• 27.01.2009, 12:58:44
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Cholesterin: Die unsichtbare Gefahr

"Liebe Dein Leben" - Eine Initiative von AstraZeneca

Im Bild v.l.n.r. Prim. Univ.-Prof. Dr. Friedrich Hoppichler (Vorstand der Abteilung für Innere Medizin, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Salzburg), Univ. Prof. Dr. Anita Rieder (Institut für Sozialmedizin Medizinische Universität Wien), Prim. Univ.-Doz. Dr. Otto Traindl (Vorstand Interne Abteilung, Landeskrankenhaus Mistelbach),  MR Dr. Gustav Kamenski (Österreichische Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM)), Helmut Schulter (Bundesgeschäftsführer Österreichischer Herzverband) und Hon. Prof. Dr. Robert Schlögel (Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend) 
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=200901&e=20090127_c&a=event

Wien (OTS) - Kardiovaskuläre Beschwerden sind die häufigste
Ursache für chronische Erkrankungen und Todesfälle in Europa.
Jährlich sterben europaweit rund 4,35 Millionen Menschen an den
Folgen von Herz-Kreislauferkrankungen. Das kardiovaskuläre Risiko
wird von biologischen, psychosozialen und Umweltfaktoren beeinflusst.
Als größter Risikofaktor gilt dabei das LDL-Cholesterin. Rund 50
Prozent aller Österreicher weisen ein erhöhtes Gesamtcholesterin auf.
Trotz Aufklärung und guter Behandlungsmöglichkeiten wird die Gefahr,
die von zu hohen LDL-C-Werten ausgeht, immer noch weitgehend
unterschätzt.+++

Herz-Kreislauferkrankungen stellen in Europa die häufigste Ursache
für vorzeitigen Tod dar. Allein in Österreich starben 2007 rund
32.864 Menschen an den Folgen von kardiovaskulären Beschwerden. Ein
erhöhter Cholesterinspiegel ist einer der gefährlichsten
Risikofaktoren für die Bildung von Arteriosklerose, die in der Folge
zu einem lebensbedrohlichen Gefäßverschluss (Herzinfarkt) führen
kann. Das LDL-Cholesterin (Low Density Lipoproteine), im täglichen
Sprachgebrauch oft als das "böse" Cholesterin bezeichnet, lagert sich
bei einem Überangebot an Cholesterin an den Innenschichten der Gefäße
ab. Durch diese Verengung der Herzkranzgefäße, durch die das Herz mit
weniger Sauerstoff versorgt wird, steigt das Risiko eines
Herzinfarkts oder einer Herzmuskelschwäche. Studien belegen, dass die
Senkung des LDL-Cholesterins um 1mg/dl das Herz-Kreislaufrisiko um
ein Prozent senkt. Trotz dieses Wissens werden in der praktischen
Patientenbetreuung die Zielwerte oft nicht erreicht, was besonders
für stark gefährdete Patientengruppen wie Diabetiker oder Personen
mit kardiovaskulärer Vorgeschichte ein hohes Risiko darstellt.
"Österreich liegt in der Verschreibung von Statinen im europäischen
Schnitt, das Verbesserungspotential in unserem Land ist aber sehr
groß. Nur rund 30 bis 40 Prozent der behandelten Patienten liegen im
Zielbereich, bei 60 bis 70 Prozent ist das Potential noch nicht voll
ausgeschöpft. Im Sinne der Patienten wäre es ein wünschenswertes
Ziel, dass Österreich im Bereich der Zielerreichung eine
Vorreiterrolle einnimmt", weiß Prim. Univ. Doz. Dr. Otto Traindl,
Vorstand der Internen Abteilung am LKH Mistelbach.

Die Pressekonferenz bildet den Auftakt zu einer umfassenden
Kampagne, um das Risikobewusstsein für Cholesterinwerte zu erhöhen.
Die Initiative "Liebe Dein Leben. Achte auf dein Risiko. Denk an
LDL!" wird von AstraZeneca unterstützt.

Von Lebensstiländerung bis zur medikamentösen Therapie
Patienten, bei denen noch keine klinisch manifestierte
Arteriosklerose nachgewiesen wurde, können sich durch eine
Lebensstiländerung präventiv schützen. Dazu müssen Risikofaktoren wie
Rauchen, Hypertonie, Adipositas und Bewegungsmangel weitestgehend
reduziert werden. Es gilt jedoch auch hier, auf Zielwerte zu achten.
"Ebenso wichtig ist es, bei noch nicht Erkrankten, also bei noch
Gesunden mit erhöhtem Cholesterinspiegel, die LDL-Cholesterinwerte
(Zielwert 130 bis 160 mg/dl, je nach begleitenden Risikofaktoren) zu
erreichen", so Prim. Univ. Prof. Dr. Friedrich Hoppichler, Vorstand
der Abteilung für Innere Medizin im Krankenhaus der Barmherzigen
Brüder in Salzburg.

Bei Patienten mit einem hohen bis sehr hohen kardiovaskulären
Risiko (diese Gruppe umfasst Patienten mit manifester
Herz-Kreislauferkrankung sowie Patienten mit bekanntem Risiko wie
Diabetiker und Patienten mit Fettwechselstörung) reicht eine
Lebensstiländerung allerdings nicht mehr aus. Neben der Änderung der
Lebensgewohnheiten muss auch eine Behandlung mit Statinen erfolgen,
um die LDL-Werte der Patienten in einen gesünderen Bereich zu
bringen. "Lebensstiländerungen oder Ernährungsumstellungen können den
LDL-Cholesterinspiegel nur um durchschnittlich 15 Prozent senken,
sodass bei diesen bereits erkrankten Personen oder Diabetikern die
Zielwerte nur durch zusätzliche medikamentöse Therapie erreicht
werden", zeigt Hoppichler auf.

Zielwerte in der Praxis

Aufbauend auf internationale Studien wurde eine gemeinsame
Leitlinie von ESC (European Society for Cardiology) und EASD
(European Association for the Study of Diabetes) entwickelt, die für
Patienten mit hohem Risiko einen LDL-Zielwert von <100mg/dl, für
Patienten mit sehr hohem Risiko einen Zielwert von <80md/dl
empfiehlt. Österreich geht hier sogar noch einen Schritt weiter und
empfiehlt für Patienten mit sehr hohem Risiko einen Zielwert von
<70mg/dl. Diese Zielvorgaben werden jedoch nicht in dem Ausmaß
erreicht, wie es möglich wäre. Zwei österreichische Studien weisen
auf das Verbesserungspotential bei der Behandlung mit Statinen hin.

Für das Hospital-Screening-Project (HSP) wurden in zwanzig
Abteilungen für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Kardiologie und
Diabetes/Stoffwechselerkrankungen insgesamt 9.252 Patienten mit hohem
und sehr hohem kardiovaskulärem Risiko beobachtet und die
Zielerreichung gemessen. Lipidsenkung gilt gerade bei diesen
Patientengruppen als wesentliche Maßnahme, um die Entwicklung und das
Fortschreiten der Arteriosklerose zu verhindern. Trotz lipidsenkender
Therapie verfehlte der Großteil der Patienten die vorgegebenen
LDL-C-Zielwerte von <100mg/dl bzw. <70mg/dl. "Nur ein wirksames
Lipidmanagement (durch cholesterinbewusste Ernährung, regelmäßige
körperliche Bewegung und adäquat eingesetzte medikamentöse
Lipidsenkung mit wirksamen Statinen) ist geeignet, das
gesamtgesellschaftliche Risiko auf Herz-Kreislauferkrankungen zu
senken", erklärt Prim. Univ. Prof. Dr. Kurt Huber, Vorstand der 3.
Med. Abt. mit Kardiologie des Wilhelminenspitals. "Die Ergebnisse des
HSP-Projektes belegen weiter", so Huber, "dass die medikamentöse
Praxis zur Senkung der LDL-C-Werte in der Sekundärprävention bei
Risikopatienten auch in speziellen Abteilungen nicht in ausreichender
Dosierung mit geeigneten wirksamen Statinen und unter regelmäßiger
Kontrolle durchgeführt wird. Eine Verbesserung der Situation kann nur
durch eine umfassende Zusammenarbeit zwischen Spitälern, Spezialisten
(Fachärzten) und Allgemeinmedizinern unter Einbindung und Aufklärung
der betroffenen Patienten erreicht werden."

Beim Ordinations-Screening-Projekt (OSP) wurden 1.905 Patienten
über einen Zeitraum von sieben Monaten durch 60 niedergelassene Ärzte
betreut und beobachtet. 89,7 Prozent der Patienten erhielten bereits
beim Screening eine lipidsenkende Therapie mit Statinen. Die
Folgetherapie wurde den Ärzten freigestellt. Bei 55,6 Prozent blieb
die Behandlung unverändert und bei rund 18 Prozent wurde die Dosis
erhöht. Am Ende des Beobachtungszeitraums erreichte nur rund ein
Drittel der Patienten mit hohem Risiko den LDL-C-Zielwert von
<100mg/dl. Rund 93 Prozent der Patienten mit sehr hohem Risiko
erreichten den Zielwert <70mg/dl nicht. "Die Zahl der verschriebenen
Statine nimmt zu. Daher sollte es das Ziel sein, möglichst viele
Patienten in den Zielbereich zu bringen. Besonderes Augenmerk müssen
wir dabei auf jene Patienten legen, die schon Statine nehmen, bei
denen die Werte aber dennoch nicht stimmen. Hier muss entweder die
Dosis gesteigert bzw. auf ein anderes Medikament umgestellt werden.
Denn es ist für fast alle Patienten möglich, den Zielwert zu
erreichen", so Traindl.

Verbesserungspotentiale ausschöpfen

In Österreich wurde in der Vergangenheit bereits viel zur
Bewusstseinssteigerung und Verbesserung der Versorgungsqualität
getan, Entwarnung geben die Experten aber dennoch nicht. An den
verantwortungsvollen Umgang mit Cholesterin appelliert auch Hon.
Prof. Dr. Robert Schlögel vom Bundesministerium für Gesundheit,
Familie und Jugend: "Entscheidend ist auch, dass die Primärprävention
gegen die Entwicklung einer Arteriosklerose von Kindesalter an gelebt
wird. Letztlich liegt aber die Verantwortung bei jedem Einzelnen für
sich selbst, ob er durch gesunde Lebensweise und durch
Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersuchung möglichst lange gesund und
arteriosklerosefrei leben will und wird oder nicht." Da erhöhte
Cholesterinwerte auch immer mehr junge Menschen betreffen, ist auch
diesem Umstand Rechnung zu tragen. "Eine Analyse von
Stellungsuntersuchungen beim Bundesheer zeigte bereits bei jungen
Männern erhöhte Cholesterinwerte. Darum ist es wichtig, bereits bei
Jugendlichen die Cholesterinwerte bestimmen zu lassen, vor allem
dann, wenn Familienmitglieder eine Herzerkrankung oder einen
Schlaganfall hatten", betont Hoppichler.

Die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten
(Allgemeinmedizinern, Fachärzten und Betroffenen) sollte weiterhin
verbessert werden, um eine optimale Betreuung zu erreichen. Darauf
weist auch MR Dr. Gustav Kamenski, Präsident der
Niederösterreichischen Gesellschaft für Allgemein- und
Familienmedizin, hin: "Es sollte auf eine ausreichende
interkollegiale Kommunikation (Befundübermittlung!) geachtet werden,
vor allem, wenn es um Fragen der Compliance, von Nebenwirkungen und
Interaktionen, um eine Therapieumstellung oder um
Kontrolluntersuchungen geht."

Hinweis für Redaktionen:

Auf www.welldone.at finden Sie die Inhalte der Pressemappe zum
kostenfreien Download.

Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=200901&e=20090127_c&a=event

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .

Rückfragehinweis:
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Mag. Elisabeth Kranawetvogel | Mag. (FH) Petra Plavec | Public Relations
Lazarettgasse 19/4. OG, 1090 Wien
Tel.: 01/402 13 41-40 bzw. 20 | E-Mail: pr@welldone.at

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