Hallein: Salzburger Erzbischof solidarisch mit Papierfabrik-Arbeitern

Kothgasser: "Habe kein Verständnis für Unternehmenspolitik, die nur Gewinnmaximierung zum Ziel hat"

Salzburg, 15.1.09 (KAP) Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser hat den Arbeitern der vor dem Aus stehenden Papierfabrik in Hallein die Solidarität der Kirche versichert. Er sei "tief betroffen" über die angekündigte Schließung der Papierproduktion durch den finnischen Eigentümer, so Kothgasser am Donnerstag in einer Presseaussendung der Erzdiözese Salzburg. Mit den Arbeitsplätzen sei die Existenzgrundlage vieler Familien verbunden. Ihnen gelte die Sorge der Kirche.

"Ich habe kein Verständnis für eine Unternehmenspolitik, die nur Gewinnmaximierung zum Ziel hat", betonte der Erzbischof in seiner Stellungnahme. Die "dramatische" Entscheidung über die Halleiner Papierfabrik zeige, "dass wir ein europäisches Wirtschaftsbewusstsein und einen neuen dienenden Führungsstil brauchen", so Kothgasser.

Der Salzburger Erzbischof hatte bereits vor rund zwei Wochen in seiner Silvesterpredigt im Salzburger Dom darauf hingewiesen, dass wirtschaftliches Wachstum und menschliche Entwicklung nicht von einander getrennt werden dürfen. Menschliches Arbeiten und Wirtschaften diene der Existenzsicherung, dem Aufbau des Gemeinwohls und der schöpferischen Verwirklichung des Menschseins.

Durch die Schließung der Papierproduktion in Hallein verlieren 485 der 680 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz. Die Zellstoffproduktion sowie die Energieerzeugung sollen fortgeführt werden. Die ersten Arbeiter in der Papierfabrik werden schon in den nächsten Tagen zur Kündigung angemeldet. Bis 2010 sollen die 485 Jobs gestrichen werden. (ende)
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