• 15.01.2009, 11:51:02
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Hallein: Salzburger Erzbischof solidarisch mit Papierfabrik-Arbeitern

Kothgasser: "Habe kein Verständnis für Unternehmenspolitik, die nur Gewinnmaximierung zum Ziel hat"

Salzburg, 15.1.09 (KAP) Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser
hat den Arbeitern der vor dem Aus stehenden Papierfabrik in Hallein
die Solidarität der Kirche versichert. Er sei "tief betroffen" über
die angekündigte Schließung der Papierproduktion durch den finnischen
Eigentümer, so Kothgasser am Donnerstag in einer Presseaussendung der
Erzdiözese Salzburg. Mit den Arbeitsplätzen sei die Existenzgrundlage
vieler Familien verbunden. Ihnen gelte die Sorge der Kirche.

"Ich habe kein Verständnis für eine Unternehmenspolitik, die nur
Gewinnmaximierung zum Ziel hat", betonte der Erzbischof in seiner
Stellungnahme. Die "dramatische" Entscheidung über die Halleiner
Papierfabrik zeige, "dass wir ein europäisches Wirtschaftsbewusstsein
und einen neuen dienenden Führungsstil brauchen", so Kothgasser.

Der Salzburger Erzbischof hatte bereits vor rund zwei Wochen in
seiner Silvesterpredigt im Salzburger Dom darauf hingewiesen, dass
wirtschaftliches Wachstum und menschliche Entwicklung nicht von
einander getrennt werden dürfen. Menschliches Arbeiten und
Wirtschaften diene der Existenzsicherung, dem Aufbau des Gemeinwohls
und der schöpferischen Verwirklichung des Menschseins.

Durch die Schließung der Papierproduktion in Hallein verlieren 485
der 680 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz. Die Zellstoffproduktion
sowie die Energieerzeugung sollen fortgeführt werden. Die ersten
Arbeiter in der Papierfabrik werden schon in den nächsten Tagen zur
Kündigung angemeldet. Bis 2010 sollen die 485 Jobs gestrichen werden.
(ende)
K200900426
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