• 05.03.2009, 11:13:44
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Schulabgänger: Opfer kleinkarierter Beamtengewerkschaften

Schulministerin geht richtigen Weg: Statt Schule verwalten, Schüler lehren!

Wien (OTS) - Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) unterstützt
Unterrichtsministerin Schmied ausdrücklich: Lehrer verwenden zu wenig
Zeit für den Unterricht. 607 Stunden sind nicht nur der OECD zu
wenig. Die Mitgliedsbetriebe des ÖGV stellen regelmäßig fest, dass
immer seltener Abgänger aus Haupt- und Polytechnischen Schulen den
Basisanforderungen an einen Lehrling entsprechen. Immer mehr Schüler
brechen die Schulausbildung ab. Immer weniger Maturanten können das
in den Zeugnissen ausgewiesene Wissen anwenden. Hier läuft etwas
gewaltig schief - und alle wissen das. Offenbar aber nicht die
Gewerkschaftsvertretung der Lehrer.

Die Probleme sind vielfältig: immenser administrativer Aufwand,
immer neue pädagogische Herausforderungen in einem immer
schulabweisenderen Umfeld: Die Lehrer sind mit Aufgaben überfrachtet,
für die sie entweder nicht ausgebildet oder für die sie
überqualifiziert sind. Auch das wissen alle, doch ein
personalrechtliches, ein dienstrechtliches und ein föderales Dickicht
lässt jeden Ansatz sofort an einer Teilgewerkschaft oder an einem
Landeshauptmann scheitern.

Die Gewerkschaft ist dabei gut beraten, auf unausgegorene Reflexe
zu verzichten. Wenn die vom ORF wiederholt hervorgeholte SORA-Studie
einigermaßen stimmt, in welcher Lehrer selbst ihren tatsächlichen
Arbeitsaufwand einschätzen, dann bilden sich Lehrer während der
durchschnittlichen 37 Unterrichtswochen etwa 3 Wochen weiter,
bereiten beinahe 4 Wochen lang Schulveranstaltungen vor und sind noch
ganze 2 Wochen mit gewerkschaftlichen und
Dienststellenangelegenheiten befasst. Das sind 9 Wochen noch ganz
ohne Ferien. Da sollten zwei zusätzliche Unterrichtsstunden leicht zu
finden sein. Platz für Nachhilfestunden findet sich ja auch ganz
leicht.

Der Unterrichtsministerin muss von der Bundesregierung insgesamt
der Rücken gestärkt werden, wenn sie in Schulen der Bildung gegenüber
dem Verwalten den Vorzug gibt. Der ÖGV fordert insbesondere den
Finanzminister auf, nicht aus Parteiraison den Kopf vorauseilend in
den Sand zu stecken. Es braucht durchgängige, langfristige Bildungs-
UND Finanzierungskonzepte um das System Schule nicht an die
bildungspolitische Wand zu fahren. Schon in ein paar Jahren wird es
einen eklatanten Lehrermangel geben. Kolportierter Weise wird dem zur
Zeit damit begegnet, dass jeder und jede Studentin einer
pädagogischen Hochschule "durchgeschoben" werden muss. Das ist kein
akzeptabler Lösungsansatz!

Das Potenzial unserer Jugend wird vorsätzlich aufs Spiel gesetzt,
der Parteipolitik oder einem Standesdünkel geopfert. Die Realität
zeigt, dass Schulabgänger nicht zuletzt aufgrund der schlechten
Bedingungen immer schwieriger einen Arbeitsplatz finden und immer
öfter gegenüber höher motivierten und fachlich besser ausgebildeten
Zuwanderern auf der Strecke bleiben. Den Unternehmen ist es aber
nicht zuzumuten, schlecht ausgebildete Arbeitskräfte aufzunehmen. Der
Wettbewerb und nicht zuletzt die aktuelle Krise lassen dies nicht zu.

Diese fordert von allen mehr Anstrengungen, um heil aus ihr
hervorzugehen, auch von den Lehrern. Es geht nicht um Mehrarbeit,
sondern um eine Neuverteilung der Arbeit weg vom Schreibtisch hin vor
die Klassen. Wenn wir diese Herausforderung nicht annehmen, wird uns
niemand aus der nächsten (Bildungs-)Krise heraushelfen. Auch nicht
die Gewerkschafter, die gerade jetzt über den eigenen Tellerrand
hinausblicken sollten, anstatt den eigenen Nabel zu betrachten.

Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV)

Der Österreichische Gewerbeverein ist als freie
Interessenvertretung die Plattform der Privat- und
Familienunternehmer. Unsere 3.500 Mitglieder stehen für ein
langfristiges, verantwortungsvolles und nachhaltiges
unternehmerisches Engagement. Sie stehen mit Namen und Person für die
Konsequenzen des eigenen Handelns ein und übernehmen somit
vorbildlich eine gesellschaftliche Verantwortung.

Der ÖGV ist dem freien Unternehmertum und individueller Freiheit,
im Gegensatz zu einem ausufernden Sozialstaat, verpflichtet. Wir
leben Leistungsbereitschaft und Eigenverantwortung als
Voraussetzungen für privates Eigentum. Wir lehnen unbotmäßige Steuern
und Abgaben ebenso ab wie übermäßige Subventionen, Protektionismus,
Staatswirtschaft und Missbrauch. Diese behindern den fairen
Wettbewerb.

Rückfragehinweis:

Österreichischer Gewerbeverein
   Mag.(FH) Stephan Blahut
   Tel.: +43 / 1 / 587 36 33
   Fax:  +43 / 1 / 587 01 92
   mailto:[email protected]
   http://www.gewerbeverein.at

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