Gefährdung des Aufwärtstrends von Forschung und Entwicklung in Österreich

Regierung ist dringend gefordert, positive und eindeutige Signale beim Forschungsbudget zu setzten.

Wien (OTS) - WissenschaftlerInnen warnen: Der Aufwärtstrend von Forschung und Entwicklung in Österreich ist in akuter Gefahr -Regierung ist dringend gefordert, positive und eindeutige Signale beim Forschungsbudget zu setzten.

Bei weltweiten Wirtschaftsengpässen darf die österreichische Forschung und Entwicklung nicht zum Erliegen kommen. Gerade jetzt liegt Österreichs Zukunft in der Forschung, in Innovationen und in einer kritischen Problemanalyse. Investition in Forschung ist Investition in die Zukunft des Landes!

Folgen der Reduktion/Stagnation der Forschungsförderung:

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Reduktion der Grundlagenfinanzierung werden nun auch die kompetitiv einzuwerbenden Drittmittel in einem hohen Ausmaß in Frage gestellt (siehe FWF). Der zu erwartende Effekt: Nachwuchs-WissenschaftlerInnen, die sich zu einem großen Ausmaß über diese Drittmittel finanzieren müssen, wissen nicht, wann ihre Anträge begutachtet werden und ob für ihre Forschung in Zukunft noch Fördergelder zur Verfügung stehen. Lag die Planungssicherheit für individuelle Karrieren bislang bei 1-3 Jahren (je nach Projektlänge), so liegt sie jetzt bei Null!

Hochqualifizierte Arbeitsplätze und damit verknüpftes Wissen in Forschungsinstitutionen gehen verloren. "Brain drain" von etablierten und Nachwuchs-WissenschaftlerInnen an das Ausland reduziert das kreative Potential zur Entwicklung und Bearbeitung von Fragestellungen. Die Forschung und in weiterer Folge die Lehre können so nicht auf dem aktuellsten Stand bleiben. Auch die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist in Gefahr; die Forschung ist also nicht nur kurz- sondern auch langfristig gefährdet.

Insbesondere WissenschaftlerInnen mit Familie werden die Wissenschaft verlassen oder gar nicht erst als mögliches Berufsfeld in Betracht ziehen. Andere werden in noch größerem Ausmaß auf Kinder verzichten. Die Kombination von Beruf und Familie ist damit im Bereich Wissenschaft noch unattraktiver geworden und die angestrebte Erhöhung der Frauenquote in der Forschung noch weniger realisierbar.

Ein Verringern der Forschungs- und Wissenschaftsdotierung ist also nicht nur in der Gegenwart fatal katastrophal, sondern bringt langfristig unabsehbare Folgen für die österreichische Wissenschaft, die österreichische Gesellschaft und die österreichische Wirtschaft mit sich.

Als WissenschaftlerInnen unterschiedlicher Generationen und Disziplinen fordern wir daher: Kontinuierliche und ausreichende Investitionen in Forschung und Entwicklung, Schaffung von mittel- und langfristigen Berufsperspektiven und Existenzsicherung für die hervorragend qualifizierten ForscherInnen in Österreich!

Unterzeichnet von:
Mag.a Michaela BROJER, Entomologie
Mag.a Nina BRUNNER, Ökologin
Mag.a (FH) Barbara BÜHLER, Soziologin
DDr.in Claudia EDER, Ärztin, Zellbiologin
Univ.-Doz. in Dr.in Dipl. Ing. in Isabella ELLINGER, Zellbiologin Dipl.-Ing.in Doro ERHARTER, Architektin
Mag.a Dr.in Susanne GRUBER, Biologin, Warenkundlerin
Mag.a Dr.in Marion R. GRUBER, Erziehungswissenschaften und Kunstgeschichte
Mag.a Dr.in Sabine E. HAMMER, Molekulargenetikerin
DIin Babette HEBENSTREIT, Technische Physikerin
Dipl-Ing.in Dr.in Ulrike HERBIG, Geodäsie
Univ.-Doz.in Dr.in Mag.a Enikö KALLAY, Biochemikerin
Mag.a Dr.in Karen KASTENHOFER, Wissenschaftsforscherin
Mag.a Marion LUGER, Kulturwissenschaftlerin
Dipl-Ing.in Dr.in Mag.a Ildiko MERTA, Bauingenieurin
Mag.a Dr.in Andrea NUSSBAUMER, Meeresbiologin
Mag.a Dr.in Jutta PAUSCHENWEIN, eLearning Expertin
Dr.in Vitore SHALA-MAYRHOFER, Expertin für Pflanzenschutz
Mag.a Dr.in Anna STREISSLER, Kultur- und Sozialanthropologin Dipl-Ing.in Dr.in tech. Slobodanka TOMIC, Informatikerin
Mag.a Aleksandra VEDERNJAK, Filmemacherin & Kommunikationswissenschaftlerin
Univ.-Ass.in Dipl-Ing.in Dr.in Eva WEGERER, Geowissenschaftlerin Dipl-Ing.in Dr.in Shokufeh ZAMINI, Technische Physikerin
Mag.a Katharina ZMELIK, Landschafts- und Vegetationsökologin

Rückfragen & Kontakt:

Mag.a Dr.in Sabine E. HAMMER
Tel.: +43-664-5293812
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