- 08.02.2009, 10:00:00
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Tausende Jugendliche von Rauswurf bedroht - ÖGJ fordert Notbremse
Erleichterte Lehrlingskündigungen und andere Verschlechterungen endlich rückgängig machen
Wien (OTS) - (ÖGJ/ÖGB) - "48.000 Jugendliche sind arbeitslos, und
im Herbst könnten noch einige Tausend dazukommen, wenn die Regierung
nicht die Notbremse zieht. Durch die 2008 eingeführte Möglichkeit,
Lehrlinge nach jedem Lehrjahr einfach auf die Straße zu setzen ,
rollt spätestens im September eine Kündigungswelle auf die jungen
Menschen zu", warnt Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der
Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). Wenn die Politik jetzt
rasch aktiv wird, kann das Schlimmste noch verhindert werden.++++
Durch die Wirtschaftskrise wollen sich anscheinend viele
Unternehmen aus der Ausbildung verabschieden. "Die Alarmsignale
häufen sich. Lehrlinge und JugendvertrauensrätInnen, die zur
ÖGJ-Beratung kommen, berichten davon, dass viele Unternehmen ihre
Lehrlinge loswerden wollen", sagt Michlmayr. Da die Kündigung immer
am Ende eines Jahres erfolgen kann und die meisten Lehrverträge im
Sommer oder im September starten, ist spätestens im Herbst mit einer
Kündigungswelle zu rechnen.
Lehrlinge als Billigarbeitskräfte zur Saisonüberbrückung missbraucht
Schon derzeit wird ein Viertel bis ein Drittel aller Lehrverträge
vorzeitig wieder beendet. Das liegt auch an der mit drei Monaten sehr
langen Probezeit, die einige Unternehmen offensichtlich dazu
animiert, Lehrlinge als billige Arbeitskräfte zur Saisonüberbrückung
zu missbrauchen. Daher fordert die Gewerkschaftsjugend, dass für
Lehrlinge - so wie für andere ArbeitnehmerInnen auch - eine Probezeit
von einem Monat gilt.
Seit 2000 sind die Schutzbestimmungen für Lehrverhältnisse nach
und nach ausgehöhlt worden, mit dem Argument, dass ein besonderer
Kündigungsschutz dazu führt, dass die Unternehmen weniger Lehrstellen
anbieten. Trotz der Aushöhlung steigt aber die Jugendarbeitslosigkeit
massiv.
"Spitzenmanager, deren Fehleinschätzungen zu Massenkündigungen
führen, sind oft nur per Golden Handshake loszuwerden, aber die
Lehrlinge können einfach gekündigt werden und sie stehen dann ohne
Einkommen und Ausbildung da", kritisiert Michlmayr. "Die Betriebe
sollten lieber jetzt in die Ausbildung investieren, anstatt bei der
nächsten Konjunkturerholung wieder über Fachkräftemangel zu jammern",
sagt der ÖGJ-Vorsitzende.(fk)
ÖGB, 6. Februar 2009 Nr. 71
Rückfragehinweis:
ÖGB-Presse
Florian Kräftner
0664 301 60 96
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