- 27.02.2009, 09:00:45
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Gubitzer: Unterrichtsministerin betreibt Frauenhatz im eigenen Ressort!
Wien (OTS) - "Hat die Unterrichtsministerin ein Frauenproblem?"
fragt Christine Gubitzer, die Vorsitzende für den Bereich Frauen in
der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, und setzt fort: "Der Lehrberuf
wird zu einem Großteil von Frauen ausgeübt, bei den
Pflichtschullehrern sind es über 70%, in allen übrigen Schularten ist
die 50% Grenze schon längst überschritten. Nun soll gerade hier die
Arbeitszeit verlängert werden, etwa unter dem Motto "Frauen voran?"
Besonders auffällig aber ist, dass nunmehr eine verdiente
Sektionschefin im Unterrichtsministerium, Frau Dr. Heidi Strohmayer,
in ihrer Funktion nicht verlängert werden soll. Das fällt schon unter
das Thema "Frauenhatz". Denn hier mit Einsparungspotential zu
argumentieren ist reichlich naiv und zeugt von wenig interner
Fachkenntnis. De facto wird es zu Verwaltungsmehrkosten kommen, wenn
man die vielen Bereiche, die Frau Dr. Strohmayr zu leiten hat,
anderen Sektionen zuteilt und so andere Abteilungen vergrößert, womit
dann dort für die leitenden Funktionen wieder eine bessere Bewertung
ansteht. Gibt es da indirekte Männerförderung?
Die Frauen im Öffentlichen Dienst sind empört. Die umfangreiche,
meist mühsamen Bestrebungen, die Frauenförderung sichtbar zu machen,
indem man Frauen in den obersten Verwaltungsfunktionen einsetzt,
werden hier unnötig und aus nicht verständlichen Gründen gerade von
einer Frau massiv gestört. Die Zahl der Sektionschefinnen im
Öffentlichen Dienst ist bei weitem nicht den weiblichen
Beschäftigten, auch hier über 50%, entsprechend. Alle Männer im
Unterrichtsministerium wurden anstandslos verlängert. Hier wird nun
an einer von 2 Sektionschefinnen ein Exempel statuiert, das
frauenpolitisch inakzeptabel ist. Interessant wird die Reaktion der
Frauenministerin Heinisch-Hosek sein, die ja auch für den
Öffentlichen Dienst zuständig ist. Wird sie Frauensolidarität zeigen?
Der Frauentag 8. März steht vor der Tür. Viele Sonntagsreden
werden gehalten. Hoffentlich besinnt sich die Unterrichtsministerin
und zieht ihre Ankündigung zurück. Ein Mehrfrontenkrieg, gegen Lehrer
und gegen die Frauen, könnte sie doch ziemlich belasten.
Rückfragehinweis:
Christine Gubitzer, Tel.: 0664 / 260 17 50
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