• 12.01.2009, 11:44:41
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Das Panorama-Riesenrundgemälde "Die Schlacht am Bergisel" kann unter strengen Auflagen auf den Bergisel übersiedeln

Klare denkmalschutzrechtliche Auflagen seitens der Kulturministerin für die sichere Translozierung

Wien (OTS) - Die Übersiedlung des Riesenrundgemäldes vom Rennweg
in Innsbruck in ein neues Ausstellungsgebäude auf dem Bergisel, einem
geeigneten wie auch historischen Ort, wird bewilligt. Das hat die
Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur - als zuständige
zweite Instanz - heute entschieden.

Auf dem Bergisel entsteht unter Einbeziehung des "Kaiserjägermuseums"
jener Ausstellungskomplex, der das neue räumliche Umfeld für das
Panorama-Riesenrundgemälde bilden wird. Es ist dies jenes zeitgemäße
museale Umfeld, das die Attraktivität des Gemäldes steigern soll und
so dem ursprünglichen Sinn von Panorama-Gemälden gerecht wird.

Die Errichtung dieses Ausstellungsgebäudes und die publikumswirksame
Präsentation des Panorama-Riesenrundgemäldes sind wesentliche
kulturpolitische Anliegen des Landes Tirol. Zusammen mit der - im
Denkmalschutzgesetz festgeschriebenen - besonderen Beachtung der
langfristigen wirtschaftlichen Absicherung des Gemäldes ist das ein
wichtiger Umstand, auf den die Transfer-Bewilligung aufbaut.

Zum Schutz des Kunstwerkes, das von Michael Zeno Diemer geschaffen
wurde und die Bergisel Schlacht vom 13. August 1809 darstellt, wurde
die Übersiedlung des Gemäldes seitens des Ministeriums allerdings mit
strengen Auflagen versehen. Abbau, Transport, Restaurierung und
Neumontage des Gemäldes sind davon ebenso erfasst wie die
konservatorischen Bedingungen im neuen Ausstellungsgebäude auf dem
Bergisel.

Klar ist, dass der Transfer des Gemäldes von geeigneten Fachleuten
und im Einvernehmen mit dem Bundesdenkmalamt zu erfolgen hat. Am
neuen Standort muss der Bestand des Riesenrundgemäldes unter
konservatorischen Gesichtspunkten gewährleistet sein.

Der Denkmalschutz des Panorama-Bauwerkes, es wurde 1907 - nach dem
Brand der Original-Holzrotunde aus dem Jahr 1896 - errichtet, bleibt
auch nach dem Transfer des Gemäldes bestehen. Auch das Gemälde bleibt
unter Denkmalschutz.

Zur fachlichen Beurteilung des Gemäldes und seiner Übersiedlung liegt
ein Gutachten der Firma ARS ARTIS AG, Zürich (verfasst u.a. von
Restaurator Christian Marty, als Fachexperte befasst mit dem
Murten-Panorama, Schweiz, Landesausstellung EXPO.02 und dem
Bourbaki-Panorama, Luzern) vor. Das Gutachten wurde vom Land Tirol in
Auftrag gegeben. Die Auswahl des Gutachters erfolgte durch das
Bundesdenkmalamt. Christian Marty hat insbesondere auf das
Transportrisiko hingewiesen, weshalb die positive Entscheidung des
Ministeriums auch nur unter strengen Auflagen erfolgt.

Panorama-Riesenrundgemälde erfreuten sich im 19. jahrhundert größter
Beliebtheit. Die Gemälde gingen auf Reisen. Die Rotunden
(Baulichkeiten) waren durchgängig genormt, sodass ein Austausch der
Gemälde problemlos möglich war. So war "Die Schlacht am Bergisel" in
London (1907, Weltausstellung) und Wien (1916, Kriegsausstellung im
Prater) zu sehen. Panorama-Riesenrundgemälde waren also ein visuelles
Massenmedium und werden von Medienhistorikern heute als Vorläufer des
Kinos bezeichnet. Möglichst viele Menschen sollten die Gemälde, sie
stellten meist Landschaften, Städte oder historische Ereignisse dar,
sehen.

Die ursprüngliche Schaffung des Gemäldes als Kunstwerk, das ein
möglichst großes Publikum haben soll, ist wichtige Grundlage der
Entscheidung. Für die Unterbringung und Präsentation kommt es in
erster Linie auf den Typ und den attraktiven Standort des Gebäudes
an. Das zeigt uns die Geschichte der Panorama-Gemälde. Ein
Ortswechsel stand auf der Tagesordnung und war Teil ihrer
Zweckbestimmung. Der Ausstellungskomplex auf dem Bergisel entspricht
diesen typologischen Anforderungen.

Auf dem Bergisel werden überdies mehr Leistungen zu Gunsten des
Gemäldes erbracht - klimatechnisch, konservatorisch und
wartungstechnisch - als dies am derzeitigen Standort gesetzlich
erwartbar und durchsetzbar wäre. Der bauliche Zustand der Rotunde
wird von aste Konstruktion, Innsbruck, als bedenklich eingestuft.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Nikolaus Pelinka
Tel.: (++43-1) 53 120-5030

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