Weiter um den Standort Hallein kämpfen

Burgstaller: "Ganz Salzburg steht in Solidarität zusammen" / Haslauer: "Alle Möglichkeiten ausschöpfen"

Salzburg (OTS) - Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller hatte für heute, Donnerstag 15. Jänner, Früh zu einem Gespräch über die Zukunft des Halleiner Papierwerks in den Chiemseehof eingeladen. Dabei wurde vereinbart, in zwei Richtungen weiterzuarbeiten: Zum einen soll der Druck auf die Vertragspartner Sappi und M-real erhöht werden, dass diese noch andere Investoren zulassen. Zum anderen wurde vereinbart, mit dem möglichen Käufer Lenzing AG Kontakt aufzunehmen, um diesen zu überzeugen, eine weitere Produktion zuzulassen. "Ganz Salzburg steht in Solidarität zusammen", so Burgstaller.

Burgstaller konnte bei dem Gespräch mitteilen, dass die Landesregierung in beide Richtungen aktiv ist. Betreffend des erhöhten Drucks auf Sappi und M-real hat Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer rechtliche Schritte vorbereitet. Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller andererseits hat Kontakte zum Hauptquartier von Sappi International in Südafrika aufgenommen. Ziel dieser beiden Initiativen ist es, Sappi und M-real dazu zu bewegen, die weitere Produktion am Standort Hallein zuzulassen.

Parallel dazu wurde berichtet, dass Kontakte zur Lenzing AG aufgenommen wurden. Die Lenzing AG plant, in Hallein die Zellulose-und Energieproduktion zu übernehmen. Ziel der Gespräche mit Lenzing wird es sein, die Oberösterreicher zu gewinnen, ebenfalls eine weitere Produktion am Standort zu unterstützen. Burgstaller betonte, dass es gestern Nachmittag konstruktive Kontakte mit Lenzing gab: "Es scheint, dass Lenzing Teil einer Lösung sein möchte." Fraglich ist, inwieweit M-real durch Vertragselemente bei ihrem Verkauf des Werks eine solche Lösung gefährden könnte.

Haslauer: Wir lassen uns nicht durch Drohungen unter Druck setzen

Das Land Salzburg werde alle Möglichkeiten ausschöpfen, um ein Maximum an Arbeitsplätzen am Standort Hallein zu erhalten, betonte Wirtschaftsreferent LH-Stv.Dr. Wilfried Haslauer: "Wir werden auf der einen Seite das Gespräch mit der Lenzing AG, die dem Vernehmen nach an der Übernahme der Zellstoff- und Energieproduktion interessiert ist, suchen und diese Gespräche auch unter der Prämisse führen, ob nicht eine Ausweitung der Produktion am Standort Hallein auf zusätzliche Bereiche möglich ist. Auf der anderen Seite werden wir die Vorgangsweise von M-real mit Sicherheit nicht hinnehmen und den Deal zwischen M-real und Sappi, der aus unserer Sicht klar dem Wettbewerbsrecht widerspricht, bei der Europäischen Kommission mit den uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln bekämpfen. Die Salzburger Landesregierung lässt sich aber mit Sicherheit nicht durch Drohungen des M-real-Konzerns unter Druck setzen!"

Gerade dass M-real nervös auf die von uns angekündigten rechtlichen Schritte reagiert, zeige, so Haslauer weiter, dass man sich in Finnland offensichtlich nicht sicher ist, wie dieses Verfah-ren bei der Europäischen Kommission ausgehen wird. "Wir hoffen, hier noch entsprechenden Druck aufbauen zu können und die Finnen vielleicht doch noch zu einem Verkauf der Papierproduktion zu bewegen", so der Wirtschaftsreferent.

Betriebsrat und Gewerkschaften kündigten heute an, weiter Unterschriften für den Erhalt des Standortes zu sammeln. Damit soll der öffentliche Druck aufrecht erhalten bleiben.

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