- 26.01.2009, 16:02:22
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Das Fundament der Wirtschaft gerät in Gefahr - von Robert Gillinger
Der Protektionismus erhält Aufwind - die Rechnung wird folgen
Wien (OTS) - Die Gefahr steigt, für uns alle. Denn der staatliche
Interventionismus greift munter um sich - und wird zwar vielleicht
die akuten Folgen der tief greifenden Wirtschaftskrise lindern, doch
das Danach macht uns von Tag zu Tag mehr Sorgen.
Natürlich hat der Vorschlag gewissen Charme, wieder eine
"Pleitenholding" GBI ins Leben zu rufen. Sitzen in der Holding echte
Manager, kann der Staat mit seinem Engagement einen Gewinn erzielen.
Doch wird in vielen Fällen nicht nur das Leiden verlängert? Es gibt
leider genug Beispiele, dass Regionalpolitik mit entsprechender
Subventionierung das Leiden maroder Unternehmen einfach nur
verlängert. Dank deren Subventionierung können sie bis dahin mit
gesunden Firmen in Wettbewerb treten - und damit auf deren Füße.
Womit diese dann schlechter dastehen und natürlich weniger Jobs
anbieten als ohne die subventionierten Konkurrenten. Ob das Ganze
dann aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ein Gewinn war? Wichtig ist
jedenfalls, dass nur jene Unternehmen in den Genuss einer
Pleitenholding-Mitgliedschaft kommen dürften, die unverschuldet in
die Krise gerieten, etwa durch den zögerlicheren Kreditfluss der
Banken. Wer hingegen bereits vorher kein Geld bekam, verdient es
jetzt auch nicht.
Was uns aber vor allem Sorgen machen muss, ist das Ende der
internationalen Arbeitsteilung, der zunehmende Protektionismus. Dazu
gehört eine Pleitenholding auf regionaler Sicht genauso wie der
schwer zu verurteilende Mittelfluss deutscher Bundesländer an
Schaeffler, die sich mit der Conti-Übernahme übernommen hat. Damit
werden alle Schleusen geöffnet. Oder Frankreichs Präsident Nicolas
Sarkozy, der Staatshilfe für die Automobilindustrie nur dann geben
will, wenn diese trotz Überkapazitäten keine französischen Fabriken
schließt und auch in der Heimat einkauft, selbst wenn’s etwa in
Österreich billiger wäre. Da müssen sich ganz einfach Strukturen
entwickeln, die dann am Weltmarkt keine Chance haben und die
Arbeitsplätze nicht heute, aber morgen, vernichten - mitsamt den bis
dahin geflossenen Staatsgeldern.
Auch der Hort der freien Marktwirtschaft - die USA - sorgen sich
mittlerweile nicht mehr um den freien Markt, nur den eigenen. Wie
sonst könnte der designierte Finanzminister von China eine
Währungsaufwertung fordern? Von jenem Land, dessen Exporte in die USA
gerade einbrechen, dessen soziale Stabilität durch die Krise
gefährdet ist und dessen wirtschaftliche Entwicklung derzeit sicher
nicht für eine Aufwertung spricht. In der Krise ist das eigene Hemd
halt am nächsten - selbst ein mottenverseuchtes …
Rückfragehinweis:
WirtschaftsBlatt
Redaktionstel.: (01) 60 117/300
http://www.wirtschaftsblatt.at
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