Wlodkowski: EU muss endlich grünes Licht für Ökostromgesetz geben

Appell an EU: Zügigen Ausbau der Bioenergie nicht länger hinauszögern

Wien (OTS) - "Die Europäische Kommission muss endlich grünes Licht für Österreichs Ökostromgesetz geben, das seit Monaten in Brüssel zur Genehmigung liegt. Nicht nur das zu Jahresende beschlossene EU-Klima-und Energiepaket, auch die jetzige Energiekrise zeigt, wie wichtig ein zügiger Ausbau von Ökostromanlagen ist. Doch nach wie vor liegt die Ökostromnovelle 2008 in Brüssel zur Notifizierung auf. Österreich braucht die erneuerbare Energie dringender denn je. Hätten wir in den letzten Jahren den Einsatz von Biomasse für die Energieerzeugung auch gegen heftigen Widerstand nicht derart ausgebaut, wäre es in der jetzigen Gaskrise schon längst zur Abschaltung von Industrie- und Gewerbeanlagen gekommen, um die Haushalte mit der notwendigen Wärme versorgen zu können. Daher geht unser dringender Appell an die EU, durch eine umgehende Freigabe des Ökostromgesetzes Investitionen zu ermöglichen", erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, zur heutigen Krisensitzung der EU-Energieminister.

Ökostrom ideale Energieform

Im Jahr 2008 wurden ca. 2.400 GWh Ökostrom aus Biomasse in das Stromnetz eingespeist. Das entspricht in etwa dem Jahresbedarf von 700.000 Haushalten. "In den vergangenen Jahren haben die Investitionen im Ökostrombereich nennenswerte Kapazitäten geschaffen. So verfügen wir heute über eine elektrische Leistung von mehr als 400 MW, die mit Biomasse und mit Biogas betrieben wird. Ökostromanlagen auf Basis von Biomasse können die Produktion bedarfsbezogen optimieren. Das ist ein großer Vorteil gegenüber der Wasser- und Windkraft. Diese Energieformen sind von Natureinflüssen abhängig und deren Produktionsmaximum wird von Ereignissen, wie Sturm oder Flaute, Überschwemmung oder Trockenheit bestimmt. Biomasseanlagen hingegen können im Bedarfsfall mit Vollkraft produzieren und sind damit ein verlässlicher Partner in der Energiekrise", so Wlodkowski.

Appell an EU-Energieminister

"Um die riskante Energieabhängigkeit Europas zu verringern, bedarf es aller sich bietenden Möglichkeiten. Die Lösung ist sicherlich nicht durch eine Einzelmaßnahme, wie den Ausbau weiterer Gasleitungen aus Welt-Krisengebieten zu finden. Der Schlüssel für mehr Unabhängigkeit liegt in der radikalen Umstellung der Wärmeversorgung und im weiteren Ausbau der Ökostromproduktion. Bei geeignetem Ausbau kann der Wärmebedarf innerhalb von zehn Jahren um ein Viertel gesenkt, der Anteil der mit Öl und Gas beheizten Häuser halbiert und der Beitrag der Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energiequellen um die Hälfte erhöht werden", unterstrich Wlodkowski. Europa müsse alle Möglichkeiten und Potenziale für erneuerbare Energie nutzen, "wozu selbstverständlich auch neue Ökostromanlagen in allen Technologiebereichen gehören".
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