"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Wie soll’s denn sein?"

Die Regierung Faymann ist an ihren Taten zu messen, nicht an ihrem Stil.

Wien (OTS) - Monatelang hatten sich politische Beobachter über das Kabinett Gusenbauer echauffiert. Dabei arbeiteten Rote und Schwarze -gegeneinander. Zur Perfektion trieb das die ÖVP, die - aus Ärger über ihre Wahlniederlage - dem sozialdemokratischen Kanzler keinen Erfolg gönnte.
Und so wurde die kleinste sachliche Differenz (die es logischerweise zwischen zwei ideologisch unterschiedlich ausgerichteten Parteien gibt) in der Öffentlichkeit als Streit gewertet. Koalitionspartner müssten her, deren Daseinszweck nicht darin besteht, den jeweils anderen mies zu machen, sondern etwas weiterzubringen, hieß es allenthalben.
Jetzt gibt es eine Regierung, deren Repräsentanten miteinander können, die zumindest das Gefühl vermitteln, miteinander zu wollen (um den Blauen Strache nicht noch stärker zu machen). Es gibt Sekretäre in den Zentralen von SPÖ und ÖVP, die einander nicht täglich beflegeln. Und allenthalben heißt es spöttisch: Es wird gekuschelt. Ja, wie hätte man es denn gern?
Werner Faymann und Josef Pröll sind an ihren Taten zu messen, nicht an ihrem Stil. Dafür ist es nach 50 Tagen zu früh. Ob Ergebnisse über "Kuschelei" oder Konfrontation zustande kommen, ist letztlich egal.

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