• 09.03.2009, 10:00:28
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Stöger: Strenger Grenzwert für Transfette noch vor dem Sommer

Wien (OTS) - "Künstliche Transfette sind die gefährlichsten Fette.
Sie haben in Lebensmitteln keine notwendige Funktion, fördern aber
Herzkreislauf-Erkrankungen. Zusätzlich werden Zusammenhänge mit
manchen Krebsformen, Diabetes und anderen häufigen Leiden
diskutiert", begründete Gesundheitsminister Alois Stöger am Montag
seinen Entschluss, einen strengen Grenzwert für Transfette in
Lebensmitteln einführen zu wollen. Die "Österreichische
trans-Fettsäuren Verordnung" ist noch bis Ende März in Begutachtung.
Diese sieht vor, dass ein Inverkehrbringen von Fetten und Ölen in
Österreich mit mehr als zwei Prozent Transfettsäuren (TFS) verboten
ist. Bei zusammengesetzten Lebensmitteln mit einem Fettgehalt von
weniger als 20 Prozent soll ein Transfettsäuregehalt von bis zu vier
Prozent erlaubt sein. "Die Verordnung soll jedenfalls noch vor dem
Sommer in Kraft treten", kündigte Stöger eine zügige Vorgangsweise
an. Realistisch sei ein Start noch im Juni.

Die Verordnung dient der Begrenzung des Einsatzes von TFS in
Lebensmitteln im Sinne des vorsorglichen Gesundheitsschutzes, zur
Prävention ernährungsbedingter Erkrankungen. Eine verbindliche
Begrenzung des TFS-Gehaltes in Lebensmitteln gewährleistet die
Reduktion der Aufnahme von TFS auf breiter Basis. Sie bedingt, dass
sämtliche in Frage kommenden Produkte in gleicher Weise betroffen
sind. Damit stehen allen Konsumentinnen und Konsumenten unabhängig
von ihrem sozio-ökonomischen Status TFS-ärmere Produkte zur
Verfügung.

Europäischer Vorreiter in der Begrenzung der Transfette ist bis dato
allein Dänemark, Österreich wird das zweite EU-Land mit einer solchen
Begrenzung sein. Das dänische Beispiel zeigt, dass es weder zu einer
Verteuerung der Lebensmittel noch zu einer Verengung des Angebots
kommen wird. Eine wissenschaftliche Veröffentlichung zur Situation in
Dänemark hat aufgezeigt, dass es dort de facto nicht mehr möglich
ist, eine gesundheitsgefährdende Menge von künstlichen
Transfettsäuren zu konsumieren. Die durchschnittliche Aufnahme an
künstlichen Transfettsäuren in Dänemark liegt klar unter einem
Prozent der Tagesenergie. Die WHO und internationale und nationale
wissenschaftliche Ernährungsgesellschaften empfehlen, dass nicht mehr
als ein Prozent der Tagesenergie aus künstlichen Transfettsäuren
stammen soll.

Erhebungen in Österreich, die in den letzten vier Jahren durchgeführt
wurden, zeigten auf, dass diese kritische Menge durchaus leicht - bei
der Wahl von "falschen" Produkten - überschritten werden kann.
Insbesondere bei Kindern, für die die "kritischen" Produktgruppen
besonders interessant sind (Backwaren, Knabbereien, Fast Food), ist
bei "falscher" Produktauswahl schnell die täglich duldbare Menge klar
überschritten.

Da die dänische Transfettsäuren-Verbotsverordnung auch von der
EU-Kommission als zulässige Maßnahme im Sinne der Volksgesundheit
anerkannt wurde, ist hier auch nicht mit einem Veto aus Brüssel zu
rechnen. Die vorgesehenen Maßnahmen stehen auch im Einklang mit den
Schlussfolgerungen der im November 2008 veröffentlichten, vom
Europäischen Parlament in Auftrag gegebenen Studie "Trans Fatty Acids
and Health: A Review of Health Hazards and Existing Legislation".

Transfettsäuren entstehen bei der künstlichen Härtung von
pflanzlichen Ölen. Die Teilhärtung dieser Öle erfolgt, damit diese
besser in der Lebensmittelherstellung eingesetzt werden können. Durch
neue technologische Maßnahmen im Rahmen der Härtung bzw. durch
Rezepturänderungen von Produkten ist es möglich, dass keine oder nur
sehr wenige Transfettsäuren in Lebensmitteln vorhanden sind.

Die in der Verordnung vorgesehenen Grenzwerte zielen darauf ab, den
Fettgehalt in den als "kritisch" erkannten Lebensmittelkategorien auf
ein nicht gesundheitsgefährdendes Maß abzusenken. Der reine Austausch
der bisher verwendeten Fette durch Palmöl wäre nicht sinnvoll. Palmöl
ist zwar transfettsäurenfrei, weist aber einen hohen Gehalt an
ebenfalls unerwünschten gesättigten Fettsäuren auf. Zudem hat ein
vermehrter Palmölverbrauch auch potentiell ökologisch negative
Auswirkungen (lange Transportwege, vermehrt Palmölplantagen zu lasten
von Regenwäldern etc.).

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Gesundheit
   Thomas Geiblinger
   Pressesprecher
   Radetzkystraße 2, 1030 Wien 
   Tel: +43/1/71100-4505 
   Fax: +43/1/71100-14304
   E-Mail: [email protected] 
   http://www.bmg.gv.at

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