Cornelius Meister zum neuen RSO Chefdirigenten ab September 2010 bestellt

Wien (OTS) - Der 28-jährige deutsche Dirigent Cornelius Meister wird ab 1. September 2010 die Position des Chefdirigenten und Künstlerischen Leiters des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien übernehmen. Der Vertrag wurde am Freitag, den 9. Jänner von Meister und ORF Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz im Beisein von Hörfunkdirektor Dr. Willy Mitsche und RSO-Managerin Mag. Christiane Goller unterzeichnet. Der Vertrag läuft bis 31.8.2014. Er sieht u.a. Abonnementskonzerte im Musikverein und im Konzerthaus, Tourneen, Rundfunk- und CD-Aufnahmen vor.

"Ich freue mich sehr, heute diesen Vertrag mit Cornelius Meister zu unterzeichnen", so Wrabetz, "denn Meister ist ein junger, aber bereits international aktiver, hoch erfolgreicher und sehr geschätzter Dirigent mit einer beachtlichen Erfahrung, auf dessen Arbeit mit unserem in künstlerischer Höchstform befindlichen Orchester wir schon sehr gespannt sind. Das RSO ist ein viel beachtetes Markenzeichen des öffentlich-rechtlichen ORF und damit eine lebendige, kreative Ausdrucksform des Public Value."

Hörfunkdirektor Dr. Willy Mitsche: "Mittlerweile genießt das RSO-Wien Weltruf. Dies ist nicht zuletzt auch das Verdienst seiner Chefdirigenten. Nach vielen Gesprächen, intensiven Überlegungen und in der festen Überzeugung, dass das RSO ein unverzichtbarer Bestandteil des ORF und der österreichischen Kulturlandschaft ist, habe ich mich entschlossen, dem Generaldirektor Cornelius Meister als neuen Chefdirigenten vorzuschlagen. Ich bin überzeugt, dass das RSO mit Cornelius Meister weiterhin einen Garanten für die bekannt hohe Qualität dieses Klangkörpers an seiner Spitze hat und danke auch dem derzeitigen Chefdirigenten Bertrand de Billy ausdrücklich für sein herausragendes künstlerisches Engangement für und mit dem RSO."

Meister über seine neue Aufgabe: "Wien ist ein Traum für mich. Das RSO ist weltweit eines der spannendsten Orchester. Die Orchestermitglieder und ich haben uns von der ersten Minute an prächtig verstanden. Ich bin ausgesprochen glücklich über die positiven Gespräche mit dem Generaldirektor, dem Hörfunkdirektor und der Orchestermanagerin. Auf die gemeinsame kreative Arbeit im Team freue ich mich sehr."

Meister darüber hinaus: "Das RSO ist DAS österreichische Radio-Symphonieorchester. Ich freue mich schon darauf, in einen sich gegenseitig befruchtenden Dialog mit der jüngeren österreichischen Komponisten-Generation zu treten. Die Musikvermittlung liegt Frau Mag. Goller und mir besonders am Herzen, und zwar für alle Generationen."

Cornelius Meister und das RSO arbeiteten im Sommer 2008 bei Aufnahmen zum ersten Mal zusammen. Die fertige CD mit Werken von Gottfried von Einem wird im Laufe des Jahres 2009 der Öffentlichkeit präsentiert. Sie erscheint beim Label Orfeo.

Die Orchestermitglieder des RSO haben sich ausdrücklich für eine Zusammenarbeit mit Cornelius Meister als Chefdirigenten ausgesprochen. Die Freude über den bevorstehenden Vertragsabschluss war groß.
Bereits vor Abschluss des Chefvertrages war eine Fortsetzung der künstlerischen Zusammenarbeit vereinbart: am 28. Mai 2010 in einem Abonnementskonzert im Konzerthaus und im Sommer 2010 mit einer Neuproduktion von Johann Strauß‘ Operette "Die Fledermaus" im Theater an der Wien. Im Herbst 2010 folgen dann die ersten Konzerte mit Cornelius Meister als Chefdirigenten.

RSO-Managerin Mag. Christiane Goller: ""Identitätsproduktion" galt und gilt als wesentliche Aufgabe für einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk und ist auch eine Aufgabe des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien, das heuer seinen 40. Geburtstag feiert.

Markenzeichen des RSO Wien ist die Vielfalt seines Programms, vom Opernorchester im Theater an der Wien, als Klangkörper für Filmmusik oder im Duett mit internationalen und heimischen Solistinnen und Solisten und Ensembles. Ein wichtiger Teil des Aufgabenspektrums ist dabei die Interpretation der Orchesterliteratur von der Wiener Klassik aufwärts und wird von den Musikerinnen und Musikern des RSO Wien in meisterhafter Qualität dargeboten. Unter dem neuen Chefdirigenten wird sich an dieser Meisterschaft nichts ändern.

Eine wesentliche Verpflichtung im Sinne des Kulturauftrags des ORF ist die Pflege der Gegenwartsmusik, die Auseinandersetzung mit lebenden Musikschaffenden und deren Werken. Das RSO Wien ist das einzige österreichische Orchester, das die neuesten Orchester-Partituren der heutigen Komponistinnen- und Komponistengeneration regelmäßig zu spielen vermag. Das macht das RSO Wien einzigartig. Einzigartig im Musikland Österreich.

Diese Verpflichtung einzuhalten, einzuhalten im Namen des ORF, ist wichtigster Teil der Aufgabe, die ich mit 1. Jänner übernommen habe. Mit Cornelius Meister konnte ein neuer Wegbegleiter für das Orchester gewonnen werden, der am Dirigierpult Feinsinn für Klangfarben und Transparenz mit einer stringenten Rhythmik und exakten Zeichengebung zu vereinen vermag. Diese Künstlerpersönlichkeit inspiriert die Musikerinnen und Musiker, begeistert Publikum und Kritik, er steht für die Fortführung von Tradition ebenso wie für neue gesellschaftspolitisch relevante Akzente.
Ich freue mich auf eine kreative Zusammenarbeit und spannende Zukunft für das Radio-Symphonieorchester Wien."

Cornelius Meister, geboren im Februar 1980 in Hannover, stammt aus einer Musikerfamilie. Sein Vater Konrad war Klavierprofessor an der Musikhochschule Hannover. Sein Bruder Rudolf ist Pianist und Präsident der Musikhochschule Mannheim.
Cornelius Meister studierte Klavier und Dirigieren in Hannover bei Konrad Meister, Martin Brauß und Eiji Oue sowie am Mozarteum Salzburg bei Dennis Russell Davies und Karl Kamper. Bei der "Parsifal"-Neuproduktion der Bayreuther Festspiele 2004 war er Assistent von Pierre Boulez.
Mit 21 Jahren debütierte Cornelius Meister an der Hamburgischen Staatsoper, mit 24 an der Bayerischen Staatsoper, mit 26 an der New National Opera Tokyo. Die Saison 2009/2010 wird er an der San Francisco Opera mit einer Neuproduktion von Mozarts "Entführung aus dem Serail" eröffnen.
Als Konzertdirigent leitete Cornelius Meister in den vergangenen Jahren die Rundfunk-Symphonieorchester des SWR, des mdr, des SR, des NDR Hamburg und Hannover, des BR und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Zahlreiche Rundfunkaufnahmen und mehrere Fernsehaufzeichnungen u.a. mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, liegen vor. In Österreich dirigierte er die konzertante Neuproduktion von Webers "Oberon" am Tiroler Landestheater Innsbruck und mehrfach das Grazer Philharmonische Orchester, zuletzt bei seinem Debüt im Wiener Musikverein 2006. Im Ausland leitete er u. a. das Orchestre de l’Opéra national de Paris, das Indianapolis Symphony Orchestra, das Bournemouth Symphony Orchestra, das BBC Orchestra Manchester, das Sinfonieorchester Basel und das Orchester der Oper de Sao Carlos Lissabon.
Seit September 2005 ist Cornelius Meister Generalmusikdirektor der Stadt Heidelberg und damit jüngster GMD überhaupt. Für seine Arbeit mit dem Philharmonischen Orchester Heidelberg erhielt er bereits in seiner zweiten Spielzeit den "Preis für das beste Konzertprogramm" des deutschen Musikverlegerverbands. Hinzu kamen zahlreiche Nominierungen als "Dirigent des Jahres" der Zeitschrift "Opernwelt". 2010 wird Cornelius Meister an der Lettischen Nationaloper Riga Wagners "Ring des Nibelungen" komplett aufführen.

Der 28-jährige deutsche Dirigent folgt dem Franzosen Bertrand de Billy, der mit dem RSO in den vergangenen Jahren ein bisher unerreichtes künstlerisches Niveau erreicht hat.
De Billy zu seinem Nachfolger: "Ich freue mich sehr über die Ernennung von Cornelius Meister. Er ist ein besonderes Talent, und ich werde ihn ab sofort in den wichtigen Entscheidungen einbinden. Er kann mit meiner voller Unterstützung rechnen."

Meisters Termine der nächsten Monate: "Arabella" an der Staatsoper Hamburg; Leoncavallos "I Pagliacci", kombiniert mit Granados’ Oper "Goyescas" am Theater und Philharmonischen Orchester der Stadt Heidelberg; Poulencs "Dialogues des Carmelites" am Theater Basel; Abonnementskonzerte mit den Düsseldorfer Symphonikern; Wagners "Die Walküre" an der Lettischen Nationaloper Riga; Wagners "Der fliegende Holländer" an der Bayerischen Staatsoper. Abonnementskonzerte mit dem Orchestre de l’Opéra national de Paris.

Das Radio Symphonieorchester Wien ist Österreichs einziges Rundfunkorchester. Von 1969 bis 1996 hieß es ORF-Symphonieorchester -1996 erhielt es den neuen Namen Radio Symphonieorchester Wien. Das RSO-Wien hat derzeit 97 Mitglieder, davon 26 Damen. Es ist auf Neue Musik spezialisiert, im aktuellen Programm kommen 7 Erstaufführungen österreichischer Komponisten zur Aufführung. Ö1 und das RSO vergeben - nicht zuletzt für das ORF-Festival "Musikprotokoll im steirischen Herbst"- pro Jahr bis zu 12 Kompositionsaufträge an österreichische MusikerInnen. Das Orchester spielt aber auch das gesamte Klassik-Repertoire sowie Operette und Wiener Walzer. Nähere Informationen sind abrufbar unter http://rso-wien.orf.at.

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