- 25.01.2009, 09:00:00
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"trend": Turbulenzen im Kärntner Renommierspital
Schwere finanzielle Probleme rund um den Neubau des Landeskrankenhauses Klagenfurt rücken das Großprojekt in schiefes Licht
Wien (OTS) - Einen Monat vor der Kärntner Landtagswahl ist das
314-Millionen Euro schwere Neubauprojekt Landeskrankenhaus
Klagenfurt bzw. die Krankenhaus-Gesellschaft KABEG in eine schwere
Krise geraten, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner
kommenden Montag erscheinenden Ausgabe. Nach dem Rücktritt des
Aufsichtratsvorsitzenden Martin Strutz (BZÖ) reklamiert die SPÖ mit
Gesundheitslandesrat Peter Kaiser den Posten für sich, was aber von
der ÖVP nicht akzeptiert wird. Sie verlangt eine Neuwahl des
Vorsitzenden. Der von der ÖVP in den Aufsichtrat entsandte
Wirtschaftsprüfer Johann Neuner legt sein Aufsichtratsmandat mit
sofortiger Wirkung zurück, er könne dort "nichts bewegen", erklärt
Neuner gegenüber "trend".
Zusätzlich hat die KABEG seit 16. September keinen Vorstand, das
Unternehmen wird interimistisch von zwei Beamten geführt. Der letzte
Vorstand, Dieter Mandl, war nur ein halbes Jahr im Amt, er war vom
BZÖ geholt worden, musste aber nach personellen Turbulenzen das Haus
bald wieder verlassen. Ein neuer Vorstand ist nicht in Sicht,
zusätzlich droht das Großprojekt finanziell aus dem Ruder zu laufen:
Die aus dem Landesbudget ausgegliederte KABEG hat mittlerweile
Schulden von 1,5 Milliarden Euro angehäuft, wie der "trend"
darstellt.
Der von Haider "gedeckelte" "Nettogebarungsabgang" von 196
Millionen Euro pro Jahr schnellte zuletzt auf 218 Millionen Euro
hoch, zuzüglich Finanzierungskosten. Wirtschaftsprüfer Neuner
befürchtet, dass der Abgang 2013 bei 300 Millionen Euro liegen
könnte, fast jener Summe, die der gesamte Neubau des LKH kosten
sollte.
ÖVP-Klubobmann Stephan Tauschitz schlägt Alarm. "Nicht nur KABEG,
sondern ganz Kärnten ist ein Sanierungsfall" sagt Tauschitz im
"trend". Seine Befürchtung: "Das Budget wird explodieren."
Tatsächlich sind die Schulden des Landes insgesamt auf weit über zwei
Milliarden Euro angewachsen und damit ungefähr so hoch wie das
jährliche Landesbudget; Kärnten hat im Bundesländervergleich die
höchste Pro-Kopf-Verschuldung aufzuweisen.
Tauschitz befürchtet, dass der Fertigstellungstermin des LHK um
mehrere Monate verfehlt wird, was weitere Kosten nach sich ziehen
könnte. Die von Jörg Haider bei der Grundsteinlegung 2006
versprochene "Folgekosteneinsparung" von 22 Millionen Euro im
laufenden Betrieb, sagt Tauschitz, "können wir uns abschminken". Mit
ein Grund dafür: Für sämtliche rund 7000 KABEG-Mitarbeiter existiert
eine Arbeitsplatzgarantie, dazu gibt es eine Standortgarantie für
alle Landesspitäler. Diese Regelungen wurden von BZÖ und SPÖ per
Landesverfassungsgesetz festgeschrieben.
Im Endausbau wird das LKH 1350 Betten groß sein. Kärnten hat,
verglichen mit allen anderen Bundesländern außer Wien, die höchste
Bettendichte und die höchsten Spitalskosten pro Kopf.
Rückfragehinweis:
trend Redaktion
Tel.: (01) 534 70/3402
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