- 09.01.2009, 16:05:00
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"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: Fragen zum Nazi-Dreck
Die Affäre um Martin Graf wird wieder einmal auf gut Österreichisch erledigt.
Wien (OTS) - Die Lösung ist eine typisch österreichische: Der
dritte Nationalratspräsident Martin Graf, Mitglied der
deutsch-nationalen Burschenschaft Olympia, hat Mitarbeiter, die
beim "Aufruhr"-Versand eingekauft haben, der Neonazi-Materialien
vertreibt; er schweigt dazu zehn Tage lang, während seine FPÖ den
Aufdecker dieses Faktums, die Grünen, anschüttet; in einem Gespräch
mit den Parlamentschefs der beiden Regierungsparteien, die ihn mit
gewählt haben, nennt Graf die Materialien des Versandes dann
"Nazi-Dreck", steht aber zu seinen Mitarbeitern, die nur Harmloses
bestellt hätten und damals ja jung gewesen seien; und jetzt ist
irgendwie alles in Ordnung, weil mehr als "appellieren" ((C)Barbara
Prammer) kann man eh nicht.
Dazu könnte man ein paar Fragen stellen: Wieso braucht Graf so
lange für eine Antwort? Wieso entschuldigen sich die Mitarbeiter
nicht für ihr Tun? Wieso findet er kein Wort der Kritik für seine
Mitarbeiter - oder für sich? Warum trennt er sich nicht von ihnen -
oder das Amt von sich? Warum distanzieren sich SPÖ und ÖVP nicht
einmütig vom nicht abwählbaren Graf?
Man könnte auch - ganz unösterreichisch - fragen: Wieso haben
sie Graf überhaupt gewählt und dem Land wieder Fragen zum Umgang mit
Nazi-Dreck beschert?
Rückfragehinweis:
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