• 31.01.2009, 08:00:00
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"profil": Buchhaltungsskandal im Finanzministerium

60-Millionen-Coup mit AMS-Geldern: Spitzenbeamter soll 17 Millionen Euro allein per Telebanking verschoben haben - Sicherheitslücke war Finanzministerium bekannt

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, soll ein Spitzenbeamter der Republik
im Zentrum eines 60-Millionen-Euro-Coups mit Geldern des
Arbeitsmarktservice (AMS) stehen. Der leitende Mitarbeiter der
Bundesbuchhaltungsagentur steht im Verdacht, allein rund 17 Millionen
Euro von Konten der Republik auf Knopfdruck an private Empfänger
verschoben zu haben - ohne entsprechende Belege anführen zu können.

Daneben soll der Beamte dem privaten Schulungsinstitut "Venetia"
widerrechtlich Schuldscheine der Republik in Höhe von weiteren rund
43 Millionen Euro ausgestellt haben, indem er Forderungen des
Instituts gegenüber dem Arbeitsmarktservice bestätigte, die nicht
existieren.

AMS-Chef Herbert Buchinger erstattete inzwischen Anzeige bei der
Staatsanwaltschaft Wien. Dies bestätigte der Sprecher der
Staatsanwaltschaft, Gerhard Jarosch, gegenüber "profil". Der
Eigentümer des Schulungsinstituts, das früher im Auftrag des
Arbeitsmarktservice Kurse für Arbeitslose anbot, hat nach Aussagen
seines Anwalts mittlerweile Selbstanzeige erstattet. Das Unternehmen
befindet sich in Konkurs.

Die Überweisungen per Telebanking waren unter anderem deshalb
möglich, weil eine vom Rechnungshof bereits im Vorjahr beanstandete
Sicherheitslücke vom Finanzministerium - als übergeordneter Behörde
der Buchhaltungsagentur - nie geschlossen wurde.

Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502

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