• 26.02.2009, 14:00:17
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FORMAT: Einigung im Immofinanz-Milliarden-Poker

Immoeast erhält von Constantia B.V. rund 300 Millionen Euro an Vermögenswerten. Fries-Gruppe verzichtet auf Put-Option und bekomment 20 Prozent der Constantia Oackaging

Wien (OTS) - Im Milliardenpoker zwischen der Constantia Privatbank
(CPB), Immofinanz-Gruppe, dem Investor Rudolf Fries und der
Constantia B.V. von Christine de Castelbajac wurde nun eine Einigung
erzielt. Das berichtet das Magazin FORMAT unter Berufung auf eine
Information, die Rechtsanwalt Markus Fellner an jenes
Bankenkonsortium sandte, das die CPB 2008 für einen Euro übernehmen
musste. Es geht dabei um den Kern des Skandals rund um die
Immofinanz. Es geht um die enormen Verluste, die der frühere CPB-Boss
Karl Petrikovics aus Aktienspekulationen hinterlassen hat. Die
Constantia B.V. musste gegenüber der Immoeast (von der das Geld ohne
Wissen der Anleger stammte) eine Haftung über 512 Millionen
übernehmen. Rudolf Fries, der Petrikovics einen Teil Aktien
abgenommen hatte, bekam eine Put-Option über rund 420 Millionen.
Beide Verpflichtungen wollte die Constantia B.V. jedoch anfechten.

Laut FORMAT ist nun ein außergerichtlicher Vergleich
unterschriftsreif, den Banken-Anwalt Fellner verhandelte. Die
Vereinbarung im Detail:
Die Immoeast erhält 170 Millionen Cash von Christine de Castelbajac.
Die Banken schießen der Constantia B.V. das Geld vor, der Kredit wird
aus dem Verkauf von 30 Prozent des Verpackungskonzerns Constantia
Packaging zurückgezahlt. Weiters werden der Immoeast 36,3 Millionen
eigene Aktien übertragen (Wert: aktuell 27 Millionen Euro). Und
schließlich bekommt eine Beteiligung am Laborunternehmen Futurelab
(Wert: 50 bis 60 Millionen sowie sogenannte Leintuchgesellschaften
für rund 40 Millionen Euro. In Letzteren befinden sich Immobilien,
die Petrikovics als Steuer sparende Bauherrenmodelle aufgelegt hat.

Die Differenz zu den 512 Millionen beträgt laut dem FORMAT-Bericht
für die Immoeast-Anleger rund 220 Millionen Dafür bekommen sie die
Managementverträge für Immofinanz und Immoeast von der Constantia
Bank für einen niedrigen zweistelligen. Noch im Oktober 2008 wollte
die CPB dafür 340 Millionen.

Die Fries-Gruppe verzichtet laut FORMAT auf ihre Put-Option. Sie
behält ihre 56 Millionen Immofinanz-Aktien, deren innerer Wert mit
170 Millionen beziffert wird (derzeit liegen sie allerdings nur bei
knapp 40 Millionen). Und die Gruppe bekommt 20 Prozent der Constantia
Packaging: Dieses Paket taxiert Fries auf 160 Millionen. Mit der
Constantia B.V. schließt der Investor einen Syndikatsvertrag ab. Bis
Ende März soll der gesamte Vergleich auch formal über die Bühne
gehen.

Rückfragehinweis:
FORMAT Wirtschaft
Tel.: (01) 217 55/0

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