Das Panorama-Riesenrundgemälde "Die Schlacht am Bergisel" kann unter strengen Auflagen auf den Bergisel übersiedeln

Klare denkmalschutzrechtliche Auflagen seitens der Kulturministerin für die sichere Translozierung

Wien (OTS) - Die Übersiedlung des Riesenrundgemäldes vom Rennweg in Innsbruck in ein neues Ausstellungsgebäude auf dem Bergisel, einem geeigneten wie auch historischen Ort, wird bewilligt. Das hat die Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur - als zuständige zweite Instanz - heute entschieden.

Auf dem Bergisel entsteht unter Einbeziehung des "Kaiserjägermuseums" jener Ausstellungskomplex, der das neue räumliche Umfeld für das Panorama-Riesenrundgemälde bilden wird. Es ist dies jenes zeitgemäße museale Umfeld, das die Attraktivität des Gemäldes steigern soll und so dem ursprünglichen Sinn von Panorama-Gemälden gerecht wird.

Die Errichtung dieses Ausstellungsgebäudes und die publikumswirksame Präsentation des Panorama-Riesenrundgemäldes sind wesentliche kulturpolitische Anliegen des Landes Tirol. Zusammen mit der - im Denkmalschutzgesetz festgeschriebenen - besonderen Beachtung der langfristigen wirtschaftlichen Absicherung des Gemäldes ist das ein wichtiger Umstand, auf den die Transfer-Bewilligung aufbaut.

Zum Schutz des Kunstwerkes, das von Michael Zeno Diemer geschaffen wurde und die Bergisel Schlacht vom 13. August 1809 darstellt, wurde die Übersiedlung des Gemäldes seitens des Ministeriums allerdings mit strengen Auflagen versehen. Abbau, Transport, Restaurierung und Neumontage des Gemäldes sind davon ebenso erfasst wie die konservatorischen Bedingungen im neuen Ausstellungsgebäude auf dem Bergisel.

Klar ist, dass der Transfer des Gemäldes von geeigneten Fachleuten und im Einvernehmen mit dem Bundesdenkmalamt zu erfolgen hat. Am neuen Standort muss der Bestand des Riesenrundgemäldes unter konservatorischen Gesichtspunkten gewährleistet sein.

Der Denkmalschutz des Panorama-Bauwerkes, es wurde 1907 - nach dem Brand der Original-Holzrotunde aus dem Jahr 1896 - errichtet, bleibt auch nach dem Transfer des Gemäldes bestehen. Auch das Gemälde bleibt unter Denkmalschutz.

Zur fachlichen Beurteilung des Gemäldes und seiner Übersiedlung liegt ein Gutachten der Firma ARS ARTIS AG, Zürich (verfasst u.a. von Restaurator Christian Marty, als Fachexperte befasst mit dem Murten-Panorama, Schweiz, Landesausstellung EXPO.02 und dem Bourbaki-Panorama, Luzern) vor. Das Gutachten wurde vom Land Tirol in Auftrag gegeben. Die Auswahl des Gutachters erfolgte durch das Bundesdenkmalamt. Christian Marty hat insbesondere auf das Transportrisiko hingewiesen, weshalb die positive Entscheidung des Ministeriums auch nur unter strengen Auflagen erfolgt.

Panorama-Riesenrundgemälde erfreuten sich im 19. jahrhundert größter Beliebtheit. Die Gemälde gingen auf Reisen. Die Rotunden (Baulichkeiten) waren durchgängig genormt, sodass ein Austausch der Gemälde problemlos möglich war. So war "Die Schlacht am Bergisel" in London (1907, Weltausstellung) und Wien (1916, Kriegsausstellung im Prater) zu sehen. Panorama-Riesenrundgemälde waren also ein visuelles Massenmedium und werden von Medienhistorikern heute als Vorläufer des Kinos bezeichnet. Möglichst viele Menschen sollten die Gemälde, sie stellten meist Landschaften, Städte oder historische Ereignisse dar, sehen.

Die ursprüngliche Schaffung des Gemäldes als Kunstwerk, das ein möglichst großes Publikum haben soll, ist wichtige Grundlage der Entscheidung. Für die Unterbringung und Präsentation kommt es in erster Linie auf den Typ und den attraktiven Standort des Gebäudes an. Das zeigt uns die Geschichte der Panorama-Gemälde. Ein Ortswechsel stand auf der Tagesordnung und war Teil ihrer Zweckbestimmung. Der Ausstellungskomplex auf dem Bergisel entspricht diesen typologischen Anforderungen.

Auf dem Bergisel werden überdies mehr Leistungen zu Gunsten des Gemäldes erbracht - klimatechnisch, konservatorisch und wartungstechnisch - als dies am derzeitigen Standort gesetzlich erwartbar und durchsetzbar wäre. Der bauliche Zustand der Rotunde wird von aste Konstruktion, Innsbruck, als bedenklich eingestuft.

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Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Nikolaus Pelinka
Tel.: (++43-1) 53 120-5030

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