Einladung zum Pressegespräch am 11.3. 2009, um 10:00 Uhr im Presseclub Concordia, 1010 Wien, Bankgasse 8

Intensivmedizin und Patientenverfügung

Wien (OTS) - Eine Österreich weite Studie über den Umgang von leitenden Intensivmedizinern und Anästhesisten mit der Patientenverfügung zeigt, dass 30 % der Befragten noch nie mit einer Patientenverfügung konfrontiert waren und nur 10% der Ärzte hatten in den letzten 2 Jahren mehr als solcher 10 Fälle.

Seit 2006 ist in Österreich das Patientenverfügungsgesetz in Kraft. Eine Patientenverfügung betrifft Situationen, in denen eine Person zum Zeitpunkt der Behandlung nicht mehr in der Lage ist, selbst über Therapien mitzuentscheiden. Dabei geht es vor allem um Maßnahmen wie Wiederbelebung, künstliche Beatmung, Schmerztherapie und künstliche Ernährung. Nicht zuletzt der öffentlich diskutierte Fall der Italienerin Eluana Englaro - einer nach 17 Jahren Wachkoma verstorbenen Frau, deren künstliche Ernährung von den Ärzten gestoppt wurde - zeigt, wie polarisierend und schwierig der Umgang mit dem Recht auf Selbstbestimmung ist.

Intensivmediziner und Anästhesisten sind überproportional häufig mit Patientenverfügungen befasst. Die beiden Studienautoren Dr. Eva Schaden und Univ. Prof. Dr. Claus Georg Krenn von der Univ.-Klinik für Anästhesiologie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie am AKH in Wien haben im Rahmen einer anonymen Fragebogen-Studie untersucht, welche Erfahrungen diese Gruppe von Ärzten mit Patientenverfügungen gemacht haben.

Die Ärzte zeigen hohes Interesse an der Patientenverfügung, sie kann in schwierigen Situation eine wesentliche Entscheidungshilfe sein, allerdings sind Patienten mit einer Verfügung für Krisensituationen eine Ausnahme - und auch Ärzte selbst handeln ähnlich wie die Patienten: nur 8% der Intensivmediziner haben selbst eine Patientenverfügung veranlasst. Die Studie zeigt, dass die österreichischen Intensivmediziner gut informiert sind, aber "sie berichten auch über Konflikte, die im Zusammenhang mit den Patientenverfügungen aufgetreten sind. Diese Konflikte ergeben sich einerseits innerhalb der Teams selbst und es wurde auch über Konflikte mit den eigenen Wertvorstellungen bzw. über Konflikte mit Angehörigen berichtet", so Studienautorin Dr. Eva Schaden.

Zweites Thema der Pressekonferenz ist der Einsatz von Simulationsprogrammen in der Anästhesiologie und Notfallmedizin in Aus-, Weiter- und Fortbildung sowie Forschung

In der Pilotenausbildung ist der Einsatz von Simulatoren in der Ausbildung selbstverständlich geworden und auch in der Verkehrssicherheitsforschung werden immer weiter entwickelte Dummies zur Erhöhung der Sicherheit der Automobile eingesetzt. Auch in der Medizin kommen verstärkt Simulationsprogramme in der Aus- und Weiterbildung zur Anwendung- und finden in der Anästhesiologie und Notfallmedizin große Akzeptanz. Über vielfältige Anwendungsmöglichkeiten berichtet Univ. Prof. Dr. Astrid Chiari, supplierende Leiterin der Klinischen Abteilung für Allgemeine Anästhesie und Intensivmedizin am Wiener AKH. Der große Vorteil im Umgang mit Simulationsprogrammen besteht darin, dass die Szenarien im nachhinein besprochen und diskutiert werden können. Die lebensnahen Reaktionen der Puppen (Full-Scale Simulatoren), denen sich so gut wie alle gängigen Medikamente und Inhalationsanästhetika zuführen lassen, gewährleisten, dass hier patientenabhängige typische Reaktionen simuliert werden können, um auf unterschiedliche auftretende Wirkungen und simulierte Zwischenfälle eingehen zu können.

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