- 09.02.2009, 16:51:39
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ÖSTERREICH: Papst publizierte im rechtsextremen Aula-Verlag
Benedikt XVI. philosophierte als Kardinal über "Freiheit und Wahrheit"
Wien (OTS) - Die Debatte über die Pius-Bruderschaft und dem
Verhalten von Papst Benedikt XVI. muss in neuem Licht gesehen werden:
1998 publizierte der damalige Kurienkardinal Josef Ratzinger im
Aulaverlag im Rahmen einer Festschrift "1848 - Erbe und Auftrag",
berichtet die Tageszeitung ÖSTERREICH (Dienstag-Ausgabe). Der
Aula-Verlag wird vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen
Widerstands (DÖW) als "rechtsextrem" eingestuft. Ratzingers Beitrag
erschien unter dem Titel "Freiheit und Wahrheit" und beschäftigt sich
mit dem seiner Ansicht nach falschen Freiheitsbegriff der Gegenwart.
Ratzinger schreibt unter anderem: "Ein Verständnis von Freiheit, das
als Befreiung nur immer weitere Auflösung von Normen und die ständige
Ausweitung individueller Freiheit bis hin zur völligen Befreiung von
aller Ordnung ansehen mag, ist falsch", zitiert ÖSTERREICH.
Das DÖW kommentierte den Artikel unter anderem so: "Der
rechtsextreme Aula-Verlag schmückt sich mit der Autorenschaft des
Präfekten der Glaubenskongregation im Vatikan, Kardinal Joseph
Ratzinger." Als Herausgeber der Denkschrift fungierte
Aula-"Schriftleiter" Otto Scrinzi, ehemaliger SA-Sturmführer,
Ex-NSDAP-Mitglied und dann - FPÖ-Nationalratsabgeordneter.
Mitherausgeber der Schrift ist der deutsche Rechtsextremist Jürgen
Schwarz.
Für den Grünen Abgeordneten Karl Öllinger, der die Schrift
entdeckte, muss die Stellung von Benedikt XVI. in der Debatte um die
rechte Pius-Bruderschaft jetzt völlig neu bewertet werden.
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