Stellungnahme von Lehrenden des Privaten Studienganges für das Lehramt für Islamische Religion an Pflichtschulen (IRPA)

Wien (OTS) - Leider ist in den letzten Tagen der islamische Religionsunterricht an Österreichs Schulen unter unerfreulichen Umständen zu einem die Schlagzeilen der Medien beherrschenden Thema geworden. Auch äußerten sich mehrere Politiker besorgt über Ergebnisse einer Studie, die Anlass für diese Berichte war. Im Zuge dessen ist auch die Ausbildung der angehenden islamischen Religionslehrer thematisiert worden. Auch wir, die unterzeichnenden Lehrenden am Privaten Studiengang für das Lehramt für islamische Religion an Pflichtschulen (IRPA), nehmen diese Entwicklungen mit Besorgnis zu Kenntnis. Wir möchten folgendes feststellen: Wir bereiten im Zuge unserer Arbeit und auf der Grundlage unserer wissenschaftlichen und fachlichen Qualifikationen die angehenden islamischen Religionslehrer nach bestem Wissen und Gewissen auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe vor. In diesem Zusammenhang leisten wir europaweit eine Pionierarbeit.

Selbstverständlich ist es für uns maßgebend, dass hierbei die Lehre des Islam stets im Einklang mit den Gesetzen und der Verfassung des Österreichischen Staates vermittelt wird, wie dies auch vom Rechtsträger des IRPA, der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, vertreten wird und unter anderem in den beiden europäischen Imamekonferenzen detailiert formuliert wurden. Auch ist es für uns selbstverständlich, dass die Werte der Österreichischen Gesellschaft, als deren Teil wir uns selbst widerspruchslos sowohl als Bürger als auch als Zugehörige der Islamischen Religion sehen, in der von uns gestalteten Ausbildung zum Tragen kommen. Diese Werte wie, Demokratie, Beteiligung am politischen Geschehen, aktivem Mitgestalten der Gesellschaft als individuelle Persönlichkeiten, die Gleichbehandlung der Geschlechter, der Schutz von Minderheiten, Respekt vor anderen Religionsbekenntnissen und Lebensprinzipien, sind Werte, die wir persönlich vertreten und in unserem Unterricht vermitteln. Aus der Erfahrung mit der Arbeit mit unseren StudentInnen können wir die Ergebnisse der oben erwähnten Studie unter den aktiven islamischen Religionslehrern nicht nachvollziehen. Wir hoffen, dass die öffentliche Debatte über den islamischen Religionsunterricht nicht zu einem Vorwand wird, dem europaweit einmalige Modell in Österreich zu schaden, sondern dazu führt, dass durch weitere konstruktive Befassung aller Beteiligten mit der Thematik die Qualität des islamischen Religionsunterrichts weiter verbessert wird. Unterzeichnet von: Dr. Liselotte Abid, Mag. Faroque Al-madani, Ercüment Aytac MSc, Mag.a Gülmihri Aytac, Carla Amina Baghajati, Mag. Wolfgang Bauer, Mag. Mamdouh El Attar, Mag.a Zeynep Elibol, Dr. Ahmet Hamidi, Mag.a Seher Iscel, Mag. Michael Reidegeld, Dr. Fuat Sanac, Mag.a Amena Shakir, Gernot Galib Stanfel.

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