehmen, muss man den Covertitel "Todesfalle Krankenhaus" als absolut kontraproduktiv und journalistisch unethisch bezeichnen.

Univ.Prof.Dr.Albert Tuchmann - Präsident der ÖGC Univ.Prof.Dr.Rudolf Roka - Generalsekretär der ÖGC Österreichische Gesellschaft für Chirurgie (ÖGC)
Univ.Prof.Dr. Sebastian Roka - Präsident des BÖC
Berufsverband Österreichischer Chirurgen (BÖC)

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