Hausärzteverband Wien: Schuster bleib bei Deinem Leisten!

Wien (OTS) - In der Aussendung vom 28.01.2009 äußert sich der Patientenanwalt Hofrat Dr. Bachinger dahingehend, dass die Qualitätskontrolle bei den Ärzten versage, was auch eine kürzlich durchgeführte Studie zum Arzneimittelverschreibungsverhalten niedergelassener Ärzte beweise. "Solche Ergebnisse würden von der (ärztekammereigenen) ÖQMed nie kommen, weil sie falsche Sachen abfrage (Standard)"

Nun, die Qualitätskontrolle versagt ganz offensichtlich in der Patientenanwaltschaft.

Ich habe diese Studie durchgearbeitet: Der Autor der Studie schränkt erstens die Gültigkeit seiner Studie ganz massiv selbst ein und zweitens wurde nach seinen eigenen Aussagen keine Beziehung zwischen der Zahl der verschriebenen Medikamente und Nebenwirkungen, Spitalssterblichkeit oder Spitalsverweildauer gefunden. Außerdem erklärt er selbst, dass es keine Definition von Polypharmazie gibt. Auch äußert er die Ansicht, dass unabhängig von der Verschreibungsökonomie, die Polypharmakologie den Patienten nicht zu schaden scheint. Die Studie ist in der Wiener klinischen Wochenschrift erschienen und allgemein zugänglich.

In einer Zeit, in der die Menschen dank der Medizin und der Pharmakologie ein niemals für möglich gehaltenes Durchschnittsalter erreichen, treten im Alter natürlich viele Krankheiten auf, die sich bei jung Verstorbenen erst gar nicht entwickeln konnten. Daraus ergibt sich verständlicherweise auch eine vermehrte Medikation. Das müsste auch einem Laien klar sein!

Es ist ein unerhörter Qualitätsmangel, eine Studie zu zitieren, wenn man nur die wenigen Sätze der deutschen Einleitung gelesen hat und auf die Übersetzung des umfangreicheren englischen Teiles mit den relevanten Interpretationen vergessen hat. Auf so eine Qualitätssicherung können wir verzichten, da bleiben wir schon bei unserem eigenen bewährten und sachkompetenten System. Gerade dieser Dilettantismus bestärkt uns darin, dass das Gesundheitswesen zu heikel ist, als dass man es fachfremden Laien ohne tieferen Einblick in die Materie überlassen könnte! Es ist doch evident, dass diese Dinge ausschließlich uns Ärzten mit unserer universitären Ausbildung vorbehalten sein können. Außenstehende können hier nur bedingt mitreden.

Selbstverständlich wird man die Zusammenarbeit mit der finanzierenden Sozialversicherung pflegen, entsprechend den Äußerungen von Präsident Dorner.

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MR.Dr. WERNER Wolfgang
Bezirksärztevertreter
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