SOS-Kinderdorf im Gazastreifen von Angriffen verschont - Lage der von SOS-Kinderdorf betreuten Familien außerhalb des Dorfes dramatisch

Wien (OTS) - Es sieht nicht so aus, als würde die Gewalt, die am 27. Dezember begann, bald aufhören. Angst, Unsicherheit und die knapper werdenden Lebensmittel und Medikamente machen das Leben der Kinder im SOS-Kinderdorf und der Familien, die durch die SOS-Familienhilfe unterstützt werden, immer unerträglicher.

Die Einrichtungen von SOS-Kinderdorf sind von den Angriffen bisher verschont geblieben. Die SOS-Schule, der Kindergarten und andere Ausbildungseinrichtungen wurden bis auf weiteres geschlossen. Viele Gebäude in der Nähe des Kinderdorfs wurden bei den Angriffen zerstört.

Was die militärische Bedrohung betrifft, befindet sich das SOS-Kinderdorf in Rafah, das ganz im Süden liegt, in einer eindeutig besseren Lage als andere Gebiete. Angriffe haben sich allerdings seit den vergangenen zwei Tagen verstärkt. Raketen, die von Kampfschiffen in der Nähe abgefeuert werden, schlagen häufig nahe dem Kinderdorf-Gelände ein. Dazu kommen Kampfflugzeuge, die ständig das Gebiet überfliegen. Seit dem 7. Jänner sind auch Bodentruppen in den Süden bis Rafah vorgedrungen. Die Kinder sind extrem eingeschüchtert. "Wir hören ständig den Krieg um uns herum, besonders in der Nacht. Viele Kinder schreien, wenn sie die Flugzeuge kommen hören. Wir tun unser möglichstes um sie zu beruhigen. Unsere Kinder machen sich auch große Sorgen um ihre Herkunftsfamilien. Leider wissen wir nicht, ob sie in Sicherheit sind."

Wael Abu Mustafa, der Leiter des SOS-Kinderdorfes in Rafah, musste am Schwarzmarkt zu exorbitant hohen Preisen Grundgüter kaufen, damit das Dorf die nächsten zwei Wochen übersteht.

Familien der Nachbarschaft, die durch die SOS-Familienhilfe betreut werden, flüchteten unter anderem in eine der UN-Schulen, die zerstört wurde - bisher keine Nachricht von ihnen.

Zahlreiche Familien, die außerhalb des Dorfes von SOS-Kinderdorf unterstützt werden, sind von der Gewalt im Gaza-Streifen stark betroffen. Das Sozialzentrum ist seit Beginn der Militäroffensive geschlossen; Mitarbeitern und Freiwilligen wurde geraten, Zuhause zu bleiben und per Telefon Kontakt zu halten.

Ihsan Redwan, der Koordinator der Familienhilfsprogramme berichtet, dass Häuser von betreuten Familien von Luftangriffen zerstört wurden sowie Familien ihre Häuser aus Angst vor Angriffen verlassen haben. Sie sind entweder bei Verwandten untergekommen oder haben in Schulen der UN Unterschlupf gesucht. Eine dieser Schulen wurde von einer Granate getroffen, bis jetzt ist es ungewiss, ob die Familien überlebt haben.

Im Rahmen der Familienhilfe unterstützt SOS-Kinderdorf Rafah 900 Kinder aus 187 Familien, unter anderem mit Lebensmittelpaketen, Unterricht und Tagesbetreuung. Parallel dazu werden die Eltern auch bei der Gründung von Mikroprojekten unterstützt mit Kursen für Managementkenntnisse, Lesekursen und Bewusstseinsförderung für die Rechte von Kindern und Frauen.

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