Personalmanagement in herausfordernden Zeiten

Linz (OTS) - Die Ausschöpfung des Vermittlungspotenzials und Angebote des AMS zur produktiven Arbeitsplatzerhaltung stehen im Mittelpunkt von über 400 gezielten Betriebsbesuchen des Service für Unternehmen des AMS OÖ in den nächsten zwei Wochen. Das AMS OÖ will in dieser kritischen Phase der wirtschaftlichen Entwicklung durch rasches, passgenaues Service zur Wiedergewinnung von Prosperität in Oberösterreich beitragen und Impulse zur treffsicheren Ausrichtung seiner Angebote gewinnen.

Fachkräfte mit maßgeschneiderter Aus- und Weiterbildung

Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt nimmt in der Krise ab, aber kommt nicht zum Stillstand: Das AMS OÖ konnte im Februar 24,7% aller offenen Stellen Österreichs anbieten und will das regionale Vermittlungspotenzial ausschöpfen. Die Angebote des Service für Unternehmen des AMS OÖ reichen dazu von der Selbstbedienungsplattform <www.jobroom.at> über die Vorauswahl von Bewerberinnen und Bewerbern bis zu nachfragegerechten Aus- und Weiterbildungsmodellen für Arbeitsuchende und Beschäftigte in Verbindung mit einem differenzierten Förderangebot.

Die meisten Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher sind in kleinen und mittleren Unternehmen beschäftigt. Das AMS OÖ finanziert Betrieben mit bis zu max. 50 Beschäftigten eine Qualifizierungsberatung und bietet ihnen in Kooperation mit dem Land OÖ auch ein 'Arbeitsbewältigungscoaching' an. Dieses Angebot dient dem Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit von Belegschaften.

Im vergangenen Jahr haben AMS OÖ und der Europäische Sozialfonds Euro 4,11 Mio. für die Qualifizierung von 9.840 Personen aufgewendet, darunter 2.150 Personen in bislang 26 Qualifizierungsverbünden. Für 2009 plant das AMS OÖ die Unterstützung der beruflichen Weiterbildung von 12.000 beschäftigten Personen, darunter von 5.000 Beschäftigten über 45.

Überbrückung der Krise mit Hilfe von Kurzarbeit

Die weltweite Krise hat Oberösterreichs exportorientierten Unternehmen zum Teil massive Auftrags- und Beschäftigungseinbrüche beschert. Trotz kräftiger arbeitsmarktpolitischer Gegensteuerung (das AMS OÖ hat seit Oktober 2008 Kurzarbeitvereinbarungen für rund 14.400 Personen mitverhandelt) ist die Zahl der Beschäftigten im Februar im Vergleich zum Vorjahr gesunken und die Zahl der Arbeitslosen steil angestiegen.

Aufgrund der Neuregelung - v.a. flexiblere Behaltefristen, Kombinierbarkeit von Kurzarbeit und Qualifizierung - rechnet das AMS OÖ mit einer verstärkten Inanspruchnahme dieses Instruments und bewirbt es weiter. 80 Prozent der oö. Kurzarbeiter sind in Betrieben des Automobilclusters beschäftigt. Oberösterreichs Unternehmen haben im Februar 44 Prozent aller Kurzarbeiter Österreichs gestellt.

Produktive Nutzung des Beschäftigungseinbruchs durch Bildungskarenz

Die Initiative des AMS OÖ und des Wirtschaftsressorts des Landes wirkt: Im Februar hat das AMS OÖ 407 Anträge auf Bildungskarenz ausgegeben, das waren 43% aller Anträge aus allen Bundesländern. Das oö. Modell 'Bildungskarenz plus' haben mittlerweile alle Bundesländer übernommen.

Planung von zukunftsorientierten Aus- und Weiterbildungsangeboten

Das AMS OÖ verfolgt in der gegebenen Situation zwei Strategien zur Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung:

1. So viele Arbeitskräfte wie möglich durch Kurzarbeit und Bildungskarenz in aufrechten Dienstverhältnissen halten und betriebsnah weiterbilden.

2. Arbeitslose Personen durch aktivierende Angebote (Qualifizierung, Transitarbeit) beschäftigungsfähig halten. Dazu ist es notwendig, Kompetenz-Trends rechtzeitig wahrzunehmen:

"Innovative Unternehmen entwickeln in schwierigen Zeiten neue Produkte, neue Prozesse und/oder erschließen neue Absatzmärkte. Dazu müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Unternehmen oft neue Kompetenzen erwerben. Interessiert sind wir an solchen Plänen, damit wir unsere Qualifizierungsangebote für Arbeitsuchende rechtzeitig und treffsicher auf die Nachfrage der Unternehmen ausrichten können", erläutert dazu Landesgeschäftsführer Roman Obrovski. Ergänzend zu diesbezüglichen Gesprächen bei den aktuellen Betriebsbesuchen plant das AMS OÖ eine spezielle Erhebung und Interviews in und mit ausgewählten Unternehmen im ersten Halbjahr 2009 zum Thema 'zukunftsorientierte Weiterbildung'.

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Arbeitsmarktservice OÖ
Dr. Walter Kofler, 0732/6963 DW 20220
walter.kofler@ams.at

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