Sozialbericht: 250.000 Kinder in Österreich sind armutsgefährdet Analyse der sozialen Lage 2007 und 2008

Wien (PK) - 90.000 Kinder leben in Österreich in Armut, rund 250.000 sind armutsgefährdet, etwa eine Million Menschen leben unter der Armutsgrenze. Das geht aus dem Sozialbericht für die Jahre 2007 und 2008 (III-27 d.B.) hervor, der jetzt dem Parlament vorliegt. Weitere Ergebnisse: Frauen verdienen um ein Drittel weniger als Männer, bei Berücksichtigung der Unterschiede in der Arbeitszeit bleibt immer noch eine Differenz von 19 bis 22 Prozent. Der durchschnittliche österreichische Haushalt verfügt über ein Geldvermögen von rund 55.000 Euro, wobei allerdings das oberste Zehntel über 54 Prozent und das reichste Prozent der Bevölkerung über 27 Prozent des Geldvermögens verfügt. Ohne den Einsatz von Freiwilligen sähe das Land gänzlich anders aus: 44 Prozent der Bevölkerung (47 Prozent der Männer, 41 Prozent der Frauen) über 15 Jahren leisten in irgendeiner Form Freiwilligenarbeit.

Weiter ist dem Sozialbericht zu entnehmen, dass die gesetzliche Sozialversicherung im Jahr 2007 Mittel in Höhe von 43,11 Mrd. Euro (2006: 41,02 Mrd. Euro) aufgewendet hat. Damit verfügt die Sozialversicherung über eines der größten Budgets der Republik Österreich. Gemessen am Brutto-Inlandsprodukt machen die Gesamtausgaben der Sozialversicherung 15,8 % aus; gemessen an den Budgetausgaben des Bundes belaufen sich laut BVA 2007 die Mittel der Sozialversicherung auf 62 %.

Den Gesamtausgaben standen im Jahr 2007 Gesamteinnahmen in Höhe von 42,79 Mrd. Euro (2006: 40,96 Mrd. Euro) gegenüber. Somit betrug der Gebarungsabgang in der gesetzlichen Sozialversicherung im Jahr 2007 313,8 Mio. Euro (2006: 56,8 Mio.). Während 2007 in der gesetzlichen Krankenversicherung ein Gebarungsabgang von 339,4 Mio. (2006: 62,4 Mio.) zu verzeichnen war, schloss die gesetzliche Unfallversicherung mit einem Gebarungsüberschuss in Höhe von 26 Mio. Euro (2006:
7,6 Mio.) ab. In der gesetzlichen Pensionsversicherung betrug der Gebarungsabgang des Jahres 2007 0,4 Mio. Euro, anstelle von 2 Mio. Euro im Jahr 2006.

Von 2006 auf 2007 nahmen in der Sozialversicherung die Gesamtausgaben um 5,1 %, die Gesamteinnahmen um 4,5 % und der Leistungsaufwand um 5 % zu. Die sonstigen Ausgaben, zu denen auch die Verwaltungskosten gehören, stiegen hingegen um 8,2 %. Der Verwaltungs- und Verrechnungsaufwand belief sich 2007 auf 964,1 Mio. Euro (2006: 917,7 Mio.). Gegenüber 2006 war dies eine Steigerung um 5,1 %. Wie schon im Jahr 2006 entfielen 2007 2,2 % der Gesamtausgaben auf den Verwaltungs- und Verrechnungsaufwand.

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