• 16.02.2009, 13:35:20
  • /
  • OTS0197 OTW0197

Mehrwertsteuersenkung und Pharmapaket haben das Defizit der Krankenkassen reduziert

Minus 131, 6 Mio. Euro für 2008, minus 49,3 Mio. Euro für 2009 Schelling: "Konjunktureinbruch bereitet Sorgen, an weiteren Konsolidierungsmaßnahmen führt kein Weg vorbei"

Wien (OTS) - Das vom Hauptverband im vergangenen Jahr mit der
Pharmawirtschaft ausverhandelte Kostensenkungspaket in Höhe von
jährlich 40 Millionen Euro und die von der Bundesregierung
beschlossene Halbierung der Mehrwertsteuer auf Medikamente finden nun
auch im Finanzergebnis der 19 Krankenkassen ihren Niederschlag. Bei
einem Gesamtbudget von 14 Milliarden Euro rechnen die Krankenkassen
für das laufende Jahr in ihrer Februar-Prognose mit einem
voraussichtlichen Gebarungsabgang von minus 49,3 Millionen Euro, im
November des Vorjahres war man noch von einem prognostizierten
Gebarungsabgang in Höhe von rund 64 Millionen Euro ausgegangen.
Während die vier österreichweiten Krankenversicherungsträger
(Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau,
Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter,
Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und
Sozialversicherungsanstalt der Bauern) allesamt mit einem deutlichen
Überschuss rechnen, ist das zu erwartende Finanzergebnis bei den
Gebietskrankenkassen recht unterschiedlich. Hier gibt es mit den
Gebietskrankenkassen Tirol und Burgenland lediglich zwei, die heuer
mit einem Jahresüberschuss rechnen, sieben Gebietskrankenkassen
erwarten ein deutliches Minus, was in Summe einen Gebarungsabgang von
135 Millionen Euro bei den neun Gebietskrankenkassen ergibt.
Deutlich besser als noch am 15. November prognostiziert, fiel auch
das vorläufige Ergebnis aller 19 Krankenkassen für das Jahr 2008
aus. Statt des ursprünglich prognostizierten Abgangs in Höhe von
238,3 Millionen Euro liegt der vorläufige Abgang des Jahres 2008
jetzt bei minus 131,6 Millionen Euro. Ausschlaggebend dafür waren
neben dem bereits schon erwähnten Pharmapaket die bis Jahresende
hervorragende Beschäftigungslage und das damit zusammenhängende Plus
bei den Beitragseinnahmen. Hans Jörg Schelling, Vorsitzender des
Verbandsvorstandes im Hauptverband der Sozialversicherungsträger:
"Anders als ursprünglich erwartet, gab es auch noch in den Monaten
November und Dezember im Jahresvergleich ein Beschäftigungsplus, was
sich auf die Beitragseinnahmen der Sozialversicherung natürlich sehr
positiv ausgewirkt hat". "Aufgrund der aktuellen weltweiten
Finanzkrise und deren Auswirkungen auf die Konjunktur in Österreich,
muss aber im laufenden Jahr damit gerechnet werden, dass das
Beitragseinnahmenniveau sinken wird", befürchtet Schelling.
Um für die kommenden Zeiten gerüstet zu sein, bekräftigt Schelling
seinen Appell an Regierung und Parlament, das auf der Klausurtagung
der Bundesregierung in Osttirol vorgestellte Kassensanierungspaket,
bestehend aus einem mit 100 Millionen Euro dotierten neu zu
schaffenden Strukturfonds und einer Finanzspritze von insgesamt 450
Millionen Euro zur Entschuldung der defizitären Krankenkassen
möglichst rasch als Gesetz zu verabschieden. Schließlich erwarten die
Krankenkassen aufgrund der einbrechenden Konjunktur ohne
entsprechende Konsolidierungsmaßnahmen für 2010 ein Defizit von rund
300 Millionen Euro. Der Hauptverband, so Schelling abschließend,
wird jedenfalls alle Hebel in Bewegung setzen, damit das seitens der
Bundesregierung geforderte Konzept für kostendämpfende
Strukturmaßnahmen bei den Krankenversicherungsträgern bis Jahresmitte
vorliegt.

Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen,
sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und
eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,2 Millionen
Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte
Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird
beim Mediziner durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als
Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem Arzt
aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines Patienten und die
Nutzung weiterer Services. Der Hauptverband der österreichischen
Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der
solidarischen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung Österreichs.

Rückfragehinweis:
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71132-1120
mailto:dieter.holzweber@hvb.sozvers.at
http://www.sozialversicherung.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NHS

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel