ÖSTERREICH: Papst publizierte im rechtsextremen Aula-Verlag

Benedikt XVI. philosophierte als Kardinal über "Freiheit und Wahrheit"

Wien (OTS) - Die Debatte über die Pius-Bruderschaft und dem Verhalten von Papst Benedikt XVI. muss in neuem Licht gesehen werden:
1998 publizierte der damalige Kurienkardinal Josef Ratzinger im Aulaverlag im Rahmen einer Festschrift "1848 - Erbe und Auftrag", berichtet die Tageszeitung ÖSTERREICH (Dienstag-Ausgabe). Der Aula-Verlag wird vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) als "rechtsextrem" eingestuft. Ratzingers Beitrag erschien unter dem Titel "Freiheit und Wahrheit" und beschäftigt sich mit dem seiner Ansicht nach falschen Freiheitsbegriff der Gegenwart. Ratzinger schreibt unter anderem: "Ein Verständnis von Freiheit, das als Befreiung nur immer weitere Auflösung von Normen und die ständige Ausweitung individueller Freiheit bis hin zur völligen Befreiung von aller Ordnung ansehen mag, ist falsch", zitiert ÖSTERREICH.

Das DÖW kommentierte den Artikel unter anderem so: "Der rechtsextreme Aula-Verlag schmückt sich mit der Autorenschaft des Präfekten der Glaubenskongregation im Vatikan, Kardinal Joseph Ratzinger." Als Herausgeber der Denkschrift fungierte Aula-"Schriftleiter" Otto Scrinzi, ehemaliger SA-Sturmführer, Ex-NSDAP-Mitglied und dann - FPÖ-Nationalratsabgeordneter. Mitherausgeber der Schrift ist der deutsche Rechtsextremist Jürgen Schwarz.

Für den Grünen Abgeordneten Karl Öllinger, der die Schrift entdeckte, muss die Stellung von Benedikt XVI. in der Debatte um die rechte Pius-Bruderschaft jetzt völlig neu bewertet werden.

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