LR Mikl-Leitner übergab Lucia Rupf aus Trandorf den AUVA Pflegepreis Niederösterreich 2008

Wien (OTS) - Der AUVA Pflegepreis Niederösterreich wird für die mehrjährige, aufopfernde Pflege eines nach einem Arbeitsunfall dauerhaft Schwerverletzten im Familienverband vergeben. Die Preisträgerin 2008 ist Lucia Rupf (42 Jahre) aus Trandorf. Die Ehrung fand am Montag, dem 26. Jänner 2009, um 10 Uhr im Ostarrichisaal des St. Pöltener Landhauses statt. Der AUVA Pflegepreis Niederösterreich 2008 wurde von Soziallandesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner und Direktorin Mag. Friederike Lackenbauer, AUVA Landesstelle Wien, verliehen. Er entstand 1998 auf Anregung von LH-Stellvertreterin Liese Prokop und steht unter der Patronanz von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll. Josef Staudinger, Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich, stellt einen Urlaub zur Verfügung; der Gutschein dafür wurde von Hon.Prof.(FH) Dr. Bernhard Rupp, Arbeiterkammer NÖ, übergeben.

"Die Pflege zu Hause bedeutet körperliche und seelische Betreuung rund um die Uhr. Parallel dazu gilt es den Haushalt, weitere Familienmitglieder zu versorgen, Termine zu koordinieren. Unsere Preisträgerinnen und Preisträger sind echte FamilienmanagerInnen, die viele Opfer bringen. Für ihre großartigen Leistungen wollen wir -auch stellvertretend für die Versicherten - herzlich danken," sagte Mag. Friederike Lackenbauer, Direktorin der AUVA Landesstelle Wien, und dankte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Soziallandesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner für den feierlichen Rahmen und den Ehrenschutz.

"Mit dem AUVA Pflegepreis wollen wir jene Personen vor den Vorhang holen, die für unsere ganze Gesellschaft Vorbild sind. Nächstenliebe, Opferbereitschaft und unendlich liebevoller Einsatz im Dienste pflegebedürftiger Familienangehöriger stehen Tag täglich und rund um die Uhr an der Tagesordnung. Diese großartigen Verdienste gehören ausgezeichnet aber wir wollen diesen Menschen mit diesem AUVA Pflegepreis auch unsere Hochachtung und unseren aufrichtigen Dank aussprechen", meinte Soziallandesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner.

Der Pflegepreisträgerin gratulierten Familienangehörige und Freunde, Kammerrat Rudolf Silvan, Gewerkschaft Bau-Holz und Vorsitzender des AUVA Landesstellenausschusses, Senator h.c. Prof. Dr. Mag. Günther Schön, stellvertretender Vorsitzender des AUVA Landesstellenausschusses, Direktor Dr. Franz Wiedersich, Wirtschaftskammer NÖ, Bürgermeister Manfred Hackl, Mühlendorf, Vizebürgermeister Johann Dallinger, Mühlendorf, Obmann Manfred Schweizer, Verband Querschnittgelähmter Österreichs, die Ersthelfer Silvia und Wolfgang Sekora, Trandorf, sowie Paul Brunner, ÖAMTC Flugrettung, Jurymitglieder und Mitarbeiter der AUVA Landesstelle Wien.

Der AUVA Pflegepreis besteht neben einer Urkunde aus dem Bronze-Relief "Sonnenstiege" des Künstlers Prof. Horst Aschermann und einem Erholungsurlaub in einem behindertengerechten Hotel, den Josef Staudinger, Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich, zur Verfügung stellt. Josefa Petias, die Preisträgerin des Vorjahres, beabsichtigt im Sommer 2009 eine Woche nach Schladming zu fahren.

In Österreich leben rund 7.300 Schwerstversehrte nach einem Arbeitsunfall, rund 3.000 davon in Niederösterreich, Burgenland und Wien. In Niederösterreich fallen derzeit vierzehn AUVA Versehrte in die Pflegestufe 7 (bis zu Wachkoma), fünf Versicherte in die Stufe 6 sowie 45 Personen in die Pflegestufe 5 (schwere Querschnittslähmungen). Erfreulicherweise werden in Niederösterreich alle Versicherten der höchsten Pflegestufe zu Hause gepflegt. Für die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) zählt die Rehabilitation neben der Prävention, der Unfallheilbehandlung und der finanziellen Entschädigung zu den vier Kernaufgaben. In den vier AUVA Rehabilitationszentren in Österreich werden jährlich 5.000 Menschen nach Unfällen so weit wie möglich auf die Rückkehr in ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben vorbereitet - wie zum Beispiel der Skirennfahrer Mathias Lanzinger.

Die Auswahl der Pflegerin und des Pflegers des Jahres erfolgt in einem mehrstufigen Bewertungsprozess. Gemeinsam mit den regionalen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern werden vom Rehabilitationsteam der AUVA Landesstelle Wien alle BetreuerInnen, die einen schwerstversehrten Angehörigen nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit aufopfernd und lange Jahre zu Hause pflegen, nominiert. Als Kriterien gelten: eine Pflegedauer von mehr als drei Jahren für Versehrte der höchsten Pflegestufe 7, mehr als fünf Jahren für Pflegestufe 6 und mehr als zehn Jahren für Versicherte der Pflegestufe 5.

Dr. Djawad Lessan, Chefarzt der AUVA Landesstelle, Hermine Ebner, Pflegedienstleiterin des AUVA Unfallkrankenhauses und des Rehabilitationszentrums Wien-Meidling, und Werner Vogl, Leiter des Rehabilitationsteams in der Leistungsabteilung, besuchen die Kandidaten und wählen maximal zwei Pflegepersonen aus. Ausschlaggebend neben der Pflegedauer sind die Pflegeintensität, der gesundheitliche Zustand, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die Entbehrungen, die die Kandidatinnen und Kandidaten auf sich nehmen. Die endgültige Auswahl trifft eine Jury, der die Arbeiterkammer Niederösterreich, die Neue NÖN und Direktorin Mag. Friederike Lackenbauer, Leiterin der AUVA Landesstelle Wien, angehören.

Die Wahl für 2008 fiel auf Lucia Rupf. Die 42-Jährige betreut ihren Sohn seit rund 7 Jahren zu Hause. Mathias war im März 2000 am Heimweg von der Schule nicht weit vom Wohnhaus von einem Pkw erfasst und lebensgefährlich verletzt worden. Die Erstversorgung und der Transport ins Krankenhaus verliefen dramatisch. Der Sechsjährige musste dreimal wiederbelebt werden. Im August 2000 erwachte er aus dem Wachkoma und wird seit Juni 2001 zu Hause betreut. Lucia Rupf unternimmt alles, um ihrem Sohn trotz Schädel-/ Hirntrauma ein seiner Jugend entsprechendes und selbstbestimmtes Leben zu Hause zu ermöglichen. Dank der intensiven Rehabilitation besucht der heute 15-Jährige die Sonderschule in Spitz. Mit dem Elektro-Rollstuhl darf er nach bestandener Fahrradprüfung allein Verwandte und Freunde im Ort besuchen. Allerdings haben seine Eltern ein für ihn unsichtbares Sicherheitsnetz geknüpft. Von der Exekutive über Nachbarn, Freunde und Familienmitgliedern haben alle ein Auge auf ihn während seiner Alleingänge.

Lucia Rupf ist am 15. Jänner 1966 in Gobelsburg geboren und hat vier Geschwister. Als Verkäuferin in einer Fleischhauerei in Spitz lernte sie ihren Mann kennen, der dort als Fleischhauer arbeitete. Im Jahre 1988 wurde geheiratet und 1992 das neu errichtete Haus bezogen. Lucia Rupf hat drei Söhne: Thomas ist 18 Jahre alt und Maurer, Andreas 17 Jahre und Malerlehrling, sowie Mathias. Im Dezember ist für Familie Rupf Hochsaison: frisch geschnittene Christbäume vom Jauerling werden in Langenlois, Pöchlarn und Wien verkauft.

Die AUVA Landesstelle Wien unterstützt Familie Rupf mit den notwendigen Hilfsmitteln (Rollstühle, Beatmungsgerät, orthopädische Innenschuhe, Krankenbett, Stehtisch, Haltegriffe, Therapiefahrrad etc.), sowie einem Zuschuss zum Autokauf bislang in der Höhe von rund 111.500 Euro. Matthias Rupf erhält Pflegegeld der höchsten Stufe 7 und eine Dauerrente.

Die AUVA Landesstelle Wien finden Sie im Internet unter www.auva.at/wien

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