- 16.01.2009, 11:20:50
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BERLAKOVICH bei Grünen Woche: Klare Positionen und Akzente für Österreichs Landwirtschaft
Landwirtschaftsminister Berlakovich gibt Schwerpunkte für 2009 vor - Milch und Erneuerbare Energie zählen zu den Prioritäten im Bereich Landwirtschaft
Wien (OTS) - "Das Jahr 2009 ist aufgrund der Wirtschaftskrise auch
für die österreichischen Bäuerinnen und Bauern ein sehr schwieriges
Jahr. Wir können diese schwere Zeit jedoch gleichzeitig auch als
Chance sehen, um wichtige Weichenstellungen für die Zukunft treffen
zu können. Klar ist, dass die Budgetverhandlungen nicht leicht
werden. Wir müssen aber die Dinge sicherstellen, die für die
österreichische Landwirtschaft und somit für die österreichischen
Bäuerinnen und Bauern unerlässlich sind. Dazu gehören insbesondere
die Kofinazierung der Ländlichen Entwicklung - darunter ÖPUL oder das
Bergbauernprogramm - sowie die Investitionsförderung", so
Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich heute in einer gemeinsamen
Pressekonferenz mit Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard
Wlodkowski und Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch anlässlich der
Grünen Woche in Berlin.
Um die bestehenden Märkte abzusichern beziehungsweise besonders
unter Druck geratene Sektoren zu unterstützen, setzt der Minister
zukünftig verstärkt auf Marketingoffensiven. Konkret heißt das, dass
die Exportoffensive Lebensmittel mit der Wirtschaftskammer Österreich
weitergeführt wird. Auch im Weinbereich gibt es gemeinsam mit der AMA
und der Weinmarketing Gesellschaft neue Akzente im Marketingbereich,
um insbesondere auf Drittmärkten erfolgreich zu sein. Mit der AMA ist
darüber hinaus auch eine Biooffensive geplant. Im Rahmen der
Initiative GENUSS REGION ÖSTERREICH steht die Stärkung der ländlichen
Regionen und der regionalen Lebensmittel im Vordergrund der
gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit von Lebensministerium, AMA und
Österreich Werbung. "Nur so können wir Impulse zur Überwindung der
Krise geben", so der Minister weiter.
Ztl.: Umfangreiches Milchpaket umsetzen
2009 muss auch im Zeichen der Milch stehen. Der Milchpreis gerät
immer mehr unter Druck, viele lukrative Märkte brechen aufgrund der
Krise weg. Der Health Check der Gemeinsamen Agrarpolitik führt
überdies zu einer großen Umstellung: 2015 fällt die Quotenregelung
weg, der Health Check brachte auch eine zusätzliche Erhöhung der
Milchquote.
"Darum müssen wir im heurigen Jahr hier einen besonderen
Schwerpunkt setzen. Wir haben mit der Europäischen Union bereits ein
Milchausgleichspaket ausgehandelt, das nun auf nationaler Ebene
umgesetzt werden muss. Wir dürfen dabei keine Zeit verlieren und
müssen sofort damit beginnen. In einem ersten Schritt wird die
Neuberechnung des Fettfaktors eine Einsparung von 12,5 Millionen
jährlich für die Milchbetriebe bringen. Kernstück des neuen
Milchpakets ist auch die Milchkuhprämie, die aus bisher ungenutzten
Zahlungsansprüchen der Einheitlichen Betriebsprämie gespeist wird",
so Berlakovich weiter. "Die EU muss hier aber massiv mithelfen, die
Schwierigkeiten am Milchmarkt zu lösen. Direkthilfen an die Bauern
und Marktentlastungen sind heuer jedenfalls Gebot der Stunde."
Ztl.: Klare Kennzeichnung ist ein generelles Anliegen im gesamten
Lebensmittelbereich
Im heurigen Jahr stehen bei der Lebensmittelkennzeichnung eine
Reihe von wichtigen Entscheidungen und Themen auf der Agenda: Die
Gütezeichen-Verordnung läuft heuer aus, hier bedarf es dringend einer
Nachfolgeregelung, die für die KonsumentInnen auch weiterhin
Sicherheit und Information bietet. Die bestehenden Gütesiegel -
darunter das AMA Gütesiegel oder das AMA Biozeichen - müssen
verstärkt ausgebaut werden. Darüber hinaus gilt es eine sinnvolle
Vielfalt von Gütezeichen staatlich abzusichern, sprich ein neues
System der Qualitätskennzeichnung zu schaffen und die Qualität vom
Stall bis zum Teller nachvollziehbar zu machen. "Uns ist wichtig,
dass die KonsumentInnen einfach Vertrauen in die Produkte haben, die
mit einem offiziell anerkannten Gütesiegel ausgestattet sind", hält
der Minister fest.
Auch auf EU Ebene gibt es in diesem Bereich einiges zu tun: Die
Europäische Kommission erarbeitet derzeit ein Grünbuch zur Qualität
der Agrarerzeugnisse mit wichtigen Fragestellungen unter anderem zu
den Themen Konsumenteninformation oder Kennzeichnung von
Lebensmitteln. Das Grünbuch wird voraussichtlich im Sommer dieses
Jahres erscheinen.
Analog zum EU-weit geregelten System der Herkunftsbezeichnung bei
Rindfleisch, fordert Österreich eine entsprechende
Herkunftsbezeichnung auch Schweinefleisch. "Gerade im sensiblen
Fleischbereich wollen wir damit sicherstellen, dass die Urproduktion
für die Kennzeichnung im Mittelpunkt steht und nicht die
Wertschöpfung bei der Verarbeitung", so Berlakovich.
Schließlich tritt mit 1. August 2009 auch im Weinbereich eine neue
Kennzeichnungsverordnung in Kraft. Dabei ist eine bessere
Kennzeichnung für Tafelweine geplant, diese darf jedoch nicht zur
Verwirrung der KonsumentInnen führen. Unser Ziel ist hier klar: Wir
wollen den Österreichischen Qualitätswein auch weiterhin so gut
positionieren wie bisher.
Ztl.: GENUSS REGION ÖSTERREICH - Weiterführung der erfolgreichen
Initiative
Die letzten Jahre haben gezeigt, dass neben Qualität und Frische
den KonsumentInnen die Herkunft der Lebensmittel besonders wichtig
ist. Die erfolgreiche Initiative GENUSS REGION ÖSTERREICH wurde daher
erneut im Regierungsprogramm festgeschrieben. Ziel sind
Musterregionen mit vorbildlicher Zusammenarbeit der Landwirtschaft
mit Gastronomie, Handel und Tourismus. Im heurigen Jahr gibt es einen
besonderen Schwerpunkt im Bereich Tourismus. Berlakovich: "Auch hier
gilt unser Ansatz, die Krise als Chance zu sehen: Aktuelle Studien
belegen, dass gerade das kulinarische Angebot ein wichtiges Motiv
ist, um in Österreich Urlaub zu machen. Hier kann sich Österreich
verstärkt positionieren und sein Profil als Genussland im Herzen
Europas schärfen. Um dabei erfolgreich zu sein, gehen die Genuss
Regionen für die nächsten Jahre eine intensive Zusammenarbeit mit der
Österreich Werbung auf dem deutschen Markt ein."
Ztl.: Ausbau der Bioenergie ist Anliegen mit hoher Priorität
Als letzten Punkt nannte der Minister die Gemeinsame Agrarpolitik
nach 2013. Die Diskussion wird auf EU-Ebene intensiv beginnen, auch
Österreich wird sich dabei mit klaren Positionen offensiv einbringen.
Konkrete Anliegen sind etwa die Sicherung der Lebensmittelversorgung
oder die Erhaltung von Sektoren, die ohne entsprechende Unterstützung
nicht wettbewerbsfähig sind. Auch die Förderung der regionalen
Produktion zählt sicher zu den wichtigsten Anliegen - insbesondere in
Hinblick auf den Klimaschutz und der Versorgungssicherheit. Damit den
heimischen Bäuerinnen und Bauern möglichst optimale
Entwicklungschancen geboten und sie gut auf die Zukunft vorbereitet
werden, startet Berlakovich im Frühjahr eine großen Informations- und
Diskussionsoffensive. In den letzten Monaten fanden dazu bereits
Gespräche auf Expertenebene statt, nun soll die Diskussion in die
Breite und direkt zu den Bauern auf die Höfe getragen werden.
Ein wichtiges Thema dabei ist neben Wettbewerbsfähigkeit und die
Rolle der Frauen in der Landwirtschaft auch das Thema Bioenergie.
Österreich hat bereits jetzt eine Vorreiterrolle im Bereich Biomasse,
diese gilt es auszubauen. Im Energiemasterplan der Bundesregierung
wird die Biomasse aus der Land- und Forstwirtschaft eine wichtige
Rolle spielen - ebenso wie erneuerbare Energien, wobei die Potenziale
für Solarenergie und Windkraft noch weitgehend ungenützt sind. "Ziel
muss es sein, in den Regionen vorhandene Ressourcen optimal zu nutzen
und damit in Richtung energieautarke Regionen zu gehen", so
Berlakovich abschließend.
Rückfragehinweis:
Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823
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