- 09.01.2009, 11:56:28
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SOS-Kinderdorf im Gazastreifen von Angriffen verschont - Lage der von SOS-Kinderdorf betreuten Familien außerhalb des Dorfes dramatisch
Wien (OTS) - Es sieht nicht so aus, als würde die Gewalt, die am
27. Dezember begann, bald aufhören. Angst, Unsicherheit und die
knapper werdenden Lebensmittel und Medikamente machen das Leben der
Kinder im SOS-Kinderdorf und der Familien, die durch die
SOS-Familienhilfe unterstützt werden, immer unerträglicher.
Die Einrichtungen von SOS-Kinderdorf sind von den Angriffen bisher
verschont geblieben. Die SOS-Schule, der Kindergarten und andere
Ausbildungseinrichtungen wurden bis auf weiteres geschlossen. Viele
Gebäude in der Nähe des Kinderdorfs wurden bei den Angriffen
zerstört.
Was die militärische Bedrohung betrifft, befindet sich das
SOS-Kinderdorf in Rafah, das ganz im Süden liegt, in einer eindeutig
besseren Lage als andere Gebiete. Angriffe haben sich allerdings seit
den vergangenen zwei Tagen verstärkt. Raketen, die von Kampfschiffen
in der Nähe abgefeuert werden, schlagen häufig nahe dem
Kinderdorf-Gelände ein. Dazu kommen Kampfflugzeuge, die ständig das
Gebiet überfliegen. Seit dem 7. Jänner sind auch Bodentruppen in den
Süden bis Rafah vorgedrungen. Die Kinder sind extrem eingeschüchtert.
"Wir hören ständig den Krieg um uns herum, besonders in der Nacht.
Viele Kinder schreien, wenn sie die Flugzeuge kommen hören. Wir tun
unser möglichstes um sie zu beruhigen. Unsere Kinder machen sich auch
große Sorgen um ihre Herkunftsfamilien. Leider wissen wir nicht, ob
sie in Sicherheit sind."
Wael Abu Mustafa, der Leiter des SOS-Kinderdorfes in Rafah, musste
am Schwarzmarkt zu exorbitant hohen Preisen Grundgüter kaufen, damit
das Dorf die nächsten zwei Wochen übersteht.
Familien der Nachbarschaft, die durch die SOS-Familienhilfe
betreut werden, flüchteten unter anderem in eine der UN-Schulen, die
zerstört wurde - bisher keine Nachricht von ihnen.
Zahlreiche Familien, die außerhalb des Dorfes von SOS-Kinderdorf
unterstützt werden, sind von der Gewalt im Gaza-Streifen stark
betroffen. Das Sozialzentrum ist seit Beginn der Militäroffensive
geschlossen; Mitarbeitern und Freiwilligen wurde geraten, Zuhause zu
bleiben und per Telefon Kontakt zu halten.
Ihsan Redwan, der Koordinator der Familienhilfsprogramme
berichtet, dass Häuser von betreuten Familien von Luftangriffen
zerstört wurden sowie Familien ihre Häuser aus Angst vor Angriffen
verlassen haben. Sie sind entweder bei Verwandten untergekommen oder
haben in Schulen der UN Unterschlupf gesucht. Eine dieser Schulen
wurde von einer Granate getroffen, bis jetzt ist es ungewiss, ob die
Familien überlebt haben.
Im Rahmen der Familienhilfe unterstützt SOS-Kinderdorf Rafah 900
Kinder aus 187 Familien, unter anderem mit Lebensmittelpaketen,
Unterricht und Tagesbetreuung. Parallel dazu werden die Eltern auch
bei der Gründung von Mikroprojekten unterstützt mit Kursen für
Managementkenntnisse, Lesekursen und Bewusstseinsförderung für die
Rechte von Kindern und Frauen.
Rückfragehinweis:
Tina Vermeer, SOS-Kinderdorf/Presse Tel. 01/368 31 35-91, mobil: 0676 881 444 86 mailto:tina.vermeer@sos-kinderdorf.at Matthias Scholz, SOS-Kinderdorf International Tel. 0512/3310-5192 mailto:matthias.scholz@sos-kd.org
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