Schulabgänger: Opfer kleinkarierter Beamtengewerkschaften

Schulministerin geht richtigen Weg: Statt Schule verwalten, Schüler lehren!

Wien (OTS) - Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) unterstützt Unterrichtsministerin Schmied ausdrücklich: Lehrer verwenden zu wenig Zeit für den Unterricht. 607 Stunden sind nicht nur der OECD zu wenig. Die Mitgliedsbetriebe des ÖGV stellen regelmäßig fest, dass immer seltener Abgänger aus Haupt- und Polytechnischen Schulen den Basisanforderungen an einen Lehrling entsprechen. Immer mehr Schüler brechen die Schulausbildung ab. Immer weniger Maturanten können das in den Zeugnissen ausgewiesene Wissen anwenden. Hier läuft etwas gewaltig schief - und alle wissen das. Offenbar aber nicht die Gewerkschaftsvertretung der Lehrer.

Die Probleme sind vielfältig: immenser administrativer Aufwand, immer neue pädagogische Herausforderungen in einem immer schulabweisenderen Umfeld: Die Lehrer sind mit Aufgaben überfrachtet, für die sie entweder nicht ausgebildet oder für die sie überqualifiziert sind. Auch das wissen alle, doch ein personalrechtliches, ein dienstrechtliches und ein föderales Dickicht lässt jeden Ansatz sofort an einer Teilgewerkschaft oder an einem Landeshauptmann scheitern.

Die Gewerkschaft ist dabei gut beraten, auf unausgegorene Reflexe zu verzichten. Wenn die vom ORF wiederholt hervorgeholte SORA-Studie einigermaßen stimmt, in welcher Lehrer selbst ihren tatsächlichen Arbeitsaufwand einschätzen, dann bilden sich Lehrer während der durchschnittlichen 37 Unterrichtswochen etwa 3 Wochen weiter, bereiten beinahe 4 Wochen lang Schulveranstaltungen vor und sind noch ganze 2 Wochen mit gewerkschaftlichen und Dienststellenangelegenheiten befasst. Das sind 9 Wochen noch ganz ohne Ferien. Da sollten zwei zusätzliche Unterrichtsstunden leicht zu finden sein. Platz für Nachhilfestunden findet sich ja auch ganz leicht.

Der Unterrichtsministerin muss von der Bundesregierung insgesamt der Rücken gestärkt werden, wenn sie in Schulen der Bildung gegenüber dem Verwalten den Vorzug gibt. Der ÖGV fordert insbesondere den Finanzminister auf, nicht aus Parteiraison den Kopf vorauseilend in den Sand zu stecken. Es braucht durchgängige, langfristige Bildungs-UND Finanzierungskonzepte um das System Schule nicht an die bildungspolitische Wand zu fahren. Schon in ein paar Jahren wird es einen eklatanten Lehrermangel geben. Kolportierter Weise wird dem zur Zeit damit begegnet, dass jeder und jede Studentin einer pädagogischen Hochschule "durchgeschoben" werden muss. Das ist kein akzeptabler Lösungsansatz!

Das Potenzial unserer Jugend wird vorsätzlich aufs Spiel gesetzt, der Parteipolitik oder einem Standesdünkel geopfert. Die Realität zeigt, dass Schulabgänger nicht zuletzt aufgrund der schlechten Bedingungen immer schwieriger einen Arbeitsplatz finden und immer öfter gegenüber höher motivierten und fachlich besser ausgebildeten Zuwanderern auf der Strecke bleiben. Den Unternehmen ist es aber nicht zuzumuten, schlecht ausgebildete Arbeitskräfte aufzunehmen. Der Wettbewerb und nicht zuletzt die aktuelle Krise lassen dies nicht zu.

Diese fordert von allen mehr Anstrengungen, um heil aus ihr hervorzugehen, auch von den Lehrern. Es geht nicht um Mehrarbeit, sondern um eine Neuverteilung der Arbeit weg vom Schreibtisch hin vor die Klassen. Wenn wir diese Herausforderung nicht annehmen, wird uns niemand aus der nächsten (Bildungs-)Krise heraushelfen. Auch nicht die Gewerkschafter, die gerade jetzt über den eigenen Tellerrand hinausblicken sollten, anstatt den eigenen Nabel zu betrachten.

Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV)

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