• 22.02.2009, 09:00:00
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"trend": Wrabetz erwartet keine Novellierung des ORF-Gesetzes vor 2011

ORF-General Alexander Wrabetz geht davon aus, dass es vor 2011 keine Änderung an der Spitze des ORF geben werde. 300 Mitarbeiter sollen durch Handshake-Programm gehen.

Wien (OTS) - Keine Novellierung des ORF-Gesetzes vor 2011 erwartet
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz: "Ich gehe davon aus, dass die
Geschäftsführungsperiode ausläuft - dann kann man auch Änderungen an
den Organen vornehmen", sagt Wrabetz in der am Montag erscheinenden
Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "trend". Damit widerspricht der
ORF-Boss, um dessen Ablöse eine heftige Polit-Kontroverse tobt, den
Medienpolitikern der Koalition: Zuletzt hatten sich sowohl
Medienstaatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ) als auch
ÖVP-Mediensprecher Karlheinz Kopf für eine rasche Änderung des
Gesetzes ausgesprochen, um die für Mai erwarteten EU-Erkenntnisse zur
ORF-Finanzierung umzusetzen.
Zu der von Ostermayer und Kopf vorgeschlagenen Zweiteilung des
ORF-Stiftungsrats in einen größeren Rundfunkrat und einen kleineren,
einer Aktiengesellschaft ähnlichen Aufsichtsrat sagt Wrabetz: "Das
wirklich entscheidende Gremium in Deutschland beim ZDF ist der
Rundfunkrat mit 77 Mitgliedern. Ihm obliegt die Wahl des Intendanten.
Das wird man selbst in einem kleinen Land wie Österreich nicht anders
machen können. Dass man daneben etwa einen aufgewerteten
Finanzausschuss für die laufende Kontrolle hat, ließe sich
diskutieren."

Auf die Frage, ob er gegen eine politisch paktierte Ablöse seiner
Person eine Chance hätte, antwortet Wrabetz: "Die Unabhängigkeit des
ORF habe ich mir als Ziel gesetzt - da wird das Rad der Zeit nicht so
leicht zurückdrehbar sein. Bisher hat niemand angekündigt, dass er
den ORF wieder unter eine politisch strengere Kontrolle bringen
will."
Konkret will der ORF-General dem Stiftungsrat am 2. April bei der
Präsentation seines Strategie- und Strukturkonzepts erläutern, wie
viele Mitarbeiter er durch "Handshakes" einsparen will: 300
ORF-Mitarbeiter, die wenige Jahre vor der Pension stehen, sollen bis
Jahresmitte durch Abfindungen bewogen werden, vorzeitig das
Unternehmen zu verlassen. Kostenpunkt aller
Restrukturierungsmaßnahmen: "Unter 30 Millionen Euro", so Wrabetz. In
der Bilanz 2008 wurden Rückstellungen in dieser Höhe gebildet, die
aus einer Aufwertung des sechsprozentigen ORF-Anteils an den
Österreichischen Lotterien finanziert werden. Der "trend"
analysiert, dass es sich bei den von Wrabetz vorgeschlagenen
Maßnahmen wie z.B. Ausgliederungen oder Rückführung von Angestellten-
in Freie-Mitarbeiter-Verhältnisse zum Teil lediglich um
Verschiebungen handelt. Netto werde der Personalstand des
öffentlich-rechtlichen Senders 2012 um 400 geringer als heute sein.

Rückfragehinweis:
trend Redaktion
Tel.: (01) 534 70/3402

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