AK: Fluggäste haben jetzt mehr Rechte bei Flugannullierungen

Arbeiterkammer (AK) informiert, wie Rechte genutzt werden können

Wien (OTS) - Jetzt haben Fluggäste ein Recht auf Ausgleichszahlungen zwischen 250- und 600 Euro, wenn ihr Flug kurzfristig annulliert wurde. Der Europäische Gerichtshof hat im Dezember 2008 der Praxis einiger Fluglinien, Flüge unter Berufung auf "technische Probleme" kurzfristig zu annullieren, eine Absage erteilt. "Das ist ein Sieg für den Konsumentenschutz. Damit hat sich der EuGH auch der Rechtsansicht der Arbeiterkammer voll angeschlossen", so AK Konsumentenschützer Harald Glatz. Die AK hatte ihre Expertise im Gerichtsverfahren eingebracht.
Laut einer EU-Verordnung (261/2004/EG) stehen Personen, die von Flugannullierun-gen betroffen sind, bestimmte Unterstützungsleistungen zu. Unter anderem haben sie das Recht auf Ausgleichszahlungen. Dabei handelt es sich um pauschale Geldbeträge, die - abhängig von der Flugentfernung - von 250 bis 600 Euro pro Person reichen.
"Nur noch in krassen Ausnahmefällen - wenn technische Probleme auf außergewöhnliche, vom Flugunternehmen nicht beherrschbare Umstände zurückgehen - müssen Flugunternehmen keine Ausgleichszahlungen an die betroffenen Konsumenten leisten", so Glatz. Flugunternehmen sind demnach dann von der Leistung befreit, wenn die Annullierung nachweislich "auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht, die sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären".
Auf diesen sperrigen Passus beriefen sich immer wieder Flugunternehmen, wenn sie unter dem Vorwand "technischer Gebrechen" ihren Passagieren die Pauschalvergütungen vorenthalten haben. Manche kritischen BeobachterInnen vermuteten hier bisweilen schon eher eine mangelnde Kapazitätsauslastung des betroffenen Flugzeugs als wahren Hintergrund der Annullierung anstelle der "technischen Gebrechen". Dieser verpönten Praxis schob der EuGH mit Urteil vom 22.12.2008 in der vom Handelsgericht Wien ausgehenden Rechtssache "Wallentin-Hermann gegen Alitalia" endgültig einen Riegel vor. Technische Probleme könnten nur dann von der Zahlung der Ausgleichszahlung befreien, wenn sie für das Flugunternehmen nachweislich weder vorher-sehbar noch beherrschbar sind.

Wie können Sie Ihre Fluggastrechte wahrnehmen:
+ Ausgleichszahlungen gibt es für Fluggäste, die von einem Flughafen in der EU ihren Flug antreten. Ausgleichszahlungen gibt es auch dann, wenn man aus einem Nicht-EU-Staat mit einer Fluglinie der EU in ein EU-Land fliegt.
+ Verlangen Sie bei einer Nichtbeförderung, Überbuchung oder Flugabsage eine Ausgleichszahlung - und zwar von der ausführenden Fluglinie!
+ Keine Ausgleichszahlungen muss die Fluglinie bei Bekanntgabe der Streichung eines Fluges mindestens zwei Wochen vor Reiseantritt leisten.
+ Bei der Geltendmachung Ihrer Forderung unterstützt Sie auch die Fluggastrechte-Schlichtungsstelle im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie.
SERVICE: Weitere Infos zu den Fluggastrechten unter www.arbeiterkammer.at

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Ute Bösinger
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